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Bilderbücher machen Babys schlau

Bilderbücher ansehen, dazu etwas erzählen, später vorlesen - so fördern Sie Ihr Kind von Anfang an. Lesen Sie hier, warum Bilderbücher schon für die Allerkleinsten sinnvoll und wichtig sind.

Denken lernen mit Bilderbüchern

Bücher machen Babys schlau
Thinkstock - Ron Chapple studios

Am Anfang ist das Leben für ein Kind spannender als eine Abbildung davon: Der kleine Gabelstapler im Supermarkt fasziniert mehr als ein großer Kran auf einem Foto. Schnell kommt aber die Zeit, in der Kinder auch an Bildern interessiert sind - und ab da werden Bilderbücher wichtig. Es bedeutet einen großen Schritt in der Entwicklung des Denkens, einen in der Realität kreisrunden, dreidimensionalen Ball in der flachen, zweidimensionalen Abbildung wiederzuerkennen. Mit Bilderbüchern entdecken Kinder die Symbolebene - die entscheidende Voraussetzung, um später das Prinzip der Schrift verstehen zu können.

Sprechen lernen mit Bilderbüchern

Im ersten Lebensjahr lernen Kinder ihre Muttersprache passiv, durch Zuhören - also sollten Eltern viel mit ihren Kindern reden, mit Liedern, Reimen, Fingerspielen ihr Gefühl für den Rhythmus der Sprache unterstützen.
Sind die ersten Worte geschafft, erleben Kinder bald eine Wortschatzexplosion. In dieser "Benennungsphase", so der Fachausdruck der Entwicklungspsychologen für diese Zeit, sammeln sie Vokabeln. Jetzt helfen Bilderbücher dabei, Dinge zu benennen. Indem ein Erwachsener dem Kind die Bilder zeigt und erklärt, was darauf zu sehen ist.

Vorlesen: Greifbare Liebe

Nichts ist für ein Kind schöner, als auf dem Schoß von Mutter oder Vater zu sitzen, Wärme und Nähe zu spüren. Die Gelegenheiten dazu werden weniger,wenn ein Kind laufen lernt und die Welt entdeckt. Gemeinsam ein Bilderbuch zu betrachten ist ideale Kuschelzeit, eine Lesestunde kann zum Ritual werden - und mit dafür sorgen, dass das Kind später selbst gern liest. Eltern, die ihrem Kind ein Bilderbuch zeigen, mit ihm über die Bilder sprechen und später dann vorlesen, vermitteln ihm: Du bist ein interessierter, lernfähiger Mensch. Das ist wichtig für die soziale Entwicklung des Kindes.Und: Beim Reden über Bilderbücher lernen Eltern die Vorlieben und Wünsche ihres Kindes besser kennen.

Für künftige Leseratten

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ELTERN fragte Ulrike Schultheis, Buchhändlerin und Rezensentin von Kinderbüchern

Sind Bücher für Babys sinnvoll?
Babys erkennen anfangs noch keine Gegenstände, aber sie mögen Farben, wollen gucken und spielen. Deshalb sind Leporellos gut, die man aufstellen kann, auch Plastik- oder Stoffbücher, auf denen Kinder herumkauen dürfen. Das ebnet den Weg zum richtigen Buch.

Ab wann kann man vorlesen?
Kleine Babys haben noch kein Textverständnis, aber sie lieben Reime, Texte mit Rhythmus und Melodie. Etwa mit einem Jahr beginnen Kinder, selbst zu blättern, in Katalogen oder Zeitschriften. Jetzt ist Zeit für Bücher, natürlich für solche aus stabiler Pappe und mit abgerundeten Ecken. Wichtig ist, dass die Bilder das Kind ansprechen - sie müssen klar sein, aus dem Kinderalltag stammen und schön gezeichnet sein. Schön heißt nicht unbedingt niedlich!

Welches sind die richtigen Bilderbücher für dieses Alter?
Im zweiten Lebensjahr freuen sich Kinder, wenn sie im Buch Dinge entdecken, die sie aus ihrem Alltag kennen: einen Ball, eine Blume, ein Auto. Die richtigen Wörter müssen anfangs die Eltern sagen, später macht das Kind das selbst. Daraus können sich dann kleine Geschichten ergeben.

Und wann kommen Bilderbücher mit einer Handlung dran?
Mit etwa zwei Jahren sind Wortschatz und Konzentrationsfähigkeit bei vielen Kindern so weit gewachsen, dass Eltern einfache Bilderbücher vorlesen können. Ich empfehle, viel in Bibliotheken auszuleihen, um den Geschmack des Kindes zu ergründen - und seine Lieblingsbücher dann zu kaufen.