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Baby Haarausfall beim Baby: Ein natürlicher Prozess

Eine Mutter hält ihr Baby mit Haarausfall auf dem Arm
© Tomsickova Tatyana, Shutterstock
Dein Baby wurde mit einem Schopf voller Haare geboren und jetzt findest du sie überall verteilt in Babybett und Kinderwagen? Keine Sorge: Haarausfall bei Babys ist in den meisten Fällen völlig normal. Warum das so ist und ob du etwas gegen ihn tun kannst, erfährst du hier.

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Auf einen Blick

  • Haarverlust tritt bei Babys meistens innerhalb der ersten sechs Monate nach der Geburt auf.
  • Die häufigsten Gründe sind hormonelle Veränderungen und okzipitale Alopezie (die Reibung des Hinterkopfes gegen Unterlagen).
  • Zwar ist der Haarausfall bei Babys ein natürlicher Prozess und kann somit nicht aufgehalten werden.
  • Aber die gute Nachricht ist, dass er sich innerhalb eines Jahres meistens von selbst reguliert.

Haarausfall betrifft Babys in unterschiedlichem Maß. Hat dein Baby beispielsweise nur einen dünnen Flaum auf dem Kopf, fällt dir der Haarverlust vielleicht gar nicht auf. Wurde es andererseits mit einer richtigen Haarpracht geboren, ist er kaum zu übersehen. Und während manche Babys nur hier und da ein paar Haare verlieren, sind andere wenige Monate nach der Geburt auf einmal komplett kahl.

Wann tritt der Haarausfall beim Baby normalerweise auf?

Haarausfall bei Babys tritt zumeist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auf. Um die Drei-Monats-Marke ist der Verlust normalerweise am stärksten. Allerdings ist der Haarausfall nicht immer gleich erkennbar. Denn in vielen Fällen überschneiden sich Haarwuchs und Haarausfall. Übrigens – fun fact: Nur weil dein Baby vielleicht mit blonden Haaren geboren wurde, muss das nicht so bleiben. Die nachwachsenden Haare haben nicht selten eine andere Farbe als die nach der Geburt.

Was sind die häufigsten Ursachen für Haarverlust beim Baby?

Der häufigste Grund: Hormone
Schon während der Schwangerschaft wird dein Baby von deinen Hormonen beeinflusst. Unter anderem ist dein Östrogenspiegel erhöht (was für viele Frauen eine vollere Haarpracht zur Folge hat). Kurz nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel aber rapide ab. Haare, die sich durch den erhöhten Wert während der Schwangerschaft länger in der Ruhephase befanden, gehen jetzt aus. Den gleichen Effekt erleben nun zahlreiche Babys.
 
Reibung
Viele Babys entwickeln nach einiger Zeit runde, kahle Stellen am Hinterkopf. Die Ursache: Reibung. Zurückzuführen ist das auf die Schlaf- und Liegepositionen der Kleinen. Ruht dein Baby über einen längeren Zeitraum in der gleichen Position in Babybett und Kinderwagen, sorgt die Reibung gegen die Unterlage für den Haarausfall. Wissenschaftlich spricht man hier von einer okzipitalen Alopezie. Sobald sich dein Baby drehen kann, füllen sich die kahlen Stellen aber nach und nach von selbst wieder.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 widerspricht dieser Theorie allerdings. Die Wissenschaftler argumentieren darin, dass Haarausfall bei Babys nicht auf äußere Faktoren nach der Geburt zurückzuführen ist. Sie schlussfolgern, dass vor allem Babys aus folgenden Gruppen von okzipitaler Alopezie betroffen sind: Babys, die vaginal geboren wurden, Babys von Müttern, die zum Zeitpunkt der Geburt jünger als 34 Jahre alt waren, und solche, die um ihren errechneten Geburtstermin geboren wurden.

Diese Studie allein kann eine Korrelation von Reibung und Haarausfall bei Babys allerdings auch nicht widerlegen.

Welche selteneren Gründe gibt es noch?

Alopecia areata
Alopecia areata ist eine genetische Form des Haarausfalls und äußerst sich in ungleichmäßig verteilten kahlen Stellen. Konkret handelt es sich hier um einen Defekt des Immunsystems von Betroffenen, das gesunde Haarzellen angreift und zerstört. Es ist bis heute nicht geklärt, warum bei dieser Form des Haarausfalls kahle Stellen langfristig betroffen sind, die Haare direkt daneben aber ganz normal wachsen. Alopecia areata tritt äußerst selten bei Kindern unter sechs Monaten auf.

Milchschorf
Fehlen deinem Baby allerdings nicht nur Haare auf dem Kopf, sondern dieser ist auch von einer krustigen Schicht überzogen, kann es sich hierbei um Milchschorf handeln. Es ist nicht geklärt, was genau Milchschorf verursacht, aber die meisten Ärzte gehen davon aus, dass er etwas mit hormonellen Veränderungen zu tun hat. Milchschorf an sich verursacht auch keinen Haarausfall. Nur falls die Eltern versuchen, den Schorf abzulösen, können sie dabei die feinen Babyhaare ausziehen. Es empfiehlt sich ohnehin, den Schorf in Ruhe zu lassen. Meist reguliert er sich innerhalb weniger Wochen von selbst. Solltest du dir dennoch Sorgen machen, sprich am besten mit deinem Kinderarzt.

Ringelflechte
Ringelflechte ist eine ansteckende Pilzinfektion der Haut, die an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten kann. Sie hinterlässt oft einen roten, ringförmigen Ausschlag auf der Kopfhaut und kann unter anderem zu Haarausfall führen. Ringelflechte kommt bei Babys eher selten vor. Solltest du dennoch den Verdacht haben, sprich auch hier am besten mit deinem Kinderarzt.

Was kannst du gegen Haarausfall bei deinem Baby tun?

Tatsächlich brauchst und kannst du nicht wirklich etwas gegen ihn tun. Denn in den allermeisten Fällen ist der Haarausfall hormonell bedingt und reguliert sich innerhalb weniger Monate von selbst wieder.

Grundsätzlich gilt aber folgendes bei der Pflege von Babyhaaren:

  • Verwende milde Shampoos und wasche die Haare deines Babys idealerweise nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche.
  • Spezielle Bürsten für Babys sind besonders sanft und ziehen nicht so stark an den Haaren.
  • Versuche, deinem Baby in seinen Wachphasen ausreichend Zeit auf dem Bauch zu geben. Das ist ohnehin sinnvoll, vermeidet aber auch ständigen Druck auf den Hinterkopf und beugt somit kahlen Stellen vor. Denk aber daran, dass dein Baby immer auf seinem Rücken schlafen sollte!

Fazit: Haarausfall bei Babys ist fast immer hormonell bedingt, harmlos und reguliert sich bis zum ersten Lebensjahr von selbst wieder. Sollte dein Kind nach einem Jahr immer noch mit Haarausfall zu kämpfen haben, oder aber du entdeckst einen Ausschlag oder ungewöhnliche Verkrustungen, dann lohnt es sich, einen Kinderarzt aufzusuchen.

Quellen:

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