Zähne
 
Keine Chance der Karies!

Die gute Nachricht lautet: Kinder haben heute immer weniger Karies. Die schlechte lautet: Ohne Fleiß bei der Mundhygiene kein Preis! Wir sagen Ihnen, was Sie von Anfang an für ein kariesfreies Gebiss Ihrer Kinder tun können.

Ab wann muss ich mich um die Zähne meines Babys kümmern?

Zähne: Keine Chance der Karies!

Die Antwort der Kinderzahnärzte ist eindeutig: Das erste Zähnchen, das im Mund erscheint, muss geputzt werden. Doch eigentlich fängt die Zahnpflege bei Kindern schon im Mutterleib an: Das Baby bekommt später nur gesunde Zähne, wenn sich die werdende Mutter gesund ernährt. Wichtig für die Zahnentwicklung sind Kalzium und Fluorid. Deshalb gehören zu einer ausgewogenen Schwangerendiät Milch und Milchprodukte sowie fluoridiertes Speisesalz. Wichtig ist auch, dass Schwangere ihre eigenen Zähne gründlich pflegen und kranke Zähne behandeln lassen. Denn Karies ist ansteckend: Je mehr Bakterien den Mund der Mutter besiedeln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Keime später auf ihr Baby überträgt.

Wie werden die Kariesbakterien übertragen?

Beim Schmusen und Küsschengeben. Häufiger noch, wenn die Mutter den Schnuller ableckt oder den Brei vorkostet. Manche Mütter machen das reflexartig, beispielsweise wenn sie prüfen möchten, ob die Milch im Fläschchen die richtige Temperatur hat. Besser ist es, ein paar Tropfen auf den Handrücken zu geben. Doch bei aller Vorsicht: Auf Dauer lässt es sich nicht verhindern, dass Bakterien in den Mund des Kindes gelangen. Langfristig können Sie die Zähne Ihres Kindes nur durch eine konsequente Kariesprohylaxe schützen.

Kann ein Baby, das schon Zähne hat, durchs Stillen in der Nacht Karies bekommen?

Auch wenn das immer wieder behauptet wird: Für diese These gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Hier werden vielmehr Erkenntnisse aus der Flaschenfütterung auf Stillkinder übertragen. Doch nächtliches Stillen führt nicht zu der sogenannten Nuckelflaschenkaries, wie Stillberaterin Denise Both betont: "Die Trinktechniken an der Flasche und an der Brust unterscheiden sich erheblich. Beim Stillen werden die Zähne nicht ständig mit Milch umspült, da die Milch erst hinter den Zahnleisten in den Mund gelangt und dort geschluckt wird." Studien zeigen zudem, dass gestillte Kinder - bei angemessener Zahnpflege - weniger häufig an Karies leiden als Flaschen-Kinder.

Milchzahnkaries - halb so wild?

Bei Erwachsenen ist die Sache klar: Entdeckt der Zahnarzt Karies, entfernt er sie und füllt das entstandene Loch. Für die Behandlung von Kinderkaries dagegen gibt es keine klaren Richtlinien. An was Sie sich aber orientieren können: Erstens: Je besser das Milchgebiss, desto gesünder die bleibenden Zähne. Zweitens: Wird Karies nicht behandelt, können die dafür verantwortlichen Bakterien in den ganzen Körper ausschwemmen. Drittens: Wie sollen Kinder lernen, dass Zahngesundheit wichtig ist, wenn man ihr Milchgebiss vernachlässigt?

Was tun, wenn ein Kleinkind Löcher in den Zähnen hat?

In den allermeisten Fällen werden Löcher bei Kleinkindern unter Vollnarkose behandelt. Eine lokale Betäubung nimmt zwar die Schmerzen, ändert aber nichts an den gemeinen Geräuschen und Ruckeleien. Ein dreijähriges Kind wird dabei kaum ruhig sitzen bleiben. Es wird Angst bekommen und sich die Behandlung eventuell nicht gefallen lassen. Bei älteren Kindern wird mit einer gewöhnlichen örtlichen Betäubung gearbeitet.

Wann ist Schutzlack für die Milchzähne angebracht?

Wenn Klein- oder Kindergartenkinder immer wieder Karies haben, hat eine Versiegelung auch bei Milchzähnen Sinn. "In der Regel bekommen nur die großen Backenzähne einen Schutzlack. Das zahlt die Kasse. Bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko ist allerdings auch eine Versiegelung im Milchgebiss sinnvoll.", so die Kinderzahnärztin Johanna Maria Kant. Eine Versiegelung besteht aus drei Schritten: Zahnreinigung, Auftragen des Lacks, Aushärten des Lacks mit einem Speziallicht. Insgesamt ist das eine unkomplizierte, schmerzlose Prozedur.

Was bringen sogenannte Zahn-Kaugummis?

Die Mainzer Kinderzahnärztin Pia Di Christofano meint: "Kauen verstärkt die Speichelproduktion. Dadurch werden die Zähne zusätzlich umspült und gereinigt. Insofern sind - zuckerfreie! - Kaugummis eine gute Sache, wenn keine Zahnbürste zur Hand ist."
Unterschiedliche Inhaltsstoffe wirken unterschiedlich:

  • Bicarbonat: hebt den pH-Wert des Speichels und unterstützt die Remineralisierung der Zähne.
  • Xylitol: hemmt die Vermehrung von Bakterien und reduziert das Kariesrisiko.

Gegen Zahnbeläge helfen aber weder Kaugummis noch Spülungen oder Mundduschen. Deshalb müssen die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden.

Warum ist es wichtig, auch die Zunge zu schrubben?

Nach dem Zähneputzen auch noch die Zunge schrubben? Das klingt seltsam, ist aber ein Tipp von Zahnärzten. Sie raten, Kinder schon vor dem ersten Zahn mit einem Waschläppchen oder einem Gummi-Fingerling ab und zu die Zunge zu säubern - ab dem ersten Zähnchen dann täglich. Der Grund: Nicht nur im Zahnbelag, sondern auch auf der Zunge nisten Kariesbakterien. Regelmäßiges Zungereinigen reduziert das Kariesrisiko und befreit die Zunge außerdem von Speiseresten und überflüssigen Zellen. Die Folge: Ein besseres Gefühl im Mund und mehr Freude am Essen. Denn eine gut gepflegte Zunge hat ein feineres Geschmacksempfinden.