Allergie und Babyernährung
 
Allergieschutz von Anfang an

Allergien nehmen zu. Kinder sind immer häufiger davon betroffen. Löst Kuhmilch Allergien aus? Darf ein Baby schon Fisch essen? Worauf kommt es bei der Babyernährung an, damit Ihr Kind von Allergien verschont bleibt? Eltern.de klärt die wichtigsten Fragen.

Bewahrt Stillen vor einer Allergie?

Allergie und Babyernährung: Allergieschutz von Anfang an

Jein. Ein Wundermittel ist das Stillen nicht. Dennoch ist Muttermilch die gesündeste Nahrung für Babys. Sie macht Babys Darmflora stabil. In die Muttermilch gelangen auch kleinste Spuren von dem, was eine stillende Mutter isst: Fisch, Nüsse oder auch Curry. So lernt das Immunsystem des Babys in feinster Dosierung die ganze Vielfalt der Nahrung kennen. Und später rebelliert es nicht gegen diese Nahrungsmittel.

Kann Flaschennahrung vor einer Allergie schützen?

Ja. Kann oder will eine Mutter nicht stillen, ist das erste halbe Jahr HA-Milch eine Alternative für allergiegefährdete Babys. Das sind nicht alle. Nur Babys, bei denen ein oder beide Elternteile an einer Allergie leiden, haben ein erhöhtes Allergierisiko. Alle anderen nicht gestillten Babys bekommen die ersten sechs Monate ganz normale Säuglingsmilch.

Löst Kuhmilch Allergien aus?

Jein. Früher galt die Regel: Keine Kuhmilch im ersten Lebensjahr, wenn Kinder allergiegefährdet sind. Von dieser strengen Regel sind die Wissenschaftler inzwischen abgerückt. Kuhmilch ist zwar nach wie vor eines der Lebensmittel, das bei Babys unter sechs Monaten die häufigsten Allergien auslöst, für das zweite Lebenshalbjahr gilt das aber nicht mehr. Ist das Baby also nicht genetisch vorbelastet, kann der Milch-Getreide-Brei durchaus mit Vollmilch zubereitet werden.
Gut zu wissen: Je früher eine Kuhmilchallergie auftritt, desto häufiger verschwindet sie auch wieder: 85 Prozent der betroffenen Babys vertragen Milch im dritten Lebensjahr wieder.

Früher Brei - höheres Risiko für Allergien?

Stimmt. Am besten erst ab dem fünften Monat zufüttern. Man weiß heute, dass es zwischen der 16. und 24. Lebenswoche ein sogenanntes Toleranzfenster gibt, in dem Babys neue Nahrungsmittel besonders gut vertragen. Bitte nach und nach neue Lebensmittel servieren, damit der milchgewohnte Babydarm sich langsam daran gewöhnen kann. Also, nur ein neues Lebensmittel pro Woche: In der ersten Woche Möhrenbrei. Gut vertragen! Dann in der zweiten Woche Kartoffeln dazu. Wieder gut vertragen! Dann gibt es in der dritten Woche Karotten, Kartoffeln plus Fleisch. So ist leicht zu erkennen, wenn das Baby etwas nicht verträgt.

Auf Fisch, Eier und Nüsse die ersten drei Jahre besser verzichten?

Nein. Auch da haben sich die Empfehlungen der Experten gelockert. Bis vor kurzem hieß es: Kinder aus Allergiker-Familien sollen bis zum Ende des ersten oder sogar dritten Lebensjahres auf Kuhmilch, Soja, Weizen, Fisch, Nüsse und Hühnereiweiß verzichten. Nach den neuen Erkenntnissen der Allergologen können Kuhmilch, Soja und Weizen ab dem zweiten Lebenshalbjahr ruhig auf dem Speiseplan stehen. Denn dann ist die kritische Phase vorbei, in der diese Lebensmittel überdurchschnittlich häufig Allergien auslösen. Also, bitte keine Anti-Allergie-Diät für das Baby. Ruhig Mut: Das Allergierisiko steigt nicht, wenn Baby auch mal Fisch in den Brei gemischt bekommt.

Weitere Informationen:
Allergie- und Asthmabund: www.daab.de
Präventions- und Interventionsnetzwerk PINA, www.pina-infoline.de