Viel Diskussion ums erste Handy

"Ich wünsche mir auch ein eigenes Handy. Max hat sogar ein iPhone!!" Hast Du den Satz so, oder so ähnlich auch schon zu hören bekommen und fragst Dich, ob Dein Kind nicht noch zu jung für ein eigenes Handy ist? Es kommt drauf an! Wir geben Antworten auf wichtige Fragen.

Viel Diskussion ums erste Handy
iStock, JackF
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Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Kinder wachsen in einer digitalisierten Welt auf und werden einmal - noch viel selbstverständlicher, als wir Eltern es eh schon tun - über digitale Medien kommunizieren. Immerhin beschäftigen sich laut der Studie: DIVSI U9: Kinder in der digitalen Welt schon heute 23 Prozent der Dreijährigen mit Smartphones und haben das Wischen und Tippen intuitiv erlernt. Die Studie ergab außerdem, dass rund 1,2 Millionen Drei- bis Achtjährige regelmäßig online sind. Diejenigen, die noch nicht lesen und schreiben können, erkennen die entsprechenden Symbole zum Aufruf von Webangeboten.

 

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Smartphones schon für Kindergartenkinder?

Nur weil die Kleinen schon beeindruckend gut im Umgang mit unseren Smartphones sind und gekonnt die Symbole erkennen, die für ihre Spiele stehen, heißt das nicht, dass sie bereit für ein eigenes Smartphone sind. Wann ist es also Zeit für das erste eigene Handy? Eine pauschale Antwort auf die Frage gibt es nicht! Es kommt auf die Situation und das Kind im Einzelnen an. Geht Dein Grundschüler schon alleine einen langen Schulweg, fühlst Du Dich vielleicht selbst wohler, wenn er auf seinem Handy erreichbar ist.  Die KIM-Studie ergab für das Jahr 2014, dass beinahe jedes zweite Kind (47 Prozent) im Alter zwischen sechs und 13 Jahren ein eigenes Handy oder Smartphone besitzt. Eine gute Alternative zum brandneuen Smartphone für Den Grundschüler kann ein abgelegtes Handy von Mama, oder Papa sein. Am besten stattest Du es noch mit einer stabilen Schutzhülle aus, damit es nich kaputt geht, wenn der Ranzen mal mit Schwung in die Ecke gepfeffert wird.
 

Als erstes Handy ein Smartphone?

Dass das Internet zu weiten Teilen keine jugendfreie Zone ist, wissen wir alle. Zu viele verstörende Inhalte und gefährliche Kontakte tummeln sich dort. Mit Smartphones können sich Kinder aber, falls keine zusätzlichen Einstellungen getätigt werden, frei im Internet bewegen. Deshalb sollten Kinder auch erst dann ein eigenes Smartphone besitzen, wenn sie die Konsequenzen einer Online-Präsenz begreifen können. Die "EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz" klicksafe.de empfiehlt vollfunktionsfähige Smartphones nicht für Kinder unter 12 Jahren. Auf klicksafe.de findest Du Informationen zum sicheren Surfen im Internet. Hier gibts auch eine Checkliste, die Dir erste Anhaltspunkte liefert, ob Dein Kind reif genug für ein eigenes Smartphone ist.

Mit verschiedenen Apps und Zusatzeinstellungen kann man das Smartphone seines Kindes absichern und die Nutzung im Auge behalten:

  • Mit der Funktion Einschränkungen, auch Kindersicherung genannt, lassen sich bestimmte Apps und Funktionen auf dem iPhone sperren, oder einschränken. Wie das funktioniert erklärt Apple hier.
  • Eine Anleitung, wie man Android smartphones kindersicher macht gibt es auf den Seiten von internet-abc.de.
  • Der Kinder-Browser Meine-Startseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sichert Dein Kind beim Surfen im Internet vor unangemessenen Inhalten. Es gibt auch eine App für Tablets und Smartphones. Zusammen mit weiteren Einstellungen, die am Smartphone getätigt werden, wird das Smartphone Deines Kindes sicher. Die Anleitung hierzu, findest du praktischerweise auch in der App.
  • Wenn Du außerdem die Smartphone-Nutzung Deines Kindes im Auge behalten möchtest, kannst Du das mit speziellen Apps, von Deinem Smartphone aus tun. Zum Beispiel kannst Du die Nutzungsdauer für eizelne Apps bestimmen und Auszeiten festlegen. So kannst Du sicherstellen, dass nicht nachts unter der Decke weitergedaddelt wird oder, dass die Hausaufgaben ungestört erledigt werden. schau-hin.info empfiehlt beispielsweise die Vodafone Childprotect-App.

Auch wenn Du das Handy Deines Kindes mit einer Software schützt bzw. überwachst, ist es ist wichtig, dass Dein Kind versteht, warum es sein Smartphone nicht rundum die Uhr benutzen soll und warum es vor bestimmten Inhalten geschützt wird. Nur so kann es einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen. Gib Deinem Kind außerdem das Gefühl, dass es über alles, was es im Internet sieht, oder was ihm im Internet zustößt mit Dir sprechen kann, und zwar ohne dass es Ärger gibt. Schließlich kannst Du nicht alle Smartphones in seiner Reichweite kontrollieren.

Checkliste für eine vernünftige und sichere Smartphone-Nutzung

  • Sei selbst Vorbild und schau nicht bei jeder Gelegenheit auf dein Smartphone.
  • Haltet Handy- oder tabletfreie Zeiten für Eure Familie fest: so lernen Kinder, dass es Situationen gibt, in denen es unhöflich ist, sich mit seinem Handy zu beschäftigen. Zum Beispiel, wenn Besuch da ist, oder während der gemeinsamen Mahlzeiten.
  • Sprecht darüber, wie man vernünftig über das Internet kommuniziert. Eine gute Daumenregel ist: Wenn Du es jemandem nicht ins Gesicht sagen würdest, dann schreib es auch nicht per E-Mail, SMS oder also Post in ein Profil.
  • Diskutiert Soziale Netzwerke wie Snapchat, Instagram und Facebook und Instant-Messaging Dienste wie WhatsApp, und besprecht welche Seiten Dein Kind besuchen darf. Wichtiges zum Thema sicheres Chatten gibts auf chatten-ohne-risiko.de
  • Schaut Euch gemeinsam die Privatsphäreeinstellungen in sozialen Netzwerken an
  • Sprich mit Deinem Kind auch über das Thema Datenschutz. Niemand hat das Recht ein Foto einer anderen Person ungefragt ins Netz zu stellen. Was zu Bildern im Internet zu beachten ist, weiß Juristin Judith Hartig.
  • Mach ein nicht-öffentliches Profil und ein Pseudonym in Sozialen Netzwerken zur Nutzungsbedingung für Dein Kind und besprich mit ihm, wieviel es in Sozialen Netzwerken von sich preisgeben darf und wo die Grenzen sind.