Sehstörung
 
Mein Baby braucht eine Brille

Warum können manche Babys nicht so gut sehen?

Schielen: Irgendwann arbeitet nur ein Auge

Ähnlich wie das Laufen muss man das Sehen lernen. Blick für Blick. Die Münchner Orthoptistin Marion Marmarosi: "Man kann sich Sehen vorstellen wie das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software im Computer." Die Hardware, das sind die Augen: Wenn sie gesund entwickelt sind, gerade stehen und das Licht ein scharfes Bild auf die Netzhaut wirft, vermittelt das Auge über den Sehnerv die Daten an die Software. Dort, also im Gehirn, entsteht in der Sehrinde ein Bild. Mehr oder weniger perfekt. Wenn das Bild nicht zufriedenstellend ist, muss man die Hardware optimieren. Mit einer Brille zum Beispiel. Passiert das nicht, bekommt die Software Probleme: Weil an das Gehirn keine scharfen Bilder übermittelt werden, lernt es auch nicht, sie zu verarbeiten.

Besonders dramatisch ist das beim Schielen: Zwei Augen, die nicht denselben Punkt fixieren, liefern zwei verschiedene Bilder ans Gehirn. Weil das anstrengend ist, wird nach einiger Zeit eines der Doppelbilder ausgeblendet. In Zukunft sieht nur noch ein Auge. Das wird dadurch zwar immer besser, das andere aber entsprechend schlechter. Wenn es nicht trainiert wird (durch Abkleben des guten Auges oder spezielle Brillengläser), liefert es irgendwann keine Informationen mehr ans Gehirn. Der Effekt: Das räumliche Sehen wird nicht gelernt.

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