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Hilfe, mein Baby hustet Die wichtigsten Infos und Tipps zu Husten bei Säuglingen und Kleinkindern

Baby hustet auf Mutters Arm
© pololia / Adobe Stock
Schon wieder erkältet! Alles schnieft, keucht – und euer Baby hustet gleich mit. Die Nächte sind für alle besonders quälend. Wir sagen, wie ihr die unterschiedlichen Hustenarten erkennt, womit ihr eurem Kind jetzt helfen könnt und wann ihr lieber zum Kinderarzt geht.

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An sich ist Husten keine Krankheit, sondern – frei nach dem Motto: Nichts wie raus mit dem, was da stört! – ein nützlicher Schutzreflex des Körpers, um die Atemwege zu frei zu pusten. Es muss nicht immer eine Erkältung oder Krankheit dahinterstecken.

Trotzdem ist es kein Wunder, dass bei Eltern die Alarmglocken schrillen, wenn das Baby hustet. Das klingt das einfach herzzerreißend. Und wenn das Kleine sich so anstrengen muss und der Kopf knallrot anläuft, möchtest du natürlich alles richtig machen und auch kein Risiko eingehen. 

Welche Hustenarten gibt es und wie hören sie sich an?

Fachleute unterscheiden den akuten Husten, der meist nach ein paar Tagen vorübergeht, vom chronischen Husten, der acht Wochen und länger andauert. Schlechte Raumluft, zum Beispiel durch Zigarettenrauch, kann bei Babys und Kleinkindern chronischen Husten auslösen. 

Produktiver Husten: Hat sich (zu) viel Sekret in den Atemwegen gebildet, klingt der Husten rasselnd und verschleimt. Er heißt produktiver Husten, weil dadurch der Schleim abgehustet werden kann. Er reinigt die Atemwege – auch wenn das Kind einen Fremdkörper verschluckt hat.

Trockener Husten: Er tritt häufig zu Beginn von Erkältungskrankheiten auf und wandelt sich häufig nach einigen Tagen in feuchten Husten. Aber auch bei Asthma oder Pseudo-Krupp (siehe unten) kommt es zu dem bellendem Reizhusten. Er ist unproduktiv, befördert also keinen Schleim aus den Bronchien. Mitunter hält er noch an, auch wenn die anderen Erkältungssymptome bereits abgeklungen sind.

Welche Krankheiten melden sich mit Husten als Symptom?

In den meisten Fällen stecken Erkältungsviren dahinter. Außer bei ganz kleinen Säuglingen schafft es das Immunsystem nach ein paar Tagen, die Symptome auch ohne besondere Therapie abklingen zu lassen.

In allen anderen Fällen jedoch geht ihr mit dem kranken Baby sicherheitshalber zu eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt. Denn erst wenn die Ursache abgeklärt ist, kann gegebenenfalls die passende Behandlung erfolgen.

  • Erkältung, grippaler Infekt: Ausgelöst in den allermeisten Fällen durch Erkältungsviren, das bedeutet, Antibiotika sind gegen sie macht- und sinnlos. Der Körper reagiert auf die Keime, indem er verstärkt Sekret bildet, um es samt der Erreger darin – schnupfend oder hustend – herauszuspülen.
  • Bronchitis: Führen Erkältungsviren zu einer Entzündung der unteren Atemwege, der Bronchien, sprechen Expert:innen von einer Bronchitis. Sie äußert sich in erster Linie durch Husten.
  • Lungenentzündung: Husten mit Fieber und Kurzatmigkeit weisen auf eine Lungenentzündung hin, eine durch Bakterien hervorgerufene, ernste Erkrankung, die sofort in ärztliche Behandlung gehört.
  • Keuchhusten: Ebenfalls bakteriellen Ursprungs. Kann vor allem bei Säuglingen zu gefährlichen Atemaussetzern führen.
  • Allergisches Asthma: Häufigste Ursache von chronischem Husten. Die Entzündung der Bronchialschleimhaut kann zum Beispiel auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückgehen. Wichtig ist, den allergieauslösenden Stoff ärztlich identifizieren zu lassen und das Allergen in der Folge konsequent zu meiden.
  • Pseudokrupp, Krupphusten: Bellender Hustenanfall mit Heiserkeit und pfeifenden Geräuschen beim Atmen. Er tritt vermehrt nachts auf. Die Schleimhäute von Kehlkopf und Luftröhre sind so angeschwollen, dass das Luftholen schwerfällt. 

Wie lässt sich Husten bei Babys lindern?

Weil Husten in erster Linie als Schutzmechanismus dient, ist es für die Genesung meist förderlicher, ihn nicht gleich medikamentös zu unterdrücken.

