Krankes Baby
 
Alle Babykrankheiten auf einen Blick

Wenn Babys kränkeln, leiden Eltern mit. Damit Sie bei Bindehautentzündung, Ohrenschmerzen & Co. wissen, was Sie tun müssen: Hier die wichtigsten Soforthilfe-Maßnahmen plus Infos, wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt müssen.

Fieber

Krankes Baby: Alle Babykrankheiten auf einen Blick

So äußert sich Fieber:
Die normale Körpertemperatur eines Menschen schwankt etwa zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Von leichtem Fieber spricht man bei einer Temperatur zwischen 38 und 39 Grad, hohes Fieber hat man bei über 39 Grad uns sehr hohes Fieber bei über 40,5 Grad. Wenn man Fieber bekommt, beginnt man meist zu frösteln und zu frieren. Im weiteren Verlauf konzentrieren sich die Temperaturen auf bestimmte Körperregionen: Man hat kalte Füße und einen heißen Kopf und man schwitzt.

Babys haben noch keine gleichbleibende Körpertemperatur wie Erwachsene, sondern reagieren auf die äußeren Umstände. Wenn ein Baby also zu warm angezogen ist, steigt die Körpertemperatur, wenn es zu dünn angezogen ist, sinkt sie. Ein heißer Kopf muss bei Babys also nicht zwingend ein Signal für hohes Fieber sein.

Ursachen:
Mit Fieber wehrt sich der Organismus mittels hoher Körpertemperaturen gegen die Erreger: Auch höheres Fieber bedeutet also nicht gleich eine schwere Erkrankung, sondern ist vor allem ein Indiz dafür, dass die Abwehrmechanismen arbeiten.

So können Sie helfen:
Wenn Ihr Baby Fieber hat, geben Sie ihm viel zu trinken: Am besten Tee oder zimmerwarmes Mineralwasser. Dadurch wird der Flüssigkeitsverlust, der durch das Schwitzen entsteht, wieder ausgeglichen. Wichtig ist nicht, dass Ihr Baby viel auf einmal trinkt, sondern vor allem, dass es häufig Flüssigkeit zu sich nimmt. Deshalb können Sie ihm das Trinken auch gerne löffelchenweise geben. Achten Sie bitte auch auf die Urinausscheidung Ihres Kindes: Wenn es auffallend wenig Urin ausscheidet ist das ein erstes Anzeichen für eine Austrocknung.
Fiebersenkend wirken außerdem Wadenwickel: Umwickeln Sie jeden Unterschenkel zuerst mit einem feuchten lauwarmen Tuch und dann mit einem trockenen Tuch. Dieses Prozedere wiederholen Sie zwei bis drei Mal.
Ziehen Sie Ihr Baby möglichst luftig an und wechseln Sie die Kleidung, falls sie durchgeschwitzt ist. Auch sollte die Zimmertemperatur nicht zu hoch sein: Etwa 19 Grad reichen aus. Allerdings sollten Sie auf die Spaziergänge an der frischen Luft besser verzichten: Bleiben Sie mit Ihrem Baby zu Hause und gönnen Sie ihm viel Ruhe, um wieder gesund zu werden.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Grundsätzlich gilt: Im ersten Lebensjahr sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt, wenn die Temperatur über 38,5 Grad steigt. Je jünger Ihr Baby aber ist, desto früher sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Auch falls weitere Beschwerden, wie Durchfall oder Erbrechen hinzukommen oder Ihr Baby apathisch oder verändert wirkt, gehen Sie möglichst schnell zum Arzt. Der wird dann auch entscheiden, ob fiebersenkende Medikamente nötig sind. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie die besser nicht verabreichen.


