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Mein Baby schläft unruhig Was tun, wenn das Baby nicht schlafen kann?

Baby schläft unruhig
© taramara78 / Shutterstock
Viele frisch gebackene Eltern kennen es, wenn endlich ein wenig Ruhe eingekehrt ist und man sich auf ein paar Stunden Ruhe oder Schlaf freut. Doch dann passiert es: Das Baby schläft unruhig, wird ständig wach und schreit. Warum ist das so und was kann man tun, damit das Baby besser schläft? Wir haben die Antworten.

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"Du solltest schlafen, wenn dein Kind schläft." Diesen Rat hören Eltern immer wieder. Doch was, wenn das Baby unruhig schläft und die Eltern vom eigenen Schlaf abhält? Viele Eltern sind dann verzweifelt, weil sie ständig übermüdet sind und die Nerven immer schwächer werden. Um zu wissen, was man tun kann, damit das eigene Kind besser und fester schläft, sollte man zunächst verstehen, warum Babys überhaupt zu einem unruhigen Schlaf neigen.

Warum schläft mein Baby unruhig?

Wenn ein Baby unruhig schläft, ist das ganz normal, denn es muss in den ersten Monaten seines Lebens erst einmal zu einem geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus finden. Dieser entwickelt sich mit dem Reifungsprozess des Gehirns in den ersten Lebensmonaten. Ein Neugeborenes kennt nach seiner Zeit aus dem Mutterleib außerdem noch keinen Unterschied zwischen Tages- und Nachtzeit.

Zudem sind die Schlafphasen bei Erwachsenen und Babys unterschiedlich aufgeteilt bzw. haben unterschiedlich hohe Anteile am Gesamtschlaf. 

REM und Nicht-REM-Schlaf bei Erwachsenen und Babys

Der menschliche Schlaf besteht nämlich aus verschiedenen Phasen, unter anderem aus den sogenannten REM-Phasen (REM = Rapid Eye Movement) und Nicht-REM-Phasen. Die REM-Phase bezeichnet einen leichten Schlaf mit erhöhter Bewegung, lebhaften Träumen und raschen Augenbewegungen. Zudem sind Atem- und Herzfrequenz erhöht. Noch ist diese Schlafphase nicht vollends erforscht. Es wird jedoch vermutet, dass diese Schlafphase eng mit Lern- und Verarbeitungsprozesses des Gehirns verknüpft sind.

Die Nicht-REM-Phase teilt sich wiederum in drei Stadien auf: den Übergang zwischen Wachen und Schlafen, den stabilen Schlaf und den Tiefschlaf. Alle drei Stadien des Nicht-REM-Schlafs haben gemeinsam, dass Körpertemperatur und Blutdruck sinken und der Schlaf traumlos verläuft.

Ein Mensch durchlebt nachts im Schlaf mehrere Schlafzyklen mit REM- und Nicht-REM-Schlaf. Bei einem Erwachsenen dauert ein Schlafzyklus etwa 90 bis 120 Minuten, von denen etwa nur 20 bis 25 Prozent REM-Schlaf, also leichter Schlaf, sind. Bei Babys hingegen dauert ein Schlafzyklus gerade mal etwa 50 Minuten, wovon 50 Prozent auf unruhigen REM-Schlaf fallen. 

Dies lässt bereits erahnen, weshalb ein kleines Baby unruhig schläft. Hinzu kommt, dass die meisten Babys zwischen den Zyklen meist kurz wach werden und auch nach einer Reihe von etwa vier bis fünf Schlafzyklen, also nach etwa drei bis vier Stunden, eine zeitlang wach sind.

Mein Baby schläft unruhig: Tipps, wie du ihm helfen kannst

An den zuvor beschriebenen Schlafphasen und -zyklen deines Babys lässt sich nicht viel rütteln. Diese werden sich mit der Zeit ganz von allein entwickeln und umstellen. Doch du kannst dein Baby dabei unterstützen, insgesamt ruhiger zu schlafen und selbst wieder in den Schlaf zu finden, wenn es innerhalb der Schlaf-Zyklen aufwacht.

Erstelle ein Einschlaf-Ritual 

Wenn dein Baby unruhig schläft, kann es hilfreich sein, ein Schlaf-Ritual zu erstellen. Hierbei kann es sich um ein allabendliches Bad, Stillen, gemütliches Umziehen oder das Singen eines Schlafliedes handeln. Wichtig ist, dass dieses Ritual so regelmäßig und oft wie möglich, am besten jeden Abend, vollzogen wird. So kann sich dein Baby innerlich auf die Nachtruhe einstellen und besser einschlafen und mit der Zeit auch eher durchschlafen.  

