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Beikost einführen Wann ist mein Baby bereit für Brei?

Beikost einführen: Asiatisches Baby sitzt im Hochstuhl und wird mit einem Löffel Beikost gefüttert
© alice-photo / Shutterstock
Bestimmt hast du bereits in der Schwangerschaft auf deine Ernährung geachtet, natürlich auch in der Stillzeit. Bei deinem Säugling war bisher klar: Brust oder Flasche. Jetzt mit der Beikosteinführung wird es kurz wieder turbulent. Du fragst dich: Ab wann sollte ich bei meinem Baby Beikost einführen? Wie fange ich an? Wo finde ich Rezepte? Und wann ist mein Kind so weit, dass es am normalen Familienessen teilnehmen kann? Die Antworten darauf und viele weitere Infos erfährst du hier.

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Nach dem vollendeten vierten Lebensmonat beobachten Eltern oft, dass sich die Kleinen für ihr Essen interessieren. Die Gabel wird richtig mit den Augen fixiert, wie sie vom Teller zum Mund der Mutter oder des Vaters geführt wird. Das ist für dich das Zeichen, dass dein Baby langsam bereit für die Beikost ist. Denn mit etwa sechs Monaten haben Kinder das motorische Know-how, um selbst vom Löffel zu essen: Sie schaffen es jetzt, den Mund geschlossen zu halten und die breiige Nahrung zu schlucken.

Musste die Zunge bisher beim Saugen rhythmisch nach vorn gedrückt werden, hat sie jetzt die Aufgabe, den Brei nach hinten zu schieben. Diesen Entwicklungsschritt schaffen die meisten Kleinen nicht vor dem fünften Monat. Das erfordert ein wenig Übung. Außerdem ist es gut, wenn der kleine Beikoststarter bereits sitzen kann oder mit etwas Unterstützung zumindest sein Köpfchen schon alleine im Sitzen halten kann. Und so findest du heraus, ob dein kleiner Feinschmecker schon Lust auf den ersten Brei hat: Biete ihm immer wieder mal einen Klecks Karottenmus auf einem Plastiklöffel an.

Ab wann gibt es die erste Beikost für mein Baby?

Der Beikoststart wird zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat empfohlen. Denn mit etwa einem halben Jahr sind die meisten Babys bereit für feste Nahrung und schon so groß, dass Muttermilch oder Fläschchennahrung allein ihnen oft nicht mehr genügend Energie und Nährstoffe liefert. Vor allem die Eisenspeicher sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gut gefüllt

Versuche, die erste Mahlzeit mittags durch Babybrei zu ersetzen, denn dann sind die meisten Babys wach und gut gelaunt. Der erste Brei wird wahrscheinlich am ehesten gewürdigt, wenn dein Kind ein bisschen Hunger hat, ihm aber noch nicht der Magen knurrt – eine kleine Gratwanderung.

Aller Anfang ist schwer, lass dich also nicht irritieren, wenn die Aktion erst einmal fehlschlägt: Möglicherweise nimmt dein Kleines das Gemüsemus vom Löffel in den Mund, schiebt es aber beim Versuch, es zu schlucken, wieder hinaus. Nach zwei, drei Anläufen vergeht die Lust an diesem Spielchen und Mamas Brust (oder das Fläschchen) muss her. Das kann ein bis zwei Wochen so gehen. Am besten stillst du in Ruhe erst mal weiter (oder gibst das Fläschchen).

Solange ihr übt und nur kleine Mengen in den Magen wandern, lass den Feinschmecker ruhig aussuchen: Hat er keine Geduld mehr, vom Löffel zu essen, kann er sich beim Stillen oder aus dem Fläschchen satt trinken. Mag dein Schatz den Babybrei, braucht er vielleicht nur noch ein paar Milchschlucke. Eine komplette Milchmahlzeit solltest du erst ausfallen lassen, wenn dein Baby es schafft, sich mit Brei satt zu essen. Als Schritt 2 kannst du dann die nächste Beikostmahlzeit am Abend einführen. Starte frühestens mit dem fünften Monat und spätestens im siebten Monat mit einem Babybreirezept.

