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Fliegergriff Diese Trageposition ist sicher und hilft bei Koliken

Ein Baby liegt im Fliegergriff auf dem Unterarm seines Vaters
© OndroM / Shutterstock
Der Fliegergriff ist eine tolle Trageposition für Babys und Neugeborene. Insbesondere bei schmerzhaften Blähungen und Koliken hat sich die Trageposition bewährt. Bei uns erfährst du, wann der Fliegergriff sinnvoll ist, wie du ihn sicher anwendest und welche Vorteile es noch gibt.

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Beim Fliegergriff trägst du dein Baby in Bauchlage auf deinem Arm liegend. Das Köpfchen liegt dabei sicher in deiner Armbeuge und deine Hand umschließt den äußeren Oberschenkel deines Babys. Arme und Beine deines Kindes hängen links und rechts von deinem Arm herab. 

Anleitung: So hältst du dein Baby im Fliegergriff

Für unsere Step-by-step-Anleitung haben wir die Kinderphysiotherapeutin Jeannine Gräfin Praschma befragt. Sie ist Expertin bei dem Thema und schult regelmäßig Eltern darin, wie sie ihre Babys sicher und entwicklungsfördernd hochheben und tragen können. Dazu gehört auch der Fliegergriff.

  1. Wenn dein Baby vor dir auf dem Rücken liegt, greifst du erst einmal mit einer Hand auf den Rumpf, dein Daumen ist auf der einen Seite, deine anderen Finger auf der anderen Seite des Rumpfes.
  2. Dein Unterarm liegt möglichst zwischen den Beinen deines Kindes, dann liegt es sicher. Jetzt kannst du dein Baby zuerst vorsichtig auf die Seite drehen. Drehe dann noch weiter, bis dein Baby wirklich auf deinem Unterarm liegt und du es so hochheben kannst.
  3. Dein Arm fährt nun wie ein Kran vor deinen Bauch. Greife nun mit deinem anderen Arm durch die Arme deines Babys durch, sodass der Kopf deines Babys bequem in deiner Armbeuge Platz findet.
  4. Du kannst dein Baby entweder mit einer Hand im Fliegergriff halten oder die zweite Hand benutzen, um den äußeren Fuß zu ergreifen und so das Bein zu beugen. Das kann für zusätzliche Entlastung bei Bauchschmerzen sorgen. 

In unserem Video siehst du, wie du dein Baby sicher hochnehmen kannst. Der Fliegergriff wird ebenfalls demonstriert.

Ein Frau hebt ihr Kind hoch, das sich sehr freut und lacht.

Was kann der Fliegergriff?

  • Die Haltung und der damit verbundene leichte Druck auf den Bauch können deinem Baby helfen, überschüssige Luft aus dem Bauch heraus zu befördern und damit Bauchschmerzen und Koliken zu lindern.
  • Der Fliegergriff sorgt für einen schönen und angenehmen Körperkontakt.
  • Er trainiert die Bauchlage und verbessert das Gleichgewichtsgefühl.
  • Die Babys können in eine schöne gebeugte Haltung kommen, Überstreckungen werden verhindert.
  • Du hast eine Hand frei.

Wie lange kann ich mein Baby im Fliegergriff tragen?

Diese Halteposition funktioniert bereits bei Neugeborenen und kann so lange praktiziert werden, bis die Kinder nicht mehr auf den elterlichen Unterarm passen oder zu schwer geworden sind. Das ist also ganz individuell und von Kind zu Kind unterschiedlich. 

In den ersten drei Lebensmonaten hat dein Nachwuchs aber vielleicht mit 3-Monats-Koliken zu kämpfen und gerade in dieser Zeit verschafft die Trageposition Erleichterung. Es ist außerdem ratsam, nicht erst auf die Schmerzen deines Babys zu reagieren, sondern den Fliegergriff als regelmäßige Trageposition zu etablieren. So kannst du schon Abhilfe verschaffen, bevor dein Baby Schmerzen hat. 

Was muss ich noch beachten?

Der Fliegergriff hilft beim Bäuerchen machen und insbesondere, wenn die Bauchschmerzen nach dem Stillen oder Fläschchen geben auftreten. Dennoch ist es ratsam, eine halbe Stunde nach dem Essen zu warten und dein Kind erst dann im Fliegergriff zu halten. Sonst könnte es sein, dass der Druck zu groß ist und es zu spucken beginnt. 

Außerdem betont Jeannine Praschma: "Die Abwechslung macht den Erfolg. Eltern sollten die Signale ihres Kindes lesen: Wenn das Kind signalisiert, dass es sich in der Position unwohl fühlt, sollten sie entsprechend reagieren. Auch sollten Eltern die Abwechslung nutzen um Verspannungen sowie Überlastungen zu vermeiden."

Ihr könnt auch einmal ausprobieren, wie sich der Fliegergriff anfühlt, wenn euer Baby nur eine Windel trägt und auf eurem nackten Unterarm liegt. Diese ganz besondere Nähe und die Wärme eurer Haut können zusätzlich gegen die Bauchschmerzen helfen und beruhigend wirken.

Ist die Bauchlage nicht eigentlich zu vermeiden?

Auch hierzu haben wir unsere Expertin befragt. "Die Bauchlage ist eindeutig im Schlaf der Babys die Position, in der der plötzliche Säuglingstod am häufigsten im Vergleich zur Rückenlage eintritt. Die Zahlen sind eindeutig. Grundsätzlich sollte die Bauchlage im Wachzustand der Babys unbedingt geübt werden. Beim Tragen auf dem Arm können die Eltern die Atembewegung des Kindes spüren und sofort reagieren, wenn der Atem aussetzen sollte."

Den Fliegergriff könnt ihr also bedenkenlos ausprobieren und schauen, wie euer Baby darauf reagiert. Vielleicht ist es zunächst unruhig wegen der ungewohnten Haltung. Ihr müsst hier nichts forcieren. Probiert aus, was eurem Kind guttut und wie es – je nach Tagesform – darauf reagiert. Auch für euch selbst könnt ihr testen, mit welchem Arm euch das Tragen leichter fällt oder ob ihr zwischendurch einfach einmal wechselt für ein wenig Entlastung. Denn natürlich gilt auch hier: Euer Baby spürt, wenn ihr selbst entspannt seid und die Trageposition auch angenehm für euch ist. 

Lesetipp: Dein Baby überstreckt sich? Hier erklären wir, welche Gründe das haben kann und was hilft.

Verwendete Quellen:

ELTERN

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