Vermeide Aufregung am Abend

Dein Baby schläft unruhig? Dann kann es eventuell auch daran liegen, dass die Zeit vorm Schlafengehen zu aufregend war. Hierbei kann es sich um eine Reizüberflutung durch viele laute Geräusche, Hektik, Besuch oder zu wildes Spielen handeln. Achte also darauf, deinem Baby vorm Zubettgehen eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Für Aktivitäten vorm Schlafengehen eignen sich das Vorlesen einer Geschichte oder das Singen oder Abspielen eines Schlafliedes. Besuch solltest du – wenn es möglich ist – nicht für die Zeit kurz vorm Zubettgehen deines Babys planen. 

Schaffe einen deutlichen Unterschied zwischen Tag und Nacht

Für dein Baby sollte deutlich werden, wann Tag und wann Nacht, also Schlafenszeit, ist. Daher ist tagsüber möglichst viel helles Licht nötig, zum Beispiel draußen im Freien oder auch drinnen durch das Hereinlassen von viel Tageslicht. Abends hingegen ist es dann hilfreich, wenn du das Zimmer, in dem dein Spross schlafen soll, abdunkelst.

Passe die Schlafumgebung an

Zu einem guten Schlaf gehört für dein Baby eine passende Schlafumgebung – ein fester, ruhiger Platz für das Babybett, eine gute Durchlüftung des Raumes und eine auf dein Baby abgestimmte Matratze. Diese sollte am besten nicht zu hart und nicht zu weich und auf jeden Fall luftdurchlässig sein. Letzteres ist vor allem wichtig, damit dein Baby nachts nicht zu sehr schwitzt. Auch dies kann ein Grund sein, wenn dein Baby unruhig schläft.

Schaffe Nähe zwischen dir und deinem Baby

Viele Babys schlafen besser, wenn sie in der Nähe von Mama und/oder Papa sind. Daher empfiehlt sich gerade in den ersten Monaten ein Beistellbett oder auch das Familienbett. In eurer Nähe fühlt sich das Baby unter Umständen sicherer und schläft schneller wieder ein. Und auch für die Eltern ist es leichter, das Baby nachts zu beruhigen, wenn sie dafür nicht extra aufstehen müssen. 

Wickele dein Baby ein

Manche Baby mögen es gerne, fest eingewickelt bzw. "gepuckt" zu werden. Immerhin sind Babys diese Enge und das damit verbundene Gefühl der Geborgenheit auch aus dem Mutterleib gewohnt. Für das Pucken kannst du dein Baby fest einwickeln, so dass seine Arme dicht an seinem Körper liegen. Dies kannst du mit einem Baumwolltuch oder auch einem speziellen Pucktuch mit Klettverschlüssen machen. Sicherlich kann deine Hebamme dir zeigen, wie es geht, falls du unsicher bist.

Schaffe monotone Geräusche für dein Baby

Es gibt auch viele Eltern, die berichten, dass ihre Babys besser schlafen, wenn im Hintergrund monotone Geräusche, sogenannte "White noises", laufen. Dies kann Meeresrauschen oder auch ein Fön sein. Genau zu diesem Zweck gibt es im Internet zahlreiche Geräusche und Töne zum Herunterladen. Denn wer will schon die ganze Nacht den Fön neben das Bettchen legen?

Beruhige dein Baby, wenn es aufwacht und weint

Wenn dein Baby unruhig schläft und aufwacht, solltest du es nicht direkt hochnehmen. Warte lieber erst einmal ab, ob es vielleicht von allein wieder in den Schlaf findet. Sollte es weinen, kannst du es beruhigen, indem du deine Hand auf seinen Bauch legst oder es sanft streichelst und leise mit ihm sprichst. So merkt es, dass es nicht allein ist und kann sich vielleicht schnell wieder beruhigen und weiterschlafen. 

Das Baby schläft plötzlich wieder unruhig

Dein Baby schläft unruhig, obwohl es eine zeitlang schon richtig gut durchgeschlafen hat? Auch dieses Phänomen ist ganz normal und eine Phase, die – wie alle anderen – wieder vorüber geht. Trotzdem kannst du überlegen, ob es dafür vielleicht eine bestimmte Ursache gibt.