Welche Beikost kommt wann?

Die Einführung der Beikost beginnt mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, gefolgt vom zweiten Brei, dem Milch-Getreide-Brei. Später kommt der dritte Brei hinzu: der Getreide-Obst-Brei. Am besten tastest du dich langsam heran, indem du mit einem reinen Gemüse-Brei beginnst.

Welches Beikostgemüse soll ich zuerst einführen?

Die meisten Babys finden Karottenbrei großartig. Karotten haben einen leicht süßlichen Geschmack – der ist ihnen von der Muttermilch her vertraut. Karotten sind gesund, werden gut vertragen, weil sie weder blähen noch verstopfen. Ebenfalls geeignet: Pastinake, Brokkoli, Blumenkohl oder Fenchel.

Am besten fütterst du als erste Beikost eine Woche lang ausschließlich eine Gemüsesorte, damit sich der kleine Organismus an das neue Nahrungsmittel gewöhnen kann. In der zweiten Woche ergänzt du das Gemüse mit Kartoffeln, in der dritten mit Fleisch – dann ist die erste Mahlzeit, der Gemüse-Fleisch-Brei, komplett. Du gibst deinem Kind genügend Zeit, sich an die neue Kost heranzutasten, wenn du pro Monat eine Milchmahlzeit ersetzt. Wie du es langsam und gesund an die neue Babynahrung heranführen kannst, zeigt dir unser Beikostplan

Welches Fleisch nehme ich für den Babybrei zuerst?

Wenn du das erste Mal Fleischkost zufütterst, fang mit Huhn an. Das ist besonders leicht verdaulich. Danach kann Rindfleisch folgen. Rindfleisch ist eisenreicher. Wähle am besten immer mageres Muskelfleisch und lass es dir schon beim Bio-Metzger einmal durch den Fleischwolf drehen. So überstrapazierst du dein Püriergerät nicht. Übrigens wird die Fleischmasse nicht angebraten, sondern nur gegart.

Welches Obst eignet sich gut für die Beikost?

Obstmus ist schön süß, daher kommen die Getreide-Obst-Breie oft gut an. Birne ist dabei noch etwas süßer als Apfel. Wird der Stuhlgang zu fest, ist Pflaumenmus zu empfehlen. Umgekehrt, wird der Stuhlgang zu flüssig, lieber etwas weniger Pflaume. Wichtig: nicht nachsüßen! Die natürliche Süße des Obstes reicht völlig aus.

Welches Getreide nehme ich für den milchfreien Getreide-Obst-Brei?

Grünkern, Dinkel, Hirse und Hafer eignen sich sehr gut für die ersten Getreide-Obst-Breie. Sie sind alle leicht verdaulich und reich an Mineralstoffen. Um die Verdauung deines Kindes zu unterstützen, kannst du das Getreide am Anfang als Getreidepulver oder Flocken einrühren.

Gibt es Lebensmittel, die ich nicht zufüttern sollte?

Finger weg von allem, was schwer verdaulich ist wie Weißkohl, Rotkohl oder Linsen. Außerdem fängt der kleine Magen bei Rohkost an zu grummeln. Deswegen lieber gut durchkochen. Im ersten Lebensjahr sind außerdem einige spezielle Lebensmittel wie Honig, kaltgepresste Öle oder Rohmilchprodukte ungeeignet. Dein Kinderarzt oder deine Kinderärztin berät dich dazu gerne. Auch auf Gewürze und besonders auf Salz solltest du verzichten.

Braucht mein Baby Abwechslung auf dem Speiseplan?

