Sicherheit
 
Forscherdrang in den vier Wänden

Vor kleinen Entdeckern ist keine Schublade und kein Möbelstück sicher. Und auch wenn Kinder schon etwas älter sind, ist die Neugier oft größer als das Bewusstsein für Gefahren. Mit unseren Tipps beseitigst Du die schlimmsten Fallen in Wohnung, Keller und Garten.

Artikelinhalt

In allen Räumen

Sicherheit: Forscherdrang in den vier Wänden

Dein Kind wird allmählich mobil und robbt und krabbelt quer durch die Wohnung? Dann wird es Zeit, mögliche Gefahrenquellen zu sichern. Grundsätzlich sind alle Kinder verschieden in ihrem Entdeckerdrang. Während es bei manchen Kindern reicht, dabei zu sitzen und wiederholt deutlich "Nein" zu sagen, wenn sie das CD-Regal ausräumen wollen, hält das andere Eroberer nicht davon ab. Damit Du Dein Kind auch mal unbeobachtet in einem Zimmer lassen kannst, führen wir hier alle möglichen Gefahrenquellen in der Wohnung und im Garten für Dich auf. Dein Gefühl wird Dir zeigen, ob Du lieber alles verschließt und wegsperrst oder Deinem Kind zutraust, den richtigen Umgang mit z.B. Treppenstufen zu lernen.Betrachte Deinen Wohnraum doch mal mit den Augen Deiner Kinder und aus deren Blickwinkel. Gehen dazu in die Hocke und schau, was aus dieser Sicht alles interessant ist: Wo gibt es Knöpfe zu drücken, Türen und Schubladen zu öffnen, was kann heruntergezogen werden, wo kann man klettern, was könnten Kinder verschlucken?

  • Spezielle Klebeplättchen geben Steckdosen nur nach einer Dreh-Steck-Bewegung frei (ca. 0,50 Euro; Baumarkt).
  • Fenstergriffe kann jeder selbst gegen abschließbare (ab ca. zehn Euro; Baumarkt) austauschen.
  • Balkontüren nicht vergessen - ist eine Kind erst draußen, will es auch über die Brüstung gucken und klettern.
  • Balkongitter mit einer innen gespannten Markise klettersicher machen.
  • Gittertüren versperren steile Treppen (ab ca. 50 Euro; Babyausstatter).
  • Treppen außerdem durch aufgeklebte Gummistreifen oder Treppenläufer rutschfest machen.
  • Lose herumliegende Kabel sind Stolperfallen.
  • Viele Zimmerpflanzen sind giftig, viele enthalten Säfte, die die Schleimhaut verätzen. Am besten eine Zeit lang darauf verzichten oder unzugänglich aufstellen.

In der Küche

  • Wer neugierige Kinder in der Küche nicht immer im Auge haben kann, bringt ein Schutzgitter um die Kochstellen an (ab ca. 30 Euro; Küchenausstatter).
  • Messer, Gabel, Scher’ und Licht aus den unteren Schubladen in die oberen Schränke räumen, ebenso Putzmittel, Alkoholika und Essig. Zusätzlich: Innenhaken anbringen (ca. 0,50 Euro; Babyausstatter).
  • Kühlschränke enthalten verlockende Dinge. Auf der Suche danach kann Schweres herausstürzen. Daher Tür mit Aufklebe-Riegel sichern.
  • Die meisten Herdknöpfe lassen sich zum Schutz vor Kinderhänden abziehen. Backöfen haben heute schon oft eine kühle Front - wenn nicht, ist beim Backofenbetrieb die Küche tabu!
  • Nicht benutzte Elektrogeräte wegräumen oder Kabel aufrollen. Sonst reizen sie zum festhalten und herunterziehen.

Im Badezimmer

  • Damit sich ein Kind nicht am heißen Wasser die Finger verbrüht, haben moderne Mischbatterien eingebaute Temperaturbegrenzer. Für Ältere gibt es sie auch zum Nachrüsten (ab ca. 80 Euro; Sanitärfachhandel).
  • Bad- und WC-Reiniger, aber auch Pflegeprodukte, die gut riechen, verschwinden auf Nummer sicher hinter verschlossenen Türen.
  • Erst recht Medikamente - die gehören in ein abschließbares Schränkchen! Aber bitte den Schlüssel nicht stecken lassen, sondern kindersicher wegräumen.
  • Elektrizität und Wasser sind eine lebengefährliche Paarung. Elektrogeräte dürfen niemals mit Wasser in Kontakt kommen können und schon gar nicht ins Wasser fallen. Deshalb immer nach Gebrauch ausstecken und wegräumen.
  • Rutschfeste Einlagen in Badwanne und Dusche kommen auch den Großen zugute.