Erkältung

So äußert sich eine Erkältung:
Bei einer Erkältung sind meist zunächst der Nasen- und Rachenraum und dann die Bronchien sowie die Nasennebenhöhlen befallen. Säuglinge reagieren auf eine Erkältung häufig mit einer Kombination aus Schnupfen und Rachenentzündung, manchmal kommt auch eine Blähungsbronchitis oder eine Mittelohrentzündung hinzu.
Bei Schnupfen atmet das Baby schwerer als sonst und es bilden sich Schleimblasen vor der Nase. Häufig haben die Kleinen auch beim Trinken Probleme, weil sie durch die Nase kaum Luft bekommen.
Bei einer Rachenentzündung mit Halsschmerzen verweigern die Kinder oft die Brust, die Flasche oder den Löffel, weil das Schlucken schmerzt. Das Kind weint und quengelt und größere Kinder fassen sich manchmal auch an den Hals. Möglich ist auch, dass es sich das Bäuchlein hält, weil Babys und Kleinkinder häufig jeden Schmerz auf die Körpermitte projizieren. Wenn Ihr Baby sich ans Ohr fasst, könnte dies ebenfalls bedeuten, dass (neben den Ohren) auch der Rachenraum entzündet ist: Die Verbindung vom Rachenraum zum Ohr ist bei Säuglingen noch sehr klein, weswegen die Bakterien und Viren wandern - deshalb können sich schnell Ohrenschmerzen einstellen.

Ursachen:
Zunächst wollen wir mit einem weit verbreitetem Mythos aufgeräumen: Denn entgegen der landläufigen Meinung kommt Erkältung nicht von "kalt". Das heißt: Nasse Füße oder frieren macht noch keine Erkältung - denn Voraussetzung dafür ist zunächst die Ansteckung mit Krankheitserregern. Die Viren und Bakterien werden entweder in der Luft oder über das Nasensekret anderer Kinder transportiert und gelangen so in den Organismus. Je besser der Körper abgehärtet ist, desto besser kann er sich gegen die Krankheitserreger wehren. Umgekehrt: Je schwächer ein Organismus ist, desto schneller fällt er den Viren und Bakterien zum Opfer.

So können Sie helfen:
Hat Ihr Baby eine verschnupfte Nase, schaffen ein paar Tropfen Kochsalzlösung oder Muttermilch Abhilfe: Die lockern Popelkrusten lassen Ihr Baby wieder frei atmen. Den Nasenschleim sollten Sie vorsichtig mit einem parfumfreien Kosmetiktuch oder mit einem Nasensekretsauger (gibt's zum Beispiel in der Apotheke) entfernen. Helfen können außerdem schwach dosierte Nasentropfen. Die Anwendung sollten Sie aber vorher mit einem Arzt kurz absprechen.
Wenn Ihr Baby Halsweh hat, gilt vor allem eines: Den Hals warm halten - dadurch wird die Durchblutung gefördert und vermehrt Abwehrstoffe produziert. Zusätzlich können Sie auch warme Halswickel machen (zum Beispiel mit Wasser, Schmalz/ Butter oder geschnittenen, gekochten Kartoffeln, die den Schleim lösen). Geben Sie Ihrem Baby außerdem viel zu trinken (Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnten Saft). Helfen kann auch eine Kaltinhalation (mit speziellen Masken). Damit die Schleimhäute nicht austrocknen, sollten Sie darauf achten, dass die Luft immer relativ feucht ist. Dazu stellen Sie am besten eine Schüssel mit Wasser im Zimmer auf oder den Wäscheständer.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Wenn die Erkältung länger als drei Tage andauert, sollten Sie Ihr Baby einem Arzt vorstellen.

Husten

So äußert sich Husten:
Husten ist nicht gleich Husten: Es gibt den Husten, der mit einer (beginnenden) Erkältung einhergeht, bellenden Husten, der meist mit Heiserkeit verbunden ist und den plötzlich auftretenden Husten bei einem eigentlich gesunden Baby. Außerdem können beim Husten starke Atembeschwerden, rasselnde Geräusche oder auch Probleme beim Ein- oder Ausatmen auftreten.

Ursachen:
Grundsätzlich ist der Husten nicht als eine Erkrankung, sondern vielmehr als Schutzmechanismus anzusehen: Wenn sich Sekret (bei einer Erkältung) oder Fremdkörper in den Atemwegen befinden, sorgt dieser Reflex dafür, dass alles, was die Atemwege behindert, abgehustet und dadurch entfernt wird.