Der erste Babybrei ist ein echtes Geschmackserlebnis. Es besteht also keine Gefahr, dass dieser schon nach einer Woche langweilig wird. Es ist sogar gut, bei der Beikosteinführung eine Woche lang nur eine Gemüsesorte zuzufüttern, denn nur so kann man herausfinden, ob darauf allergisch reagiert wird (Windeldermatitis mit wundem Po, bei Pickelchen in den Armbeugen oder im Gesicht). Während der Schwangerschaft bis zur Geburt hast du deine gesunde Ernährung im Auge gehabt und jetzt zum Beikost-Start achtest du ebenso auf eine ausgewogene Ernährung. Wunderbar, so läuft es richtig.

Für die Gesundheit deines Kindes ist es gut, wenn es sich früh an den Geschmack verschiedener Lebensmittel gewöhnt. Das heißt: Babys dürfen alles ausprobieren – auch Fisch, Artischocke oder beispielsweise ein Spargelköpfchen. Der Übergang zu einem gesunden Familienessen bereitet dann gewöhnlich auch weniger Probleme. Babys mit abwechslungsreichem Speiseplan entwickeln sich zu besseren Essern.

Auch wenn du das Gefühl hast, dass der Babybrei nach nichts schmeckt: bitte nicht nachwürzen! Die Nieren eines Babys funktionieren noch nicht so gut wie bei uns Erwachsenen. Die Organe sind damit überfordert, Kochsalz in größeren Mengen auszuscheiden. Dem Baby-Organismus reichen die natürlichen Mineralstoffe in Gemüse, Getreide und Fleisch.  

Was tun, wenn mein Baby den Brei immer wieder ausspuckt?

Ist die Mahlzeit vielleicht zu heiß? Oder zu grob püriert? Wenn es daran nicht liegt, brauchst du etwas Geduld. Vielleicht hat dein Baby einfach noch keine Lust auf den Löffel. Oder es ist in seiner motorischen Entwicklung noch nicht so weit. Mach einfach eine oder zwei Wochen Pause, in denen du wieder mehr stillst und versuch es dann noch einmal. Das Abstillen braucht seine Zeit. Außerdem kannst du deinem Kind immer mal wieder einen weichen Plastiklöffel zum erkunden und dran lutschen anbieten. So wird es damit schon mal vertraut.

Kleine Babys sind oft erst mal mäkelig und brauchen bis zu zehn Probier-Prust-Ausspuck-Anläufe, bis sie Geschmack an dem neuen Gericht finden. Bitte dran bleiben! Beim elften Mal bleibt der Brokkoli drin. Noch ein Tipp: Wenn möglich, lass doch mal den Papa zufüttern. Du als Mutter bist natürlich mit dem Stillen eng verbunden. Bei Papa gibt es dann leckeren Babybrei.

Soll ich die Beikost selber kochen oder Gläschen kaufen?

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Babybrei selbst zuzubereiten, kostet etwas Zeit. Dafür weißt du aber genau, was drin ist. Mütter und Väter trifft es manchmal sehr, wenn trotz liebevoller Zubereitung die Beikost nicht gegessen wird. Was gestern noch gierig verschlungen wurde, kommt heute nach zwei Löffeln nicht mehr gut an. Nicht persönlich nehmen! 

Tipp: Die Arbeit war in jedem Fall nicht umsonst, wenn du kleine Portionen (Eiswürfelbehälter) davon einfrierst. So kannst du für die nächste Mahlzeit einen selbstgekochten Brei schnell wieder auftauen und verschiedene Bausteine (Gemüse, Kartoffel, Fleisch) einfach zusammensetzen, wie du es brauchst oder das Breirezept es vorgibt. Hier erfährst du, wie du Babybrei einfrieren kannst.

Der klare Vorteil der Fertigkost: Für Babynahrung gelten so strenge Vorschriften, dass sie laut Forschungsdepartment für Kinderernährung in Bochum praktisch schadstofffrei sind. Wer das beim Selberkochen hinkriegen möchte, muss die Zutaten im Bio-Laden kaufen. Der Lohn fürs In-der-Küche-stehen: Selbst gemacht schmeckt‘s besser.