Dein Baby zahnt oder hat andere Schmerzen

Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, macht das Babys gerade nachts zu schaffen. Die meisten Babys schlafen dann unruhiger. Hat dein Kind Schmerzen, kann Kühlung helfen, beispielsweise durch einen im Kühlschrank gelagerten Beissring – und natürlich ganz viel Zuwendung und Streicheleinheiten.

Es kann auch sein, dass dein Baby nach einer Impfung unruhig schläft. Dann hilft meist auch nur ganz viel Nähe, damit dein Baby sich geborgen fühlt.

Aua, schnelle und gute Hilfe beim Zahnen

Dein Baby wurde gerade abgestillt

Das Abstillen ist ein großer Schritt – für dich, aber insbesondere auch für dein Baby.  Viele Kinder reagieren darauf mit unruhigem Schlaf. Auch hier handelt es sich um eine Phase, die wieder vorübergeht und der du am besten mit ganz viel Ruhe und Zuwendung für dein Kind begegnest. 

Dein Baby bekommt Beikost

Genauso wie das Abstillen eine große Umstellung ist, so ist auch der Wechsel zu fester Nahrung aufregend für dein Kind. Viele Babys werden in dieser Zeit zappeliger und können auch nachts nicht so gut schlafen. Wenn auch dein Baby unruhig schläft, ist dies ein Zeichen dafür, dass es die Umstellung mental verarbeitet und sich weiterentwickelt. Auch wenn es manchmal schwer fällt: Versuche die unruhigen Nächte positiv zu sehen. Sie werden bald vorüber gehen, aber dein Baby lernt in dieser Zeit viel.

So geht es richtig: Beikost einführen

Ab wann schlafen Babys nachts richtig?

Es gibt kein allgemein gültiges Raster, in das dein Baby passen muss. Jedes Kind ist anders und geht durch eine ganz individuelle Entwicklung. Daher sind die folgenden Zahlen nur ungefähre Richtwerte:

  • 1 bis 3 Monate: In dieser Zeit schlafen Babys tagsüber 8 bis 9 Stunden und nachts weitere 8 Stunden. Allerdings nicht am Stück, denn eine Schlafperiode dauert meist nicht länger als 2 bis 3 Stunden, was bedeutet, dass dein Kind sich vermutlich zwischendurch immer wieder meldet. Meist deshalb, weil dein Kind am Anfang noch nicht so viel Energie speichern kann und alle paar Stunden etwas trinken muss.
  • 4 bis 5 Monate: Nun können viele Babys schon 5 bis 6 Stunden am Stück schlafen. 
  • Ab dem 1. Geburtstag: Viele Kinder können nun schon 8 bis 10 Stunden am Stück schlafen.

Verzweifele nicht, wenn dein Kind mit einem Jahr nicht regelmäßig durchschläft. Das ist in den seltensten Fällen so. Auch wenn dies ein paar Tage oder Wochen klappt, wird es immer wieder Phasen geben, in denen dein Baby unruhig schläft. Und natürlich gibt es auch viele Kinder, bei denen es deutlich länger (einige Jahre) dauert, bis sie regelmäßig durchschlafen.

Dein Baby schläft unruhig und du bist am Ende?

Über Wochen oder Monate nicht ausreichend zu schlafen, kann Eltern extrem zu schaffen machen – körperlich und mental. Meist hilft es schon ein wenig, wenn man den Grund für das unruhige Schlafen des Babys kennt. In diesem Fall muss man sich zumindest keine großen Sorgen um den Spross machen. Ausgeschlafener ist man deshalb natürlich noch nicht.

Falls dir die Übermüdung sehr stark zu schaffen macht, vertraue dich deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Ärztin oder Menschen in Freundeskreis und Familie an. Es ist wichtig, darüber zu reden. Zudem gibt es die Möglichkeit, dass dir jemand aus deinem Bekanntenkreis ab und zu hilft, beispielsweise das Kind hütet, während du ein paar Stunden Schlaf nachholst. 

Es gibt aber auch Beratungsstellen, die Hilfe zu diesem Thema anbieten, sogenannte "Schreiambulanzen". Hier wirst du fachlich beraten und es gibt gezielte Hilfestellungen, damit dein Baby und natürlich auch du wieder ruhiger schlafen könnt.

Quellen:

ELTERN

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