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Kleiner Piks, große Wirkung

Für viele Eltern ist Impfen selbstverständlich, andere haben vielleicht Bedenken. Doch alle machen sich Gedanken um die Gesundheit ihrer Kinder. Wann sollten die Kleinen welche Impfung bekommen, und kann das nicht auch alles zu viel werden?

Kleiner Piks, große Wirkung
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Masern, Röteln, Mumps – die paar Kinderkrankheiten, die sind doch schnell überstanden! Viele Eltern fragen sich sogar, ob es für das Immunsystem nicht besser ist, wenn ihr Kind die Krankheiten durchmacht. „Nein“, sagt Marco Thiele, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin in der Helios Klinik Jerichower Land.
„Diese sogenannten Kinderkrankheiten beschreiben lediglich den Zeitraum ihres Auftretens, nicht jedoch ihre Harmlosigkeit. Häufig können sie mit Komplikationen verbunden sein, zu bleibenden Behinderungen führen oder sogar einen tödlichen Verlauf nehmen“, so Thiele. Darüber hinaus besteht noch die Gefahr, die „Kinderkrankheiten“ als Erwachsener zu bekommen, und dann ist das Risiko für Komplikationen sogar noch höher. Und auch wenn diese Krankheiten nicht mehr so weit verbreitet sind – es gibt sie nach wie vor. Das gilt übrigens auch für andere schwere Infektionskrankheiten – erst durch die hohe Durchimpfungsrate sind sie sehr, sehr selten geworden. „Deshalb“, so Thiele, „ist es wichtig, so früh wie möglich mit dem Impfen zu beginnen – das heißt, sobald das Kind zwei Monate alt ist. Denn der Körper braucht etwas Zeit, um die notwendigen Abwehrstoffe zu bilden.“ 
 
Impfen ist wie Infektion ohne Risiko
Nur die Allerkleinsten haben den sogenannten „Nestschutz“ und profitieren von den Antikörpern ihrer Mutter – zunächst über die Nabelschnur und später über das Stillen. Die Krux dabei: Der Schutz ist oft nicht ausreichend, und Mama muss die jeweilige Krankheit früher selbst gehabt haben oder dagegen geimpft sein. Und wird Baby schließlich größer, muss es ohnehin selber Antikörper bilden. Das geht am gefahrlosesten über eine Impfung. Der Impfstoff enthält die jeweiligen Krankheitserreger in abgeschwächter Form, der Körper bekämpft sie und ist anschließend immun.
 
„Wie viel Schutz das Kind bekommt, entscheiden die Eltern letztendlich selbst", sagt Thiele. Er und seine Kollegen befürworten die Impfempfehlungen der STIKO, der Ständigen Impfkommission. Einen Impfkalender findest du hier.

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Reaktionen sind erwünscht
„Achten Sie auf die Impftermine im Impfpass und halten Sie die Abstände zwischen den Impfungen ein“, rät Mediziner Thiele. Und keine Sorge: Die vielen verschiedenen Impfungen überfordern den zarten Organismus keineswegs. „Das Immunsystem von Babys und Kleinkindern ist dafür ausgerüstet, sich gleichzeitig mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinanderzusetzen“, weiß Thiele. Eine Reaktion nach dem Piks ist sogar ein gutes Zeichen. Schließlich ist die Impfung so etwas wie eine Infektion light. Das Immunsystem reagiert ähnlich wie bei einer echten Infektion. Lokale Schwellungen, Hautrötungen oder Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und verminderter Schlaf zeigen, dass das Immunsystem reagiert, und sind eine normale und gewollte Reaktion.
 
Mehr zum Impfen, zum Beispiel wie es sanft und ohne Tränchen geht, findest du hier. Und auch im Online-Magazin der Helios Kliniken gibt es jede Menge Expertenrat rund um die Themen Impfen und Kindergesundheit.