Worauf muss ich beim Gläschenkauf achten?

Alle Eltern, die Gläschennahrung kaufen, sollten immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Wichtig ist, dass

  • die Zutaten aus ökologischem Anbau stammen,
  • die angegebene Rezeptur in etwa der eines selbst zubereiteten Breis entspricht,
  • das Gläschen weder Zucker, Süßungsmittel noch Salz oder Gewürze enthalten.

Die Gläschen enthalten alle Altersangaben, ab wann du sie zufüttern kannst. Die Zutatenliste und die Konsistenz im Gläschen ist dem jeweiligen Alter angepasst. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen ist groß. Habt ihr eine Lieblingssorte, dann nehmt die ruhig öfter. Mit der Zeit kommt die Vielfalt schon dazu. Für unterwegs sind Gläschen allemal praktisch.

Übrigens: Auch geschlossene Gläschen können vor Ablauf des offiziellen Haltbarkeitsdatums schlecht werden. Wenn du das Gläschen etwa im Auto in der Sonne liegen lässt, können sich Bakterien vermehren. Schlecht gewordenen Brei erkennst du an einer veränderten, z.B. trüben Farbe, Ausflockung, üblem Geruch oder an einer Wölbung des Deckels. Dann sofort wegwerfen!

Sollten wir eine warme Mahlzeit am Tag anbieten?

Ja. Während deiner Schwangerschaft war dein Baby durch dich bestens versorgt. Mit etwa sechs Monaten ist der Eisenspeicher im Körper eines Babys leer. Um ihn wieder aufzufüllen, braucht es mineralstoffreiche Nahrung, also Gemüseportionen und Fleisch. Außerdem sind Nährstoffe aus gekochten Speisen besser zu verdauen. Wir haben viele leckere Babybreirezepte, die dir das gesunde Kochen und Zufüttern erleichtern.

Beim Wiederaufwärmen der Gläschennahrung gehen viele wichtige Vitamine verloren. Nitratreiche Nahrungsmittel wie zum Beispiel Spinat oder Fenchel sollten gar nicht wieder aufgewärmt werden, denn dabei können Nitrit (behindert den Sauerstofftransport im Blut) und Nitrosamine (krebserregend) entstehen. Tipp: Wenn das Gläschen voraussichtlich nicht leer gegessen wird, bereite besser nur einen Teil zu. Der Rest kann ein bis zwei Tage im Kühlschrank aufgehoben werden. 

Woher weiß ich, dass mein Baby satt ist?

Zu Beginn sind die Breiportionen, die wirklich gegessen werden, noch sehr klein. Biete deinem Kind danach immer noch mal die Brust oder die Flasche an. Mit der Zeit werden die Breiportionen immer größer. Kinder spüren, wann sie satt sind. Das was zu Beginn noch fehlt, holen sie sich über die Milch. Du brauchst also keine Sorge haben, dass dein Kleines zu wenig isst. Wenn du einen Richtwert wissen möchtest: Eine Breimahlzeit umfasst ungefähr 190 Gramm.

Was soll mein Baby trinken?

In den ersten Monaten ist Muttermilch die erste Wahl. In der Zeit des Zufütterns trinkt dein Kleines auch immer noch viel Muttermilch (oder Fläschchenmilch). Sobald es feste Nahrung zu sich nimmt, braucht es zusätzliche Flüssigkeit. Biete ihm zu den Mahlzeiten, aber auch zwischendurch Wasser oder (zuckerfreien) Tee an (hier erfährst du mehr über Getränke für Babys). Verzieht es dabei die Schnute, sind auch dünne Saftschorlen (im Verhältnis 1:4) in Ordnung.