Mit verschiedenen Hausmitteln lassen sich die Beschwerden aber erträglicher machen, auch bei Babys und Kleinkindern. Dabei kommt es allerdings darauf an, um welchen Husten es sich handelt – um produktiven oder trockenen Husten:

Abhusten erleichtern 

  • Trinkmenge erhöhen – dadurch verflüssigt sich der festsitzende Schleim und lässt sich leichter (produktiv) abhusten. Am besten eignet sich warmes Wasser oder ungesüßter Tee für Babys.
  • Efeu, Primel, Süßholz, Thymian – pflanzliche Inhaltsstoffe, die ebenfalls bewirken, dass sich das Sekret verflüssigt (alternativ: Engelwurzbalsam). 
  • Klopfmassage  – haltet dafür euer Baby auf dem Arm und klopft sanft rechts und links der Wirbelsäule entlang. Das kann helfen, den festsitzenden Schleim zu lockern.
  • Zwiebelsirup (bei Babys ab sechs Monaten) – 1–2 Zwiebeln schälen, würfeln. Mit 2–3 EL Zucker mischen, in einem verschlossenen Glas mindestens zwei Stunden ziehen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zwiebeln abseihen, fertig. Lichtgeschützt und kühl aufbewahren, mehrmals am Tag 1–2 EL geben. Erst nach Ende des ersten Lebensjahres den Sirup mit Honig statt Zucker ansetzen.

Hustenreiz beruhigen

  • Eibischwurzel oder Isländisch-Moos – rezeptfrei erhältlicher Hustensaft mit Auszügen dieser Heilpflanzen wirkt bei trockenem Reizhusten wohltuend und schmerzlindernd.
  • warme Milch – bei Kindern über einem Jahr auch mit Honig.
  • Quarkwickel (bei Babys ab sechs Monaten) – Speisequark in die Mitte eines sauberen Geschirrtuchs legen, Seiten einschlagen. Quarkpaket unter der Wärmflasche oder im Backofen kurz auf Zimmertemperatur erwärmen und dann auf die Brust des Kindes legen. Mit einer Wolldecke gut zudecken und so lange dort belassen, wie es das Baby zulässt.

Wichtig: Ihr könnt auch Hustensaft geben, aber sicherheitshalber nur nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin. Und immer die Altersangabe und Dosierempfehlung auf der Packungsbeilage beachten, manche Präparate sind erst ab sechs oder 12 Monaten zugelassen. Hier lest ihr alles über Hustensaft fürs Baby

Woran erkennt ihr, ob es etwas Ernstes ist?

Im Rahmen eines normalen Infektes der Atemwege, einer einfachen Erkältung, ist Husten ein sinnvoller Helfer, der nicht unbedingt unterdrückt gehört. Es gibt aber Warnsignale, die auf eine gravierendere Ursache des Hustens hindeuten und immer eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern:

  • akute Atemnot
  • starker, plötzlich auftretender Hustenanfall, weil das Kind möglicherweise einen Fremdkörper verschluckt hat
  • deutliche Nebengeräusche beim Ein- und Ausatmen
  • Fieber und Kurzatmigkeit
  • Bei Babys im ersten Lebensjahr: Sie wirken zusätzlich schlapp, sind sehr blass, haben bläuliche Lippen oder husten länger als drei Tage.
  • Bei Kleinkindern nach dem ersten Lebensjahr: Der Husten hält länger als zwei Wochen ohne hustenfreie Tage an.

Welche Mittel sind nicht geeignet, wenn das Baby hustet?

Babys sind nicht einfach nur Menschen in klein. Weil viele Organe und Organsysteme sich erst noch entwickeln müssen, können sie manche Stoffe noch nicht vertragen. 

  • Viele Arzneimittel, die Pfefferminzöl, Eukalyptus, Menthol oder Kampfer enthalten, sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet. Im Gegenteil, die ätherischen Öle können beim Baby sogar zu Atemproblemen und sogar Erstickungsanfällen führen! 
  • Honig kann, ebenso wie Ahornsirup, den gefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen. Das liegt an Bakterien, die im Darm von Säuglingen Gifte bilden.
  • Hustensäfte oder -tropfen für Erwachsene, die Alkohol enthalten oder die den Hustenreiz blockieren (Antitussiva).

Was können Eltern zusätzlich tun?

3 Tipps, die neben Medikamenten oder bewähren Hausmitteln helfen, wenn euer Baby Husten hat:

  1. Luftfeuchtigkeit erhöhen: Ihr könnt feuchte Tücher auf die Heizung legen oder einfach den Wäscheständer mit der nassen Wäsche in der Nähe des Babybettchens aufstellen. Trockene Heizungsluft verstärkt den Hustenreiz noch und belastet die Schleimhäute.
  2. Oberkörper höher lagern: Unter die Matratze am Kopfende ein zusammengefaltetes Handtuch oder ein flaches Kissen legen. Wenn sein Köpfchen etwas höher liegt, bekommt das Kind besser Luft. In den ersten Monaten eignet sich die Seitenlage besser.
  3. Raus ins Freie: Warm eingepackt an der frischen Luft spazieren gehen, tut auch bei Husten gut. Aber nur, wenn das Baby kein Fieber hat.

Quellen:

ELTERN

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