So können Sie helfen:

Wichtig bei Husten, der mit einer Erkältung einhergeht, ist vor allem: Viel Flüssigkeit! Bieten Sie Ihrem Baby häufig etwas zu trinken an (Wasser, ungesüßten Tee, verdünnten Saft). Da die Atemwege strapaziert und trocken sind, sorgen Sie für hohe Luftfeuchtigkeit. Verzichten Sie aber bitte auf einen Luftbefeuchter sondern stellen Sie eher eine Schüssel mit Wasser auf und lüften Sie häufig. Wenn Ihr Baby kein Fieber hat und ansonsten fit ist, müssen Sie auch nicht auf das Spazierengehen verzichten. Bei trockenen und gereizten Atemwegen kann außerdem eine Kaltinhalation (mit speziellen Masken) helfen.
Warme Brustauflagen, zum Beispiel mit einem Kirschkernkissen, Bienenwachswickel oder auch gekochte Zwiebeln mit Kandis (bitte immer auf die Temperatur achten!) sind wohltuend und regen den Stoffwechsel an.
Wenn sich der Husten über Nacht verschlimmert, helfen ein paar Tropfen Efeu-Extrakt (aus der Apotheke).
Hustenstillende Zäpfchen sollten nur in Absprache mit einem Arzt verabreicht werden: Gerade bei feuchtem Husten ist es wichtig, dass der Schleim abgehustet wird!

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Sehr selten, aber gut zu wissen: Wenn starker Husten plötzlich bei einem gesunden Baby auftritt, kann es sein, dass das Kihd einen Fremdkörper verschluckt hat: In dem Fall kontrollieren Sie bitte schnell und gründlich den Mund Ihres Babys. Stecken Sie Ihm aber auf keinen Fall einen Finger in den Hals, auch wenn Sie vermuten, dass ein Gegenstand im Hals Ihres Babys festsitzt. Versuchen Sie, Ihr Kind zu beruhigen und rufen Sie möglichst schnell den ärztlichen Notdienst!

Bei Säuglingen unter drei Monaten sollten Sie nicht lange warten!
Auch wenn starke Atembeschwerden (sehr schnelles Atmen, schwerfälliges Atmen), Geräusche beim Atmen, wie Pfeifen, Brummen oder Rasseln, auftreten oder Ihr Baby Fieber hat und sich auffallend verhält: Schnell den Arzt anrufen.
Ansonsten gilt: Wenn der Husten nicht nach wenigen Tagen wieder abklingt: Bitte mit einem Arzt abklären.

Dreimonatskoliken

So äußern sich Dreimonatskoliken:
Das Baby schreit stark und langanhalten und hat sichtlich Schmerzen. Das Baby hat einen hochroten Kopf, die Fäustchen sind geballt und die Beinchen angezogen. Außerdem kann es sein, dass sich der geblähte Bauch nach vorne wölbt.

Ursachen:
Grundsätzlich ist bei Babys das Magen-/ Darmsystem noch nicht ausgereift: Die Kleinen haben noch weniger Verdauungsenzyme, das Essen wird also noch nicht so gut verarbeitet wie bei Erwachsenen.
Grund für die Bauchschmerzen kann außerdem eine Milchallergie oder gar eine Milchunverträglichkeit sein. Oder Ihr Baby verträgt eventuell die Speisen der stillenden Mutter nicht, die über die Milch in den Körper des Babys geraten (möglich ist dies vor allem bei blähenden Speisen wie Zwiebeln, Kohl oder Hülsenfrüchte).
Luftschlucken beim Stillen oder Füttern, zu stark geschüttelte Flaschenmilch oder zu wenig Bäuerchen können weitere Ursachen für die unangenehmen Dreimonatskoliken sein.