Du kannst auch bedenkenlos Leitungswasser anbieten. Aufpassen musst du nur bei Wasser, das durch Blei- oder neue Kupferrohre fließt. Eine Wasseranalyse kostet zwischen 50 und 80 Euro und klärt, ob die Rückstände in eurem Wasser bedenklich sind. Einige Werke untersuchen das Wasser auch kostenlos, wenn Säuglinge im Haushalt leben. Durch einen Anruf beim Wasserwerk findest du außerdem heraus, ob der Nitratgehalt in eurem Wasser in Ordnung ist (es sollten nicht mehr als 10 Milligramm pro Liter sein).

Tetra Paks mit speziellem Babywasser sind ganz nett, wirklich brauchen tust du sie nicht. Für Babywasser gelten zwar strenge Grenzwerte für Inhalts- und Schadstoffe, aber weder Leitungswasser noch herkömmliches Mineralwasser schneiden schlechter ab. Teuer ist das spezielle Wasser außerdem. Zum Vergleich: 45 bis 80 Cent kostet ein Liter Babywasser, normales Leitungswasser nur rund 0,2 Cent!

Können wir unser Kind auch fleischlos ernähren?

Ja – wenn du darauf achtest, dass der Gemüsebrei genügend Eisen enthält. Eisenreiche Hirse- und Haferflocken zum Beispiel können die Fleischportion ersetzen. Du kannst beim Zufüttern dem Babybrei außerdem Obstsaft oder -mus beimischen. Das darin enthaltene Vitamin C begünstigt die Eisenaufnahme. 

Unsere Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm hat die wichtigsten Nährstoffe für Veggie-Babys zusammengefasst:

Beta-Karotin und Folsäure, Vitamin B1, B2 und B6 sind ausreichend in Pflanzlichem enthalten. Aber folgende Nährstoffe können knapp werden:

  1. Eiweiß: Eiweiß aus tierischen Produkten ist als Baustein für den Körper besonders gut geeignet. Auch pflanzliches Eiweiß ist wertvoll. Dabei kommt es darauf an, verschiedene Eiweißquellen geschickt zu kombinieren. Die Eiweißbausteine, sogenannte Aminosäuren, ergänzen sich dann optimal und sind für den Körper gut verwertbar. Vor allem die Kombination aus Kartoffeln mit Ei, Kartoffeln mit Milchprodukten, Getreide mit Milchprodukten und Getreide mit Hülsenfrüchten und Nüssen sind besonders hochwertig.
  2. Eisen: Pflanzliches Eisen ist nicht so gut verwertbar wie das Eisen aus Fleischprodukten. Wenn du aber auf eisenreiches Getreidevollkorn, Kerne, Nüsse und Gemüsesorten achtest und dazu etwas Vitamin-C-reichen Saft gibst, der die Bioverfügbarkeit des Eisens verbessert, klappt es mit der Eisenaufnahme. Empfehlung: Tahin, also Sesampaste. Gibt es zum Beispiel im Bioladen und im Reformhaus. Tahin schmeckt sanft. Ein Löffel davon rüstet jeden Brei mit dem wichtigen Eisen nach.
  3. Zink: Das Spurenelement kann bei Fleischverzicht zu kurz kommen. Deshalb Nüsse und Kerne in der Beikost verarbeiten – natürlich fein gemahlen oder als Paste. Auch Dinkel, Hülsenfrüchte und Eier enthalten reichlich Zink. Kann der zarte Darm mit Hülsenfrüchten etwas anfangen? Ja, kann er. Am besten zarte rote Linsen mit etwas Fenchelsamen ganz weich köcheln und ausprobieren, ob das Kleine sie mag und nicht danach unter Blähungen leidet.
  4. Kalzium: Vor allem in Milch und Milchprodukten steckt reichlich Kalzium. Ergänzen kannst du es durch kalziumreiche Gemüsesorten und Kerne. Auch kalziumreiches stilles Mineralwasser ist eine gute Quelle.
  5. Jod: Jod steckt vor allem in Seefisch. In anderen Nahrungsmitteln ist es kaum enthalten. In der mütterlichen Milch ist nur ausreichend Jod, wenn die Mutter genug bekommt. Deshalb unbedingt Jodsalz verwenden und den Jodstatus ärztlich abchecken lassen. Bei Mangel kann es sinnvoll sein, Jod durch Tabletten zu ergänzen.
  6. Omega-3-Fettsäuren: Fetter Seefisch, Nüsse und Öle enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Wer auf Fisch verzichtet, kann Öle und Saaten verwenden, die viel dieser guten Fette enthalten. Das sind Leindotter-, Lein- und Rapsöl, aber auch Walnuss- und Sojaöl.
  7. Vitamin C: Gerade bei vegetarischer Ernährung ist das wichtig. Denn  das Vitamin unterstützt die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Kost und sollte deshalb als Frucht(saft) oder Gemüse mit hohem Gehalt des Vitamins eisenreiche Speisen ergänzen. Also ein Schuss Apfelsaft in den Brokkoli-Haferbrei mit Tahin geben oder Beeren im Hirse-Nuss-Brei pürieren. Möglichst zum Schluss zugeben – es verträgt Hitze schlecht!
  8. Vitamin B 12: Dieses Vitamin steckt wirklich nur in tierischen Produkten. Hier müssen besonders vegan lebende Familien aufpassen. Vitamin B12 sollte in diesem Fall als Präparat in Absprache mit dem Arzt zugeführt werden. Wer aber Milchprodukte und Eier isst, kommt problemlos auf seinen Bedarf. 
  9. Vitamin D: Vitamin D bekommen wir kaum übers Essen. Viel größere Mengen produzieren unsere Hautzellen unter Sonneneinstrahlung. Da Säuglinge noch nicht so viel Sonne abbekommen, wird Vitamin D in Kombination mit der Fluor-Prophylaxe als kleine Tablette verabreicht –unabhängig davon, für welche Ernährungsform sich die Familie entschieden hat.

