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Babyhaare Wann deinem Kind der erste Haarschopf wächst und warum er gleich wieder ausfällt

Babyhaare: Drei Babys mit unterschiedlichen Haaren schauen uns, auf dem Bauch liegend, an
© pirotehnik / Adobe Stock
Feiner Flaum oder wilder Wuschelkopf: Jedes Baby ist von Beginn einzigartig, auch auf dem Kopf. Hier erfährst du alles über die ersten Haare, wie sehr sie sich noch verändern und welche Pflege sie brauchen – oder auch nicht.

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Haar oder nicht Haar – das ist eine der Fragen, die werdende Eltern beschäftigt. Zugegeben, es gibt durchaus wichtigere, aber der Blick auf eine x-beliebige Neugeborenenstation zeigt: Manch ein Baby kommt nun einmal oben ohne auf die Welt, andere haben einen zarten Flaum auf dem Kopf und wieder andere sehen aus wie der Struwwelpeter. So geht es anschließend mit dem Babyhaar weiter.

Wann bekommt ein Baby Haare?

Bereits ganz früh in der Schwangerschaft, etwa bis zur 12. Schwangerschaftswoche bilden sich die Haarfollikel. Sie produzieren die verschiedenen Arten von Haaren:

  • Lanugohaar
  • Vellushaar
  • Terminalhaar

Noch im Mutterleib wächst das sogenannte Lanugohaar. Diese Flaumbehaarung bewahrt die zarte Haut davor, durch das Fruchtwasser aufzuweichen. Sie fällt gegen Ende der Schwangerschaft aus, Reste davon sind aber häufig noch nach der Geburt zu sehen, vor allem an den Augenbrauen und auf den Schultern.

Die ersten echten Haare der Körperbehaarung heißen Vellushaare oder Wollhaare. Sie haben noch kein Mark, sind sehr fein und kaum pigmentiert. Deshalb dunkelt eine blasse Haarfarbe, wenn die Pigmente hinzukommen, meist mir der Zeit nach. Bürsten kannst du den Flaum mit einer weichen Babybürste.

Ob dein Baby mit oder ohne Kopfhaare auf die Welt kommt, hat nichts damit zu tun, ob es später dichtes oder lichtes Haar haben wird. Manche Neugeborene haben schon einen richtigen Wuschelkopf und andere eben nicht – jede Variante ist völlig normal. Es kann sein, dass es ein, zwei Jahre dauert, bis dem Säugling ein Haarschopf wächst. Keine Sorge, das wird schon!

In der Pubertät sorgen Hormone dafür, dass aus dem Vellushaar das "erwachsene", kräftige und vollständig pigmentierte Terminalhaar wird. Neben dem Haupthaar auf dem Kopf zählen auch die Augenbrauen und die Schambehaarung dazu. 

Warum fallen Babyhaare wieder aus?

Jedes Haar fällt irgendwann aus. Seine Wachstumsphase hält durchschnittlich vier Jahre an. In der folgenden Übergangs- oder Rückbildungsphase wird das Wachstum langsam gestoppt und in der Ruhephase fällt es aus. Dann beginnt der Kreislauf von Neuem.

Bei Babys muss sich dieser Wachstumszyklus der Haare erst einpendeln. Das ist ein individueller Prozess, der von Kind zu Kind unterschiedlich lange dauert. 

Auch Hormone spielen dabei eine Rolle. In der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel der Mutter erhöht, was die Haare länger in der Wachstumsphase hält. Nach der Geburt fällt der Wert deutlich ab – auch beim Baby. Auf einen Schwung kommen also viel mehr Haare als üblich in die Ruhephase. Dann fallen schonmal deutlich mehr Haare aus, als gerade nachwachsen und bei einem dunkleren Haarschopf können kahle Stellen sichtbar werden. Auch bei Kindern mit hellem Haar kommt es ein paar Monate nach der Geburt zu diesem Haarausfall, nur ist er bei ihnen unauffälliger, weil die Haare so fein und flaumig sind.