So können Sie helfen:
Wichtig ist vor allem Entspannung: Streicheln Sie Ihr Baby sanft, wiegen Sie es und tragen Sie es im Fliegergriff durch die Wohnung. Angenehm ist auch eine Bauchmassage: Streichen Sie dabei im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel des Babys.
Auf Säuglinge wirken außerdem monotone Geräusche, die über alle Frequenzen verteilt sind, beruhigend: Das Geräusch der Waschmaschine oder der Haarfön kann - auch wenn es für Erwachsene kaum vorstellbar ist - Wunder wirken.
Geben Sie Ihrem Baby Fenchel- oder Kamillentee zu trinken und halten Sie das Bäuchlein warm. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Kirschkernsäckchen. Was natürlich den Babys am liebsten ist, ist die Körperwärme der Eltern.
Ein gutes Hilfsmittel ist außerdem Bewegung: Tragen Sie Ihr Baby mit einer Tragehilfe durch die Gegend, hopsen Sie zu zweit auf dem Pezziball oder fahren Sie Ihr Baby mit dem Kinderwagen durch die Gegend. Die kleinen schüttelnden oder schaukelnden Bewegungen lösen die Verkrampfungen im Bauch.
Weitere Hilfe speziell für Stillbabys:
Legen Sie Ihr Baby richtig an, achten Sie darauf, dass es die ganze Brustwarze im Mund hat. Meiden Sie als stillende Mutter scharfe oder blähende Nahrungsmittel. Mittels Ausschlussverfahren können Sie außerdem testen, ob Ihr Baby auf bestimmte Lebensmittel eventuell allergisch reagiert.
Weitere Hilfe speziell für Flaschenbabys:
Schütteln Sie die Flaschennahrung nicht zu stark und verwenden Sie zum Anrühren statt Wasser Fenchel- oder Kümmeltee. Überprüfen Sie außerdem die Saugergröße. Halten Sie Ihr Kind beim Trinken in aufrechter Position - dadurch wird das Aufstoßen erleichtert. Bei hastigen Trinkern können Sie kurze Pausen zum Aufstoßen einlegen.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Wenn starker Schmerz sehr plötzlich einsetzt, wenn zusätzlich Fieber, Erbrechen oder Schmerzen beim Wasserlassen hinzukommen oder wenn die Bauchschmerzen länger als 24 Stunden anhalten sollten Sie mit einem Arzt sprechen. Auch wenn dem Baby Wärme eher unangenehm ist oder die Hautdecke hart und gespannt ist, gehen Sie bitte zum Arzt!

Durchfall

So äußert sich Durchfall:
Unverkennbare Kennzeichen von Durchfall sind der zumeist plötzliche Beginn, grünlich verfärbte, übelriechende Stühle und Blähungen. Außerdem kann es sein, dass Ihr Baby nichts trinken mag oder die Nahrung komplett verweigert.

Ursachen:
Babys haben noch kein ausgereiftes Darmsystem und reagieren deshalb häufig extremer auf manche Nahrungsmittel oder auch auf äußere Gegebenheiten.
Ursache für Durchfall kann außerdem eine Infektion mit Viren oder Bakterien oder eine Unverträglichkeit von Medikamenten sein.

So können Sie helfen:
Achten Sie vor allem auf den Ausgleich des Wasser- und Elektrolytverlusts: Stillen Sie Ihr Baby auf jeden Fall weiter und geben Sie ihm viel zu trinken (Karottensuppe, schwarzer Tee mit Traubenzucker und einer Prise Salz). In der Apotheke gibt es außerdem fertige Elektrolytmischungen, um den Mineralsalzverlust wieder auszugleichen.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Wenn am zweiten Tag der Durchfall noch nicht besser geworden ist, stellen Sie Ihr Baby bitte einem Arzt vor!
Wenn die Durchfälle sehr häufig auftreten und sehr stark sind, sollten Sie nicht lange warten sondern möglichst bald zum Arzt gehen.

Ohrenschmerzen

So äußern sich Ohrenschmerzen:
Wenn sich Ihr Baby häufig viel schreit, sich häufig ans Ohr fasst oder es knetet und es sich nur ungern hinlegen lässt, leidet es wahrscheinlich unter Ohrenschmerzen. Ein unverkennbares Anzeichen ist außerdem, dass Flüssigkeit aus dem Ohr läuft: Dann ist das Trommelfell unter dem Druck bereits gerissen!

Ursachen:
Meistens sind Ohrenschmerzen Zeichen einer Ohrenentzündung (möglicherweise einer Mittelohrentzündung), die durch einen Infekt des Nasen-Rachen-Raums ausgelöst wird. Dadurch, dass bei Kindern die Ohrtrompete, das Verbindungsstück zwischen Rachenraum und Ohr, waagerecht verläuft und außerdem sehr kurz und von großem Durchmesser ist, können die Keime leicht ins Ohr eindringen. Sind zudem die Mandeln dick, wird die Belüftung des Mittelohrs durch die Ohrtrompete behindert: Dann schwillt die Ohrtrompete zu und im Mittelohr staut sich Sekret an. Dieses drückt anschließend gegen das Trommelfell und verursacht die Schmerzen.