Können wir unser Kind auch vegan ernähren?

Auch Muttermilch ist zwar keine Nahrung auf pflanzlicher Basis. Aber kaum eine Frau, die für sich den veganen Weg der Ernährung geht, wird ihrem Baby ihre Milch vorenthalten. Wer das ganze erste Jahr stillt, der kann die Beikost vegan gestalten. Muttermilch enthält die wichtigen Nahrungsbestandteile, die rein pflanzliche Kost dem Baby nicht liefern kann. Aber nur, wenn die Mutter optimal versorgt ist, also keinen Mangel an Vitamin B12 hat! Und wenn die Beikost klug kombiniert wird.

Einseitigkeit ist gerade bei veganer Babykost tabu. Vor Soja für Babys warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung, weil die Langzeitwirkung von Isoflavonen noch ungeklärt ist. Vor allem keine gesalzenen oder gezuckerten Soja-Fertigprodukte geben, die jetzt den Markt überschwemmen. Das tut weder der Geschmacksbildung noch dem Organismus gut. Und wenn das Baby im veganen Haushalt nicht gestillt wird? Dann braucht es im ersten Jahr eine hochwertige Säuglingsmilchnahrung – möglichst nicht auf Sojabasis.

Wann können wir die Breimahlzeiten durch feste Nahrung ersetzen?

Auch begeisterte Breiesser:innen wollen irgendwann das auf dem Teller haben, was sie bei Mama und Papa sehen. Ab dem zehnten Monat könnt ihr mit der Einführung fester Nahrung beginnen und zum Beispiel dünn belegte Käsebrote und ein kleines Glas Milch anbieten. Je nachdem, wie viele Zähne schon da sind, kann euer Kind rohes Gemüse knabbern oder klein geschnittenes Putenschnitzel essen – alles ist erlaubt. Wichtig: Das Essen sollte nach wie vor nicht gewürzt oder gesalzen sein.

Weitere wichtige Fragen rund um die Babyernährung

Unser Kind bekommt ausschließlich gesundes Essen – müssen wir ihm trotzdem die Zähne putzen?

