Passivrauchen
 
Bitte keine Zigaretten, Mama!

Aus Angst ums Ungeborene hören viele Frauen in der Schwangerschaft auf zu rauchen. Doch fast die Hälte von Ihnen fängt nach der Geburt wieder an - leider! Denn damit schaden sie der Gesundheit ihres Babys (gilt übrigens auch für qualmende Papas)!

Passivrauchen: Bitte keine Zigaretten, Mama!

Schätzungen zufolge leben die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren, zwei Drittel aller Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie zwei Millionen Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren in einem Raucherhaushalt. Gerade für die Kleinsten ist Passivrauchen äußerst gesundheitsschädigend - daher die dringende Bitte an alle jungen Mütter vorneweg: Bitte nicht in der Gegenwart des Babys rauchen!

Rauchen in der Stillzeit? Besser nicht!

Stillen ist das Beste fürs Baby, ganz klar. Doch wenn die Mutter raucht, ist das Beste nicht mehr gut genug. Denn: Viele der schädlichen Substanzen der Zigarette wie Dioxine, Nitrosamine und Schwermetalle gehen direkt in die Muttermilch über.

Die Folgen können weitreichend sein: Still-Babys rauchender Mütter trinken oft schlechter, sind unruhiger, haben eher Koliken, leiden häufiger unter Asthmaerkrankungen und Allergien. Weitere Folgen können chronischer Husten oder Mittelohrentzündung, ein verzögertes Lungenwachstum oder Bronchitis sein. Auch drohen mehr Komplikationen, sollte einmal eine Narkose nötig sein. Hinzu kommt, dass Raucherinnen weniger Milch produzieren - im Schnitt stillen Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben nur fünf Wochen.

Sollte eine Mutter also abstillen, wenn sie es nicht schafft, aufs Rauchen zu verzichten? Für die Experten der Nationalen Stillkomission hängt das davon ab, wie viel sie raucht: Bleibe es bei zehn Zigaretten pro Tag, seien die Vorteile, die das Stillen für das Baby hat, wahrscheinlich immer noch größer als Nachteile durch das Rauchen. Aber auch zehn Zigaretten seien nicht unbedenklich - deswegen sollte man wenigstens diese Punkte beachten:

  • So wenig rauchen wie möglich.
  • Zum Rauchen ins Freie gehen, damit das Kind nicht zusätzlich passiv mitrauchen muss. Keine gute Idee ist es übrigens, bei der Spazierfahrt mit dem Baby direkt über dem Kinderwagen zu rauchen.
  • Vor dem Stillen sollten Mütter Rauchpausen von mindestens einer Stunde machen. Das reudziert die Konzentration einiger Schadstoffe in der Muttermilch ganz erheblich.
  • Immer noch das Beste: ganz aufhören! Tipps dazu finden Sie hier.

Rauchfreie Zone: Die eigenen vier Wände

Natürlich nehmen auch Babys die schädlichen Inhaltsstoffe von Zigaretten nicht nur über die Muttermilch auf, sondern mit jedem Atemzug. Denn im so genannten Nebenstromrauch finden sich ebenfalls giftige Stoffe (zum Beispiel Benzol) in hohen Konzentrationen.

Deshalb gilt auch für Papa: Rauchen in der Wohnung ist tabu! Denn passiv inhalierter Zigarettenqualm ist für Babys um ein Vielfaches schädlicher als für Erwachsene. Der Qualm kann die sensible Atmung stören, außerdem wirkt Nikotin auf Babys leicht betäubend. Und erhöht so das Risiko des plötzlichen Kindstods.

Passivrauchen - Gesundheitsgefahr mit Langzeitwirkung

Passivrauchen erhöht auch das Kariesrisiko

Damit nicht genug, haben Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft und in der Stillzeit geraucht haben, später vielfach mit den Folgen zu kämpfen: Dazu können ein unterentwickelter Geruchssinn, Allergien, Übergewicht oder Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS gehören.

Was viele nicht wissen: Passivrauchen erhöht auch das Kariesrisiko. Forscher der University of Rochester fanden im Jahre 2003 bei einer Untersuchung von 3.500 Kindern zwischen vier und elf Jahren im Blut der Kinder, deren Eltern rauchten, eine erhöhte Cotinin-Konzentration. Diese Substanz, ein Nebenprodukt des Nikotins, mindert die Säure neutralisierende Wirkung des Speichels gegenüber bestimmten Milchsäurebakterien. Das Kariesrisiko steigt. Zudem wächst bei diesen Kindern die Anfälligkeit gegenüber Mund- und Rachenentzündungen. Weiterer schädlicher Effekt des Cotinins: Es steht im Verdacht, die Lernfähigkeit zu verschlechtern.

Dass Passivrauchen ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringt, sollte sich herumgesprochen haben. Tatsächlich fanden Mediziner der University of Minnesota schon im Urin von Babys aus Raucherhaushalten krebserregende Substanzen, die entstehen, wenn der Körper Tabakstoffe abbaut. Diese Kinder laufen besonders Gefahr, später einmal an Krebs zu erkranken.

Fazit: Auch wenn die Babys nicht mehr gestillt werden, ist es für alle Familienmitglieder am gesündesten, wenn die Eltern weiterhin nicht rauchen.

Mit der Zigarette auf engstem Raum - absolutes No-Go!

In der Wohnung enthaltsam sein und dann im Auto sofort die Kippe anzünden? Bloß nicht! Besonders gefährdet ist die Gesundheit der Kleinen, wenn auf kleinem Raum geraucht wird - etwa im Auto.

Und auch wenn die besten Freunde, die leider beide Kettenraucher, das Baby unbedingt kennen lernen wollen: Lassen Sie sich nicht überreden, mit dem kleinen Schatz vorbeizukommen, sondern schlagen Sie ein Treffen in einem Nichtraucher-Caf vor. Denn Babys sollten generell nirgendwo sein, wo viel geraucht wird.