So können Sie helfen:
Lassen Sie auf jedem Fall die Finger vom "altbewährten" Hausmittel, warmes Öl ins Ohr zu träufeln: Das führt möglicherweise zu Verletzungen des Trommelfells und verschleiert außerdem das Bild für den Arzt.
Gut ist dagegen Wärme: Legen Sie Watte oder ein Kirschkernkissen auf das schmerzende Ohr, machen Sie feuchtwarme Umschläge oder bestrahlen Sie es mit einer Rotlichtlampe.
Wirklich bewährt haben sich auch Zwiebelsäckchen, die Sie auf das Ohr legen: Einfach eine Zwiebel klein hacken, in ein dünnes Tuch packen und mit einer Wärmflasche körperwarm erhitzen. Das entzieht dem Ohr die Flüssigkeit und senkt gleichzeitig den Druck.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Generell gilt: Bei Ohrenschmerzen sollten Sie nicht lange selbst herumdoktern sondern bald mit dem Baby zum Arzt gehen. Wenn das Ohr absteht und die Ohrfalte dahinter verstrichen und gerötet ist, besteht sogar die Gefahr einer Hirnhautentzündung - rufen Sie bitte sofort den Arzt!

Windeldermatitis

So äußert sich Windeldermatitis:
Der sonst zarte und weiche Babypo ist rot und entzündet, vielleicht auch zum Teil angeschwollen. Bei fortgeschrittener Windeldermatitis können außerdem Bläschen, Pusteln, Knötchen, Schuppen, Krusten oder offene Stellen hinzukommen.

Ursachen:
Grundsätzlich ist die Haut bei Säuglingen noch sehr empfindlich und bedarf viel Pflege. Zudem sind bestimmte Schutzmechanismen noch nicht so funktionstüchtig, weswegen Babyhaut sehr schnell angegriffen werden kann. Das Windelklima mit seiner reizenden Mischung aus Wärme, und Feuchtigkeit von Urin und Stuhlgang reizt die empfindliche Haut stark. Und ist die Haut einmal angegriffen, haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel.
Auslöser für eine Windeldermatitis können aber auch bestimmte Nahrungsbestandteile, eventuell auch im Essen der stillenden Mutter sein (zum Beispiel säurehaltige Früchte, Gemüse, Zitrusfrüchte, Beeren, Tomaten, Paprika, Milch oder Nüsse).
Außerdem ist es möglich, dass Ihr Baby eine allergische Reaktion auf die Windelmaterialien zeigt.

So können Sie helfen:
Gönnen Sie dem "wunden Punkt" Ihres Babys viel frische Luft: Lassen Sie es, wann immer es möglich ist, halbnackig strampeln. So beruhigt sich die Haut am besten. Ansonsten wechseln Sie häufig die Windeln (mindestens alle zwei bis drei Stunden) und wickeln Sie eher locker, damit etwas Luft an Babys Po kann.

Beim Wickeln beachten Sie bitte:
1. Eine gründliche Reinigung:
Reiben Sie die Haut nicht, sondern tupfen Sie sie mit einem weichen, in Wasser getränkten Waschlappen. Verwenden Sie besser keine Ölpflegetücher, denn die sind, vor allem bei Pilzinfektionen, oft schlecht verträglich.
Trocknen Sie die Haut mit Papiertüchern und achten Sie dabei auch besonders auf die Hautfalten, in denen sich gerne die Feuchtigkeit sammelt.

2. Pflege:
Die beste Pflege kommt aus der Natur:
Machen Sie einmal am Tag ein Sitzbad mit ihrem Baby, zum Beispiel mit Kamillentinktur oder Eichenrindensud. Das beruhigt die Haut und fördert die Heilung.
Helfend wirken außerdem Tropfen aufgeträufelter Muttermilch, schwarzer Tee oder Cremes mit Kamillenblütenextrakt. Außerdem können Sie den Babypo mit einem Wattebausch, der in etwas Johanniskrautöl und Rotöl getränkt wurde, einreiben.
Oder bestrahlen sie den entzündeten Po mit einer Rotlichtlampe (aus etwa 75 Zentimeter Entfernung).
Streichen Sie versuchsweise kritische Lebensmittel vom Speiseplan und versuchen Sie es mal mit einer anderen Windelmarke.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Wenn sich nach einer Woche keine Besserung eingestellt hat.
Suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf, wenn die Stellen bluten, stark nässen oder eitern oder wenn weitere Krankheitssymptome hinzukommen.

