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Baby weint im Schlaf Was kann ich tun, wenn mein Baby im Schlaf weint?

Baby weint im Schlaf
© Nick Fedirko / Shutterstock
Kommt dir das bekannt vor: Dein Baby weint im Schlaf, schreit lauf auf oder wimmert leise vor sich hin, obwohl es schläft? Dann findest du hier die 10 häufigsten Gründe dafür und wir erklären dir, wie du deinem Kind am besten helfen kannst.

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Viele frisch gebackene Eltern können oft nachts nicht schlafen: Ihr Baby weint im Schlaf, schreit laut oder wimmert leise vor sich hin. Auch wenn dies ein ganz normales Phänomen ist und in den meisten Fällen nichts Ernsthaftes dahinter steckt, kann es sehr an den Nerven zehren. Denn wenn das Baby unruhig schläft, möchten Eltern es gerne beruhigen. Doch wie? Und wie kommt es überhaupt dazu, dass das Baby im Schlaf weint?

Warum weint mein Baby im Schlaf?

Dass Babys in den ersten Monaten viel weinen und auch nachts unruhig sind, ist eher die Regel als die Ausnahme. Während viele Babys schreien, weinen andere im Schlaf vor sich hin und es ist schwer zu erkennen, ob das Baby wach ist oder wirklich schläft. Meist drückt das Baby mit seinem Weinen ein Unbehagen aus und möchte auf sich aufmerksam machen. Wir haben hier die 10 häufigsten Gründe dafür, dass dein Baby im Schlaf weint:

  • Schlechte Träume
  • Nachtschreck
  • Erlebtes vom Tag wird verarbeitet, Reizüberflutung
  • Veränderung von Gewohnheiten
  • Dein Baby braucht Nähe
  • Bauchweh, Blähungen oder andere gesundheitliche Probleme
  • Die ersten Zähne kommen
  • Es ist zu warm oder zu kalt
  • Hunger
  • Volle Windel

Wenn du herausgefunden hast, woran es liegen könnte, dass dein Baby im Schlaf weint, kannst du ein paar Maßnahmen ergreifen, damit es ihm schnell besser geht und ihr alle weiterschlafen könnt.

Baby weint im Schlaf: Das kannst du tun

Schlechte Träume

Ob dein Kind weint, weil es einen schlechten Traum hat, erkennst du daran, dass es insgesamt sehr unruhig ist. Dein Baby befindet sich dann wahrscheinlich in der sogenannten REM-Phase (REM = Rapid Eye Movement), eine Schlafphase, in der der Schlaf sehr leicht ist und in der viel lebhaft geträumt wird. Das kannst du auch daran erkennen, dass sich die Augen unter den geschlossenen Augenlidern schnell hin und her bewegen. Während Erwachsene nur 20 bis 25 Prozent ihres Schlafes in der REM-Phase verbringen, sind es bei kleinen Kindern immerhin rund 50 Prozent – ihr Schlaf ist also insgesamt viel unruhiger.

Ist schlechtes oder lebhaftes Träumen der Grund dafür, dass dein Baby im Schlaf weint, kannst du es am besten beruhigen, indem du es sanft streichelst und leise mit ihm sprichst. So weiß es, dass es in deiner Nähe ist. Hochnehmen solltest du das Baby möglichst nur, wenn es wach ist. Schläft es, könntest du es durch das Aufnehmen wecken und eventuell auch erschrecken.

Nachtschreck

Ein ähnliches Phänomen wie das schlechte Träumen ist der sogenannte Nachtschreck. Dieser tritt meist eher bei Kleinkindern zwischen zwei und sechs Jahren auf und ist für die Eltern ein erschreckender Anblick, da die Kinder sehr stark weinen, orientierungslos und regelrecht verängstigt wirken. Aber wir können Entwarnung geben: Der Nachtschreck sieht schlimmer aus als er ist. Er tritt meist beim Übergang vom Tiefschlaf zum Traumschlaf auf, eine Phase im Schlafzyklus, die – so vermutet man – für das sich entwickelnde kindliche Gehirn noch schwer zu managen ist.