Im Kinderzimmer

Selbst der am meisten nach den Bedürfnissen der Kinder eingerichtete Raum weist oft potenzielle Gefahrenquellen auf.

  • Bei Babybetten dürfen die Gitterstäbe nur Abstände zwischen sechs und 7,5 cm haben (damit kein Köpfchen durchgesteckt werden kann).
  • Wickeltische sind nur sicher mit seitlichem Rand.
  • Lose Teppiche können rutschen und zu Stürzen führen, wenn sie keine Unterlage haben.
  • Hochbetten sind für Kleinkinder nicht geeignet, auch Große brauchen eine hohe Reling. Leiter sichern, wenn Kleinkinder da sind.
  • Scharfe Heizkörperkanten durch Verkleidung oder vorgerückte Möbel schützen.
  • Die Kordel von Rollos darf für kleine Kinder nicht erreichbar sein (Strangulierungsgefahr).

Im Wohnbereich

  • Regale laden zum Klettern ein: also untere Bretter wegnehmen, Schubladen durch Innenhaken sperren.
  • Wer das Laufen lernt, sucht Halt. Deshalb: kein oder ein festgeklammertes Tischtuch, auf dem auch möglichst nichts steht.
  • Babys gemeinster Feind: der Couchtisch, dessen Platte sich ziemlich genau in der Höhe seines Köpfchens befindet. Gegen kantige Ecken aus Stein oder Glas gibt es Schutzkappen (Set ca. zwei Euro; Babyausstatter, Möbelhaus).
  • Alkoholika sind Gift für Kinder und gehören unter Verschluss oder außer Reichweite.
  • Aschenbecher immer sofort ausleeren. Feuerzeug, Streichhölzer und Zigaretten wegräumen.

Abstellräume, Keller und Dachböden

Schummeriges Licht, modriger Geruch, unzählige Kisten, Kartons und Flaschen - Kellerräume oder Dachböden sind für kleine Forscher ein wahres Paradies. Hier lagern verrostete Nägel, defekte Elektrogeräte oder Farbreste - extrem interessant und leider auch extrem gefährlich. Deswegen sollten Eltern darauf achten, dass die Türen zu diesen Räumen immer gut verschlossen sind. Gerade ältere Kinder wollen Papa oder Mama aber gerne beim Arbeiten zur Hand gehen und kommen auf diesem Weg irgendwann auch in den Keller. Gefahren minimieren können Sie, indem Sie dafür sorgen, dass

  • alle Chemikalien, Farben, Lösungs- und Düngemittel fest verschlossen sind. Am besten verstaut man sie in einem abschließbaren Schrank.
  • oben genannte Mittel nicht in aussortierte Getränkeflaschen umgefüllt werden. Sonst kommt es leicht zu Verwechslungen.
  • auch Werkzeug für Kinder unzugänglich aufbewahrt wird.
  • ausreichend Licht vorhanden ist.
  • keine Stolperfallen aufgebaut sind.

Im Garten

Langsam wird es draußen wieder etwas wärmer und Ihre Kinder zieht es ins Freie. Glücklich, wer einen eigenen Garten hat. Aber auch auf diesem überschaubaren Gebiet sollten Sie auf Unfallgefahren achten.

  • Auf Bäume klettern: Vor allem alte Obstbäume sind bruchgefährdet, beschneiden Sie deren Äste am besten so weit, dass Kinder nicht darauf klettern können. Weniger bedenklich sind kräftige Laubbäume: hier können Sie eine Strickleiter anbringen oder sogar ein Baumhaus bauen.
  • Gartenteiche sehen schön aus und bieten Fischen, Fröschen und Pflanzen neuen Lebensraum. Für Kinder, insbesondere Kleinkinder, können sie aber sehr gefährlich sein. Kleine Kinder können in wenigen Zentimeter flachem Wasser ertrinken, wenn sie plötzlich mit dem Gesicht hinein fallen. Deswegen sollten Sie den Teich unbedingt durch einen Zaun sichern. Der sollte mindestens einen Meter hoch sein und für Kinder nicht zu erklettern.
  • Auch Regentonnen im Garten sollten mit einem abschließbaren Deckel gesichert werden.
  • Beim Kauf von Klettergerüsten, Schaukeln oder Rutschen auf das CE-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) achten. Die Geräte müssen sicher im Boden verankert sein - nicht nur beim Aufbau prüfen, sondern auch danach in regelmäßigen Abständen.
  • Pflanzen mit giftigen Blüten, Blättern und Früchten aus dem Garten verbannen.
  • Gartengeräte sofort nach dem Gebrauch wieder wegräumen und sicher verstauen.

Webtipp

Noch mehr Infomationen, ein Expertenforum und einen Test für Kinder findest Du auf den Internetseiten der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.Hier geht's zur Homepage.