Baby-Gewicht
 
Ist mein Baby zu dick?

Viele Eltern machen sich Gedanken über das Gewicht ihres Babys: Ist mein Baby zu dick? Wird es auch später dick bleiben? Schützt Stillen vor Übergewicht? Hier sind die häufigsten Fragen plus Antworten.

Ist mein Baby zu dick?
Thinkstock, Siri Stafford

Wie entwickelt sich das Gewicht im ersten Lebensjahr?

Ein Baby nimmt rasant zu - und wird dabei automatisch auch immer dicker: Nach etwa vier bis sechs Monaten hat es sein Gewicht in etwa verdoppelt. An seinem ersten Geburtstag wiegt es circa dreimal so viel wie bei seiner Geburt. Es kommt aber nicht darauf an, wie viel das Kind aufs Gramm genau zulegt, Eltern brauchen es nicht ständig zu wiegen. Entscheidend ist, dass die Gewichtszunahme im richtigen Verhältnis zum Längenwachstum steht. Das überprüft der Kinderarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen mit Hilfe einer Kurve. Zur Beruhigung: Es kommt nur sehr selten vor, dass Babys krankhaft dick oder dünn sind.

Braucht ein Säugling Babyspeck?

Wenn ein Baby dick ist, ist das nicht von Nachteil: Die Pölsterchen dienen als Energiespeicher und als Isolierschicht gegen Kälte, der Babyspeck muss also nicht runter. Ein Kind, das kein Wonneproppen ist, braucht aber umgekehrt auch keine Extraportionen Milch, sondern nur so viel, wie es verlangt. Denn auch schlanke Babys sind gesund.Vermutlich haben sie eine entsprechende Veranlagung, und Mutter oder Vater waren früher ebenfalls zart. Nur wenn ein Baby stark abnimmt, muss der Kinderarzt um Rat gefragt werden.

Werden aus moppeligen Babys dicke Kinder?

Nein! Wenn Kinder zu laufen beginnen, verschwinden die Rundungen in der Regel. Aber: Bereits im ersten Jahr können die Weichen für ein falsches Essverhalten gestellt werden. Das geschieht, wenn ein Baby - sobald es unruhig ist oder weint - zu trinken oder zu essen bekommt, obwohl es gar keinen Hunger hat, sondern z. B. Langeweile oder eine volle Windel. So verliert ein Kind sein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl und wird zu einem "Nimmersatt" erzogen.

Sind gestillte Babys weniger dick?

Ja. Eine bayerische Untersuchung an fast 10.000 Schulanfängern ergab: Gestillte Kinder sind deutlich seltener dick als nicht gestillte. Hinzu kommt: Je länger gestillt wurde, desto niedriger der Anteil an übergewichtigen Kindern. Was nicht bedeutet, dass Flaschenkinder später automatisch dick werden. Entscheidend ist, dass sich die Eltern bei der Zubereitung der Fläschchen an die Dosierung halten, die auf der Packung angegeben ist. Wenn ein Kind weniger oder mehr trinkt als empfohlen, ist das auch kein Problem. Die angegebene Trinkmenge basiert auf Durchschnittswerten.

Wie können Eltern ihr Baby vor Gewichtsproblemen schützen

  • Bieten Sie ihm nur dann etwas an, wenn es Hunger hat. Nicht, wenn es aus Langeweile oder Müdigkeit quengelt.
  • Ihr Kind entscheidet, wie viel es trinkt beziehungsweise isst. Dreht es den Kopf zur Seite oder will es den Mund nicht aufmachen, ist es vermutlich satt.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind eine ruhige, entspannte Mahlzeit, gleichgültig ob es gestillt, mit der Flasche oder bereits mit dem Löffel gefüttert wird. Spielzeug oder Fernsehen lenkt ab.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind im zweiten Lebenshalbjahr an regelmäßige Familienmahlzeiten.
  • Drücken Sie Ihrem Kind nicht zwischendurch Keks, Brezel oder Flasche in die Hand. Gegessen wird am Tisch, sobald das Kind sitzen kann. Und nicht im Buggy, im Auto oder beim Spielen.
  • Verzichten Sie auf süße Tees und Säfte.
  • Geben Sie dem Baby ausreichend Möglichkeit, zu strampeln und zu krabbeln.

Darf man ein Baby auf Diät setzen?

Auf keinen Fall! Das ist nicht nur ungesund, es führt auch dazu, dass das Baby sein Hunger- und Sättigungsgefühl verliert. Und das Vertrauen in die Welt.