Beim Baby kommt noch der Schädelwachstum hinzu: Im dritten Monat nimmt der Kopfumfang um 1 bis 2 cm pro Woche zu. Die Dehnung der Kopfhaut kann auch zu vermehrtem Haarausfall führen. Lies hier noch mehr über Haarausfall beim Baby.

Lässt sich das Wachstum von Babyhaaren beschleunigen?

Nein. Schneiden, rasieren, dran ziehen – das bringt alles nichts. Es hilft nur Geduld, diesen natürlichen Prozess geschehen zu lassen. Warte einfach ab, bis die Haare von alleine sprießen. Das kommt schon. Und außerdem ist ja jeder Babykopf süß und bezaubernd. Der ohne Haare genauso wie der mit Haaren. 

Ändert sich auch die Farbe noch?

Außer bei vererbtem schwarzen Haar ist das feine Babyhaar nur wenig pigmentiert und deshalb häufig hell. Kommen die Pigmente (Eumelanin und Phäomelanin) hinzu, kann es daher später noch nachdunkeln. Es können beispielsweise Kinder auch mit einem dunklen Schopf zur Welt kommen und später eher brünett sein. Denn erst mit dem Terminalhaar steht der Ton der endgültigen Haarfarbe fest. Und auch, ob das Haar gelockt bleibt.

Die Färbung hängt von der Mischung der Melaninpigmente ab. Je größer der Anteil an Eumelanin, umso dunkler die Haarfarbe – je mehr Phänomelanin, desto rötlicher. Ob dein Kind Locken hat oder schnurglattes Haar, ob es dick oder fein ist und wie viele Haare den Schopf bilden, ist ebenfalls genetisch festgelegt. Über die Forschung zur Haarfarbe von Babys kannst du hier noch mehr erfahren.

Müssen Babyhaare gewaschen werden?

Anfangs genügt es, wenn du die Haare deines kleinen Lieblings mit lauwarmem Wasser wäschst, um möglichen Schweiß zu entfernen – einmal in der Woche. Nimm dazu einen Schwamm oder weichen Waschlappen und streiche ganz sanft über das Köpfchen. Pass besonders auf die empfindliche Fontanelle auf, die Lücke zwischen den Knochen im Schädeldach, die erst mit der Zeit zusammenwächst. Nach dem Waschen Haut und Haare mit einem weichen Handtuch trocken tupfen.

Seife oder Shampoo brauchst du in den ersten Monaten noch nicht. Zum einen, weil das flaumige Haar noch gar nicht so sehr schmutzig werden kann und zum anderen, weil die zarte (Kopf-)Haut noch keine ausreichenden Schutzmechanismen ausgebildet hat, wie zum Beispiel die Talgproduktion. Die Mittel würden daher zu sehr reizen und austrocknen. 

Sobald das Haar dichter und voller geworden ist, etwa um den ersten Geburtstag herum, kannst du es auch einshampoonieren – am besten mit einem milden, schadstofffreien Babyshampoo. Du kannst jetzt auch einen Haartrockner benutzen, aber nur auf lauwarmer Stufe und mit mindestens 30 Zentimetern Abstand.

Wann wird es Zeit für den ersten Haarschnitt?

Als Faustregel kannst du dir merken: sobald die Haare in die Augen fallen oder wenn sie ständig verknoten. Wenn du selbst Hand anlegen möchtest, achte dabei auf diese Tipps:

  • Das Werkzeug: Eine scharfe Schere mit abgerundeten Spitzen verwenden.
  • Der Ort: Das Baby hinlegen, wo es nicht herunterfallen kann (du hast ja eine Schere in der Hand und könntest es bei schnellen Bewegungen nicht so gut festhalten).
  • Der Moment: Ein zufriedenes, sattes, ausgeschlafenes Baby erleichtert die Prozedur.
  • Die Kleidung: Ausziehen – so können keine kleine Härchen im Stoff hängen bleiben, die dann später kitzeln oder piksen.
  • Der Schnitt: Halte das Köpfchen fest und nimm eine kleine Haarsträhne zwischen die Finger. Vom Kopf weghalten – und schnipp! 

Oder du gehst zu speziellen Kinderfriseur:innen, die sich mit den noch ganz kleinen Kundinnen und Kunden bestens auskennen.

Quellen:

ELTERN

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