Betreuung
 
So gelingt die Krippeneingewöhnung

Krippeneingewöhnung
Thinkstock - Antonio_Diaz
Inhalt: 
Kinderkrippe - ein neuer LebensabschnittWie läuft die Eingewöhnung in der Kinderkrippe ab?Wie geht es nach dem Eingewöhnungsgespräch weiter?Wann kommt es zum ersten Abschied?Und wenn sich das Kind gut von der Mutter trennen kann?Wie lange dauert die Eingewöhnung normalerweise?Das größte Problem für die Eltern ist die Trennung an der Gruppentür. Wie schafft man es am besten, dass keine Tränen fließen?Gibt es bei der Eingewöhnung unterschiedliche Konzepte?Gibt es ein Alter, indem die Kleinen sich am besten eingewöhnen?Was ist, wenn Babys noch gestillt werden?Was ist von Seiten der Kinderkrippe bei der Eingewöhnung zu beachten?Wie glückt eine Eingewöhnung am besten?Wie werden die Eltern bei der Eingewöhnung begleitet?Welchen Kindern fällt die Eingewöhnung besonders leicht?Helfen Rituale?Gibt es Kinder, denen es besonders schwer fällt?

Gibt es bei der Eingewöhnung unterschiedliche Konzepte?

Neben dem Berliner Modell gibt es noch das Münchener Modell. Beide Konzepte sind meiner Ansicht nach sehr ähnlich. Das Münchner Modell plädiert für mehr Zeit und nicht nur den ausschließlichen Fokus auf das Verhältnis von Kind und Bezugsbetreuer. Im Grunde finde ich aber, dass beide Konzepte völlig in Ordnung sind und es keine Rolle spielt, für welche Variante sich eine Krippe entscheidet. Hauptsache ist, die Krippe arbeitet bei der Eingewöhnung wirklich nach einem festen Plan.

Gibt es ein Alter, indem die Kleinen sich am besten eingewöhnen?

Die meisten Kinder kommen im Alter zwischen neun Monaten und zwanzig Monaten in die Krippe. Das ist genau das Alter, in dem Kleinkinder ein Bindungsgefühl entwickeln. Jetzt fangen sie an, auf Trennungen von Bezugspersonen emotional zu reagieren. Dementsprechend ist natürlich die Eingewöhnung von Babys unproblematischer, weil sie noch keine Trennungsangst haben. Hier fällt es aber oft den Müttern schwerer, ihre Kinder erstmals in fremde Hände abzugeben. Viele sind am Ende aber erstaunt, wie leicht sich ihr Baby an die neue Situation gewöhnt. Das kann manchmal so weit gehen, dass es eine gewisse Frustration der Mütter über die so emotionslose Übergabe in die Krippenbetreuung gibt. Bei Kindern, die sehr früh eingewöhnt werden, kommt es im Ausgleich dazu manchmal Monate später zu einer verzögerten Fremdelphase. Die Kinder reagieren dann wie ganz neu eingewöhnte Kinder, obwohl sie schon seit Monaten bei uns sind: Erst jetzt haben sie realisiert, dass die Eltern nicht in der Krippe bleiben. Diese Phase ist jedoch erfahrungsgemäß schnell wieder vorbei. Gewöhnen wir dagegen ältere Kinder ab zwei Jahren in die Krippe ein, sieht die Sache wiederum ganz anders aus. In diesem Alter haben die Kleinen gerade einen großen geistigen Entwicklungssprung gemacht: Sie können nun zwischen "Ich" und "Du" unterscheiden und Folgereaktionen von Handlungen abschätzen und einkalkulieren. Sie wissen also: Wenn ich ganz doll weine, kommt die Mama zurück! Sie versuchen also, die Interaktion mitzusteuern und weinen bewusst, manchmal theatralisch, weil sie möchten, dass die Eltern wieder kommen. In diesem Alter ist es besonders wichtig, das Trennungsverhalten des Kindes gut zu beobachten und einzuschätzen, in welcher Entwicklungsphase das Kind tatsächlich ist. Hier kann es für eine gelungene Eingewöhnung nämlich manchmal auch wichtig sein, den Kindern zu zeigen, dass Tränen die Eltern nicht zurückholen. Die richtige Einschätzung des Kindes in dieser Altersgruppe ist nicht immer ganz einfach und braucht Erfahrung. Da komme ich als Krippenpsychologin dann gelegentlich mit ins Spiel und tausche meine Einschätzung mit dem Team aus.