Auch wenn dein Kind in diesem Moment vielleicht die Augen geöffnet hat, schläft es mit großer Wahrscheinlichkeit. Du solltest dein Kind nicht wecken, da du es dadurch nur noch mehr verwirren und erschrecken könntest. Daher gilt auch hier: Sprich leise und beruhigend auf dein Kind ein und streichele es, wenn es sich anfassen lassen mag.

Hier gibt es noch mehr Infos zu Schlafstörungen bei Kindern.

Erlebtes vom Tag wird verarbeitet, Reizüberflutung

Dein Baby weint im Schlaf? Dann kann es vielleicht auch einfach daran liegen, dass es im Schlaf all das verarbeitet, was es im Laufe des Tages erlebt hat. Die Welt von Babys ist noch sehr klein und alles ist neu: Geräusche, Gerüche, Farben und Licht genauso wie bestimmte Gefühle wie Wärme oder Kälte. All das hält das Gehirn deines Babys auf Trab. Gerade nachts werden diese Dinge verarbeitet und es kommen wichtige Lernprozesse in Gang. 

Weint dein Baby nachts viel im Schlaf, kann das eventuell auch an einer sogenannten Reizüberflutung liegen. Dies ist der Fall, wenn am Tag viel los war. Hattet ihr Besuch, seid ihr viel unterwegs gewesen oder war der Fernseher besonders laut? Gerade abends solltest du dafür sorgen, dass dein Baby eine Ruhephase hat, bevor es schlafen gelegt wird. Dann wird es auch ruhiger und besser schlafen.

Veränderung von Gewohnheiten

Auch Veränderungen bestimmter Gewohnheiten können dafür sorgen, dass dein Baby im Schlaf weint. Hast du es eventuell gerade abgestillt oder bekommt es neuerdings Beikost? Solche Veränderung mögen für uns Erwachsene nicht bedeutend sein, doch in einem kleinen Babyleben können sie für Unruhe sorgen. Auch hier ist es dann wichtig, dass du nachts in der Nähe deines Babys bist und es beruhigen kannst. So merkt es: Es ist etwas anders, aber Mama und/oder Papa sind da.

Dein Baby braucht Nähe

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass dein Baby deine Nähe braucht, wenn es im Schlaf weint. Immerhin war es monatelang im geborgenen Mutterleib, also ganz nah bei seiner Mama. Nun liegt es in seinem kleinen Bettchen und alles ist anders. Weint dein Baby im Schlaf, dann zeige ihm, dass du bei ihm bist. Hier kann ein Beistellbett oder auch das Schlafen im Familienbett eine große Erleichterung sein. So muss du nachts nicht ständig aufstehen, wenn dein Baby weint, sondern kannst es beruhigen, obwohl du liegen bleibst.

Bauchweh, Blähungen oder andere gesundheitliche Probleme

Wenn dein Baby im Schlaf weint, können manchmal aber auch Schmerzen die Ursache sein. Oftmals werden Kinder in den ersten drei Lebensmonaten von Blähungen und Bauchweh gequält, den sogenannten 3-Monats-Koliken. Dass dein Kind darunter leidet, erkennst du vielleicht daran, dass dein Baby sich beim Weinen verkrampft und zu drücken scheint. Hier kannst du Verschiedenes ausprobieren, um deinem Spross Besserung zu verschaffen. Ein kleines Wärmekissen kann den Bauch entspannen, oder leichtes kreisförmiges Streicheln um den Bauchnabel (eventuell mit sogenannter Windsalbe) herum. Auch der Fliegergriff, bei dem du dein Baby bäuchlings auf deinem Unterarm legst und trägst, kann helfen.

Wenn du mehr über die Koliken und Hilfsmaßnahmen wissen möchtest, kannst du hier alles über 3-Monats-Koliken lesen. 

Die ersten Zähne kommen

Weh tut es auch, wenn sich die ersten Zähnchen ankündigen. Auch dann kann es passieren, dass dein Baby im Schlaf weint oder nachts schreit. Hier hat es sich bewährt, die entsprechenden Stellen im Mund zu kühlen. Da die ersten Zähne meistens vorne durchbrechen, eignen sich gekühlte Beißringe gut. Diese kannst du deinem Baby geben und es kann die Gegenstände mit dem Mund erforschen und gleichzeitig das Zahnfleisch kühlen. Ansonsten gilt auch beim Zahnen: Nähe, Nähe, Nähe. Wenn die Eltern da sind, halten die Kleinen leichte Wehwehchen meist besser aus als ganz allein. 