Auf jeden Fall. Bei der Zahnpflege lautet die Empfehlung: Sobald der erste Zahn da ist, muss der auch geputzt werden. Schließlich entsteht Karies nicht allein durch Zucker, sondern durch Kohlenhydrate aller Art (Stärke, Fruchtzucker). Und: Wer schon von Anfang an lernt, dass Zähneputzen nach dem Essen dazugehört, tut sich später leichter damit.

Unser Kleines ist ganz scharf auf Kekse. Darf es daran knabbern?

Knabbern ist okay, aber lieber nicht an Süßem. Wer schon früh Kekse und Kuchen gibt, gewöhnt das Kind an den süßen Geschmack. Besser für zwischendurch: Zwieback, Reiswaffeln, Knäckebrot.

Seitdem wir zufüttern, hat unser Kleines Verstopfung – und nun?

Solange du stillst, ist der Milchstuhl breiig und süßlich im Geruch. Flaschenbabys haben einen säuerlich riechenden Stuhlgang. Nach der Einführung von Beikostrezepten verändert sich der Stuhlgang noch mal. Der Geruch ist nun nicht mehr so angenehm und auch die Farbe zeigt recht deutlich, was es heute zum Mittag gab. Manche Kinder müssen sich etwas länger an die neuen Speisen gewöhnen und haben zu Beginn Verstopfung.

  • Achte darauf, dass dein Schatz viel trinkt und auch genug Bewegung hat. Eine kleine Gymnastikrunde auf dem Wickeltisch (mit den Beinen Radfahren) oder eine ausgiebige Krabbelrunde quer durch die Wohnung helfen der Verdauung.
  • Wenn das nicht ausreicht, verzichte erst mal auf Gerichte mit Banane und Möhre und nimm stattdessen lieber welche mit Birne, Pfirsich und Pflaumenmus.
  • Auch eine kleine Bauchmassage nach dem Essen regt die Verdauung an. Hierbei wird das Babybäuchlein vorsichtig im Uhrzeigersinn massiert.

Ist Kuhmilch gut für mein Baby?

Um einer möglichen Allergie vorzubeugen, bekamen Eltern früher den Ratschlag: Keine Kuhmilch im ersten Lebensjahr! Von dieser strengen Vorschrift ist die Wissenschaft inzwischen abgerückt. Nach den neuesten Forschungen erklären die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) Kuhmilch jetzt nur noch in den ersten sechs Monaten für tabu. Im zweiten Lebenshalbjahr dürfen Babys dann 200 Milligramm pro Tag bekommen – exakt die Menge, die der Milch-Getreide-Brei enthält. Der hohe Proteingehalt von Kuhmilch würde sonst die noch nicht voll ausgereiften Nieren des Babys überfordern. Ins Fläschchen sollte bis zum ersten Geburtstag nur Fertigmilchnahrung. Mit Milch als Getränk auch erst zum Ende des ersten Lebensjahres beginnen.

Wie vorsichtig muss ich mit anderen Lebensmitteln sein, wenn ich Allergien vorbeugen möchte?

Auch da haben sich die Empfehlungen der Experten geändert. Lange hieß es: Kinder aus Allergiker-Familien mit erhöhtem Allergierisiko sollen bis zum ersten Geburtstag auf Soja, Weizen, Fisch, Nüsse und Hühnerei, verzichten. Inzwischen wurden die vorliegenden Allergie-Studien neu ausgewertet. Ergebnis: Es hilft gar nicht, Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen, zu meiden oder erst später einzuführen. Es bewahrt die Kinder nicht davor, später möglicherweise eine Allergie zu bekommen. Im Gegenteil: So lernt das kindliche Immunsystem weniger gut, die notwendigen Toleranzen zu entwickeln. Besser ist es also, darauf nicht per se zu verzichten, aber neue Obst-, Getreide und Gemüsesorten immer nur einzeln, am besten wochenweise, einzuführen. So ist leichter zu erkennen, was nicht so gut vertragen wird.

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung:

ELTERN

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