Säuglingsnahrung
 
Pre-Milch, Folgemilch & Co

Fachleute sind sich einig: Muttermilch ist das Beste für Babys. Aber keine Sorge: Auch industriell hergestellte Säuglingsnahrung ist fast so gut wie das Original. Pre-Milch, HA-Nahrung, Folgemilch – was soll ins Fläschchen? Wir zeigen dir die Unterschiede und sagen dir, was es bei Säuglingsnahrung zu beachten gibt.

Vater gibt Baby Fläschchen
iStock, FatCamera

Nicht jede Mutter kann oder will ihr Baby vier bis sechs Monate stillen. Auch dann brauchen sich Eltern keine Sorgen um die Ernährung ihres Kindes machen. Es gibt nämlich ausgezeichneten Ersatz. Milchpulvernahrung aus der Packung enthält auch alle Nähr- und Mineralstoffe, die ein Säugling für eine gesunde Entwicklung braucht. Denn sie wird nach strengen, gesetzlich vorgeschriebenen EU-Richtlinien hergestellt. Basis ist in der Regel Kuhmilch – jedoch wird dieser Rohstoff speziell aufbereitet, damit die Milch für Babys besser verträglich ist.

Pre-Milch oder auch Startmilch

Diese Säuglingsnahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten. Sie enthält an Zucker ausschließlich Laktose (Milchzucker). Andere Kohlenhydrate sind in der Pre-Milch verboten. Deshalb ist sie ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch. Auch in punkto Eiweiß ist die Pre-Milch der Muttermilch sehr angeglichen. Sie ist als Ernährung für die ersten vier bis sechs Lebenswochen gedacht. Laut dem Online-Netzwerk „Gesund ins Leben“ (geführt von der Bundeszentrale für Ernährung) können Babys damit aber auch das ganze erste Lebensjahr gefüttert werden – zusätzlich zur Beikost.

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1er-Milch oder auch Anfangsmilch

1er-Säuglingsnahrung unterscheidet sich von Pre-Milch nur durch den Zusatz von weiteren Kohlenhydraten. In erster Linie handelt es sich um glutenfreie Maisstärke. Dadurch ist die 1er-Milch sämiger und bleibt länger im Magen-Darm-Trakt. Was dazu führt, dass sie mehr sättigt, obwohl die Kalorienzahl fast identisch ist mit der Pre-Milch. Babys, die immer großen Hunger haben, sind mit der 1er-Milch deshalb meist zufriedener. Auch nachts verlangen sie nicht mehr so oft nach der Flasche. Das heißt jedoch nicht, dass mit 1er-Milch ernährte Babys grundsätzlich besser und früher durchschlafen.

2er-Milch oder auch Folgemilch

Diese Babymilch ist erst für Babys ab dem fünften Lebensmonat geeignet. Ihre Eiweißstruktur ist der Muttermilch nicht mehr ganz so stark angeglichen wie bei der Pre-Milch oder der 1er-Babymilch. Ein weiterer Unterschied: Folgemilch enthält mehr Nährstoffe und damit auch mehr Kalorien sowie einen gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an Eisen und Jod. Je nach Hersteller ist der 2er-Milch zusätzlich auch noch Zucker in Form von Glukose oder Maltodextrin beigefügt. Eine Umstellung auf 2er-Milch ist laut Forschungsinstitut für Kinderernährung nicht zwingend notwendig.

HA-Milch

HA-Milch ist speziell für Babys entwickelt worden, die allergiegefährdet sind. Um einer allergischen Abwehrreaktion gegen Kuhmilcheiweiß vorzubeugen, ist in der hypoallergenen (abgekürzt: HA) Milchnahrung das Eiweiß in kleine Bruchstücke gespalten (hydrolisiert). Damit soll der Darm des Kindes überlistet werden: Weil er das hydrolisierte Eiweiß nicht als fremdartig ansieht, lässt er es ohne Reaktion passieren. HA-Milch gibt es in zwei Gruppen: HA1 als Anfangsmilch und HA2 als Folgemilch. Falls du mal einen Tropfen probierst: Die Milch schmeckt nicht ganz so süß und sämig wie andere Anfangs- oder Folgemilch. Bitte aber auf keinen Fall HA-Milch nachträglich mit Zucker süßen. Existiert kein erhöhtes Allergierisiko, brauchst du nicht vorbeugend HA-Milch zu geben.

Spezial-Säuglingsnahrung

  • Für Babys, die bereits eine Kuhmilchallergie haben, ist die HA-Babymilch nicht ausreichend hydrolisiert. Sie brauchen eine Milch, deren Eiweiß in kleinste Bestandteile zerstückelt ist. Diese gibt es meist nur in Apotheken.
  • Damit Babys nach starkem Durchfall allmählich wieder richtig essen können, brauchen sie eine Heilnahrung. Entweder die gewohnte Säuglingsnahrung eins zu eins mit Wasser oder ab dem zweiten Lebenshalbjahr mit Karottensuppe verdünnen. Heilnahrung gibt es auch als Fertigprodukt zu kaufen
  • Für zu früh geborene Kinder, die nicht oder nicht voll gestillt werden können, gibt es eine eigene Frühchenmilch.