Es ist zu warm oder zu kalt

Weint dein Baby im Schlaf, kann dies auch daran liegen, dass ihm zu warm oder zu kalt ist. Meist packen Eltern ihre Babys zu dick ein. Achte darauf, dass das Schlafzimmer eine eher kühle Temperatur zwischen 16 und 18 Grad hat. Dann reicht zum Schlafen meist ein dünner Baumwollschlafanzug und ein Schlafsack.

Ob deinem Baby zu warm oder zu kalt ist, testet du am besten, indem du zwei Finger in den Halsausschnitt am Nacken legst. Ist es dort kalt, friert dein Baby womöglich. Ist es dort warm und feucht, ist deinem Baby höchst wahrscheinlich zu heiß. Auf letzteres weist auch ein rotes Köpfchen hin. 

Hunger

Gerade in den ersten Wochen kann dein Baby noch nicht viel Energie speichern und muss alle paar Stunden gefüttert werden. Weint es nachts im Schlaf, könnte das also auch darauf hinweisen, dass dein Baby gleich seine nächste Mahlzeit verlangt. Ist dies der Fall, wird das leise Weinen mit großer Wahrscheinlichkeit in forderndes Schreien übergehen. Bei Neugeborenen kommt zum Weinen meist ein Schmatzen dazu. In diesem Fall solltest du deinem Kind die Brust oder das Fläschchen geben.

Volle Windel

Oftmals ist nächtliches Weinen ein Hinweis darauf, dass die Windel nass oder voll ist. Wenn dein Baby im Schlaf weint, fühle doch einfach mal, ob die Windel gewechselt werden muss. Gerade wenn dein Kind nachts noch gefüttert wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Windel über Nacht füllt. Wenn du die Windel nachts wechselst, solltest du dies möglichst im gedämmten Nachtlicht tun, damit dein Baby nicht komplett wach wird, sondern leicht weiter schlummern kann. 

Wenn das Baby im Schlaf weint – ungefähre Schreidauer 

Wie oben bereits erwähnt, ist es ganz normal, dass Babys im Schlaf weinen oder gerade nachts schreien. Es wurde in der Vergangenheit eine durchschnittliche Schreidauer in den ersten Lebensmonaten ermittelt, an der du dich etwas orientieren kannst. Nun solltest du natürlich nicht mit einer Stoppuhr neben deinem Kind stehen und nachmessen, es ist nur ein ungefährer Wert zur Orientierung. So wie es Babys gibt, die so gut wie gar nicht schreien, gibt es auch viele Babys, die wesentlich mehr weinen und schreien.

Durchschnittliche Schreidauer innerhalb von 24 Stunden:

2 bis 6 Wochen: ca. 1,5 Stunden

ab der 6. Woche: ca. 2,5 Stunden

ab der 16. Woche: ca. 1 Stunde

Wenn das Baby im Schlaf weint und es dir zu viel wird

Egal wieviel dein Baby nachts im Schlaf weint und schreit: Jede Mutter und jeder Vater geht anders damit um. Manche Eltern haben Nerven wie Drahtseile und kommen gut durch die anstrengenden, schlaflosen Monate und andere gehen schon nach kurzer Zeit auf dem Zahnfleisch. Wenn du merkst, dass du mental oder körperlich nicht mehr kannst, dann solltest du dich unbedingt anderen Menschen anvertrauen und dir Hilfe holen. Verwandte oder Bekannte können dich sicherlich unterstützen, indem sie mal das Kind hüten, während du ein paar Stunden Schlaf nachholst. Dein:e Ärzt:in (Gynäkolog:in, Hausärzt:in oder auch der:die Kinderärztin) kann dich auch unterstützen bzw. dir sagen, an wen du dich wenden kannst, wenn du Unterstützung benötigst. Zudem gibt es seit vielen Jahren schon spezielle Beratungsstellen für Eltern mit schreienden Kindern, die sogenannten "Schreiambulanzen". Auch hier wird man versuchen, dich bestmöglich zu unterstützen.

Quellen:

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