Schreibabys
 
Hilfe für gestresste Eltern

Was können Eltern mit Schreibabys tun?

Eltern, deren Nerven blank liegen, brauchen Hilfe. Das Verzwickte: Was bei dem einen Baby hilft, sorgt beim anderen für noch mehr Unruhe. Die Eltern sollten ihr Kind deshalb genau beobachten: Wann will es Aufmerksamkeit, wann braucht es Ruhe? Wann hat es gute Laune, wann schlechte? Dreht es den Kopf weg, oder verfolgt es alles um sich herum aufmerksam?

Wer sich die Zeit nimmt, sein Kind "zu lesen", wie Lieselotte Simon-Stolz es nennt, wird bald seine eigenen kleinen Tricks finden, um sein Kind zu beruhigen. "Meistens brauchen die Babys gar nicht viel", sagt die Ärztin. "Möglichst ruhige und gelassene Eltern sind die Hauptsache." Dass vielen Eltern gerade das so schwer fällt, ist verständlich. "Wann immer es geht, sollten sich gestresste Eltern deshalb eine Auszeit gönnen, das Baby mal an die Großeltern oder gute Freunde abgeben - und zwar ohne schlechtes Gewissen", sagt Lieselotte Simon-Stolz.

Hilfreich kann außerdem sein, ein Schrei-Tagebuch zu führen. So werden Eltern sensibel dafür, wann ihr Kind besonders aufdreht (z. B. nach dem Trinken oder spät abends). Und vielleicht gelingt es ja, in diesen Zeiten den Familienbetrieb einen Gang hinunterzuschalten: Telefon, Fernseher und Radio abstellen; Aufgaben gerecht verteilen (während Mama stillt, kümmert Papa sich um die große Schwester); nichts "nebenher" erledigen wollen (aufräumen, abwaschen).

Wenn gar nichts hilft, bleibt ein kleiner Trost: Die Schreiattacken hören wieder auf, ganz von allein, ohne irgendwelchen Schaden verursacht zu haben. 85 Prozent der Babys haben ihre "Kolik-Zeit" mit drei Monaten überstanden, mit vier Monaten ist in der Regel auch beim Rest der Kinder der Spuk vorbei.