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Periode trotz Stillen Das solltest du über die Regelblutung in der Stillzeit wissen

Auch wenn du stillst, kannst du deine Periode bekommen.
© HillLander / Adobe Stock
Wann deine Menstruation nach der Geburt wieder kommt, ist bei jeder Frau anders und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ob und wann du deine Periode trotz Stillen bekommst, erklären wir dir hier.

Vielleicht fragst du dich – wie viele andere frisch gebackene Mütter – wann deine erste Regelblutung nach der Geburt wieder einsetzt. Wenn du darauf eine ganz konkrete Antwort haben wolltest, müssen wir dich enttäuschen: Dafür gibt es keinen genauen Fahrplan und keinen festen Zeitpunkt und wahrscheinlich musst du dich etwas in Geduld üben. Auch ob deine Periode trotz Stillen wiederkommt, ist bei jeder Frau anders.

Ohnehin ist dein Körper erst einmal mit anderen Dingen beschäftigt. Schließlich beginnt nach der Geburt die Rückbildung, was bedeutet, dass eine Menge körperlicher Veränderungen während der Zeit der Schwangerschaft nun nach der Geburt wieder rückgängig gemacht werden. Das dauert einige Monate. Auch mögliche Geburtsverletzungen heilen in dieser Zeit aus und die Hormone müssen sich neu einspielen. Kein Wunder also, dass sich dein Körper erste einmal Zeit lässt, bevor es weitergeht wie zuvor.

Wann kommt die erste Monatsblutung frühestens?

Nach einer Geburt kommt die erste Monatsblutung in etwa frühestens nach fünf Wochen. Meist auch erst dann, wenn der Wochenfluss vollständig vorüber und die Schwangerschaftsrückbildung zu einem gewissen Teil abgeschlossen ist. 

Zudem hängt es auch von der Höhe des Prolaktinspiegels ab, wann du deine erste Periode nach der Geburt bekommst. Prolaktin ist ein Hormon, das für die Produktion von Muttermilch eine zentrale Rolle spielt. Bei stillenden Müttern ist der Prolaktinspiegel höher als bei nicht-stillenden Mamas. Solltest du nicht stillen, kommt höchstwahrscheinlich auch deine Periode schneller zurück.

Periode trotz Stillen – geht das?

Es kursieren Gerüchte, dass die Blutung nicht einsetzen kann, solange du stillst. Doch das ist ein Irrglaube – eine Periode ist trotz Stillen sehr wohl möglich. Allerdings hängt der Zeitpunkt auch dann von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie oft du stillst.

In der Zeit des Stillens ist dein Prolaktinspiegel erhöht und nimmt in den kommenden Wochen weniger schnell ab als bei nicht-stillenden Müttern. Je öfter du stillst, desto höher ist auch dein Prolaktinspiegel. Viel Prