Mittagsschlaf
 
Ein Nickerchen am Mittag

Kleinkind liegt mit Vater im Bett
Thinkstock, NadyaSabeva
Inhalt: 
Mittagsschlaf - ist er wirklich wichtig?Immer zur gleichen Zeit hinlegen?Sind mehrere Schlafpausen auch okay?Gibt es den richtigen Ort für den Mittagsschlaf?Sollte das Zimmer möglichst ruhig und dunkel sein?Was mache ich, wenn mein Kind nicht einschlafen möchte?Wie lange sollte der Mittagsschlaf dauern?Bis zu welchem Alter brauchen Kinder überhaupt einen Mittagsschlaf?

Was mache ich, wenn mein Kind nicht einschlafen möchte?

Wer nicht schlafen kann oder will, darf sich still beschäftigen oder lesen

Wenn es nach 15 bis 20 Minuten noch nicht weggedöst ist, nimm es wieder aus dem Bett. Schlafzwang bringt gar nichts, sagt Jürgen Zulley: "Zwingt man ein Kind zum Schlafen, passiert genau das Gegenteil - es schläft sicher nicht ein. Durch den Druck entsteht Anspannung, und wer angespannt ist, kann nicht schlafen. Außerdem wird das Im-Bett-Liegen damit negativ besetzt." Versuche es also lieber eine halbe Stunde später noch mal. Ab zwei Jahren können Kinder statt Mittagsschlaf wenigstens eine Mittagsruhe halten - also ruhig, aber wach im Bett liegen lassen. Das ist besser als gar keine Entspannung. So handhaben es heute übrigens auch die meisten Kindergärten: Wer nicht schlafen kann oder will, darf sich still beschäftigen oder lesen. Grundsätzlich klappt es mit dem Mittagsschlaf am besten, wenn ein Kind sich vormittags ausreichend austoben konnte. Und eine gute Portion frische Luft abbekommen hat.

Wie lange sollte der Mittagsschlaf dauern?

Kommt aufs Kind an. Und aufs Alter. Eine Schweizer Studie mit knapp 500 Kindern zwischen Säuglingsalter und 16 Jahren zeigte: Es gibt enorme individuelle Unterschiede. So schliefen beispielsweise manche Einjährige tagsüber vier Stunden, andere nur eine halbe Stunde. Die Durchschnittswerte: bei einem sechs Monate alten Kind etwa dreieinhalb Stunden. Bei einem Einjährigen zweieinhalb Stunden. Mit eineinhalb Jahren zwei Stunden. Aber wie gesagt: Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind normal. Wichtig ist, dass der Tagschlaf zum Nachtschlaf passt. Wenn Du feststellst, dass Dein Kind nachts schlechter schläft, also sich beim Ein- oder Durchschlafen schwertut oder schon morgens um fünf fit ist, dauert eventuell der Mittagsschlaf zu lange. Falls Du unsicher bist: Führe eine Woche lang ein Schlaftagebuch, in dem Du alle Schlafphasen aufzeichnest. „Wenn Du feststellst, dass Dein Kind mittags zu lange schläft, dann weck es regelmäßig nach einer bestimmten Zeit“, rät Professor Zulley. "Es wird sich ziemlich schnell an den neuen Rhythmus gewöhnen."

Bis zu welchem Alter brauchen Kinder überhaupt einen Mittagsschlaf?

In der Regel ist im vierten Lebensjahr Schluss, wie Umfragen zeigen. Manche brauchen das Nickerchen mit zwei nicht mehr, andere sind im Kindergartenalter noch dankbar. Generell gilt: "Je konsequenter die Ruhephasen in einen Tagesablauf integriert sind, desto länger werden Kinder dies auch als normalen Tageszyklus verstehen", so Dr. Hoch. Wie Du erkennst, dass Dein Schatz sein Schläfchen nicht mehr braucht? Zum Beispiel, wenn er über einen längeren Zeitraum zur gewohnten Zeit nicht mehr einschlafen kann, sich nur noch wälzt und am liebsten mit ganz anderen Dingen beschäftigen möchte. Oder wenn es zunehmend Probleme beim abendlichen Ein- und Durchschlafen gibt.