Neurodermitis

So äußert sich Neurodermitis:
Erste Anzeichen für eine beginnende Neurodermitis sind eingerissene Mundwinkel und Ohrläppchen, schorfige Stellen an Hals, Kopf, Gesicht (vor allem an den Wangen) und Oberkörper sowie Falten an den Unterlidern und gefurchte Handflächen.
Die Ekzeme selbst treten zumeist in den Ellbeugen, an den Handgelenken, unter den Achseln und an den Hals- und Lidfalten auf.

Ursachen:
Neurodermitis ist leider in erster Linie erblich bedingt. Allerdings gelten Babys, die viel mit Katzen in Berührung kommen oder Zigarettenrausch ausgesetzt sind, als besonders gefährdet. Auslöser für Neurodermitis können auch bestimmte Nahrungsmittel sein. Neurodermitis-Schübe können durch Stress oder sogar witterungsbedingt ausgelöst werden.

So können Sie helfen:
Waschen Sie Ihr Baby sorgfältig, am besten mit hautfreundlichen, dermatologisch getesteten Shampoos und Lotionen und cremen Sie es nur mit parfumfreien Cremes ein. Bei sehr trockener Haut hat sich auch Salbe mit Harnstoff bewährt.
Nässende Hautreizungen können Sie mit fett-feuchten Umschlägen behandeln: Cremen Sie die Haut zunächst ein und legen Sie dann kühle Waschlappen drauf (für etwa eine Stunde). Beruhigend ist außerdem ein kühler Quark-Joghurt-Mix, mit dem Sie die Haut einstreichen können.
Gegen den Juckreiz hilft Kortisonsalbe oder Calcineurin-Inhibitoren, die Sie sich vom Arzt verschreiben lassen müssen. Natürliche Helfer gegen den lästigen Juckreiz sind Schwarztee, mit dem Sie die Haut Ihres Babys vor dem Eincremen abwaschen können oder zinkhaltige Lotionen (nicht auf offene Hautstellen!).
Diäten sind nur teilweise ratsam und umfassende Ernährungsumstellungen sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt absprechen!

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Da wirkliche Hilfe bei Neurodermitis nur indviduell erfolgen kann, sollten Sie bei einem ersten Verdacht mit Ihrem Baby zum Arzt gehen.

Verstopfung

So äußert sich Verstopfung:
Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist gerade bei Säuglingen sehr unterschiedlich: Bei Stillbabys sind Schwankungen von mehrmals täglich bis zu einmal in der Woche normal, bei Flaschenbabys etwa zwei bis drei Mal pro Woche. Anzeichen einer Verstopfung sind Schmerzen bei der Stuhlentleerung sowie sehr geringer und harter Stuhlgang. Auch wenn Ihr Baby bei leichtem Druck auf die Bauchdecke Schmerzen hat, kann dies auf eine Verstopfung hinweisen.

Ursachen:
Die häufigsten Ursachen für eine Verstopfung sind Stress, eine ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Ernährung sowie eine zu geringe Trinkmenge. Auch erste Speisen wie Breikost, Bananen, Karotten oder auf Medikamente könnte Ihr Baby mit Verstopfung reagieren.

So können Sie helfen:
Bieten Sie Ihrem Baby immer wieder etwas zu trinken, am besten Tee, an und verdünnen Sie auch die Flaschennahrung. Verzichten Sie auf Zugabe von Reis oder Haferflocken. Für nicht gestillte Babys können Sie außerdem Milchnahrung mit probiotischen Ballaststoffen verwenden. Auch ein Teelöffel Milchzucker, den Sie in die Flaschennahrung geben, kann helfen, den Stuhl zu verflüssigen. Und falls es schon Beikost gibt, können Sie Ihrem Baby auch etwas Birne füttern.
Massieren Sie nach jeder Mahlzeit sanft das Bäuchlein Ihres Babys, um die Darmtätigkeit anzuregen.
Um zu kontrollieren, ob und wie sich die Stuhlentleerung Ihres Babys nach eventuellen Maßnahmen geändert hat, ist es hilfreich, ein "Windeltagebuch" zu führen: Darin notieren Sie die Stuhlgänge Ihres Babys und eventuelle Auffälligkeiten sowie die Ernährung.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Wenn Ihr Baby anhaltende und starke Schmerzen hat, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die "leere Windel" zum Dauerproblem wird, sprechen Sie bitte mit einem Arzt. Der kann dann auch eine längerfristige Behandlung verschreiben.

Magen-Darm-Infekt

So äußern sich Magen-Darm-Infekte:
Eine akute Magen-Darm-Infektion erkennt man an meist breiigen bis wässrigen Durchfällen, die übelriechend und zum Teil mit unverdauten Nahrungsresten, Blut oder Schleim versetzt sind. Weitere Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Erbrechen und manchmal auch Fieber. Außerdem haben Kinder durch den Wasserverlust eine geringe Urinproduktion.
Bei Babys mit einer starken Magen-Darm-Infektion ist die Fontanelle eingesunken, der Saugreflex ist schwach und der Lidschlag selten.

Ursachen:
Die meisten Magen-Darm-Infekte werden durch Viren hervorgerufen, Bakterien sind seltener die Ursache. Grund kann außerdem eine Salmonellen-Vergiftung sein.

So können Sie helfen:
Bei Brechdurchfall heißt es vor allem: Trinken, trinken, trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Stillen Sie auf jeden Fall weiter! Flaschenkinder bekommen unverdünnte Säuglingsmilch. Bieten Sie Ihrem Baby außerdem Kamille- und Fencheltees oder abgekochtes Wasser an. Bei häufigem Erbrechen geben Sie Ihrem Baby die Flüssigkeit alle ein bis zwei Minuten löffelchenweise. In der Apotheke gibt es außerdem Glucose- und Elektrolytlösungen um den Mineralhaushalt wiederherzustellen.
Wechseln Sie häufig die Windel und cremen Sie den Windelbereich gute in, da der Stuhlgang bei Magen-Darm-Infekten oft "scharf" ist und die Haut stark reizt.
Da Magen-Darm-Infekte sehr ansteckend sind, achten Sie bitte verstärkt auf Hygiene. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, gerade nach dem Wickeln oder wenn Ihr Kind gespuckt hat.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Da Brechdurchfall bei kleinen Kindern sehr schnell zur Austrocknung führen kann, ist Vorsicht geboten: Spätestens nach sechs Stunden sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen.

Bindehautentzündung

So äußert sich eine Bindehautentzündung:
Anzeichen für eine Bindehautentzündung sind gerötete Augen, geschwollene Lider und Flüssigkeitsabsonderung aus den Augen, zum Teil auch schleimiges oder eitriges Sekret.

Ursachen:
Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Auslöser haben: Zum einen könnte diese auf eine allergische Reaktion (zum Beispiel auf Pollen oder Hausstaub) zurückzuführen sein. Oft sind Bakterien die Ursache, die durch Reiben ins Auge gelangt sind. Eher selten sind Fremdkörper im Auge oder Chemikalien die Ursache.
Auch bei Neugeborenen tritt ab und zu eine Bindehautentzündung auf. Grund dafür ist die verspätete Entwicklung der abführenden Tränenwege: Durch den verengten Tränen-Nasen-Kanal kann überschüssige Tränenflüssigkeit nicht richtig abfließen, wodurch auch Keime länger im Auge bleiben.

So können Sie helfen:
Entzündungshemmend sind einige Tropfen Muttermilch, die Sie in das Auge Ihres Babys träufeln können. Ansonsten können Sie auch das entzündete Äuglein vorsichtig mit kalten Wasser auswaschen: Falls es sich um einen Fremdkörper handelt, wird dadurch vielleicht der Übeltäter bereits ausgeschwemmt.
Verhindern Sie möglichst, dass sich Ihr Baby die Augen reibt: Dadurch werden die Keime weiter verteilt. Helfend ist dagegen, wenn Sie mehrmals täglich sanft den Tränengang massieren: Dazu streichen Sie neben der Nase vom inneren Augenwickel nach unten.
Da Licht Ihrem Baby vermutlich unangenehm sein wird, dunkeln Sie das Zimmer etwas ab.

Wann sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen?
Am besten stellen Sie Ihr Baby möglichst bald einem Arzt vor, da eine infektiöse Bindehautentzündung hoch ansteckend und sehr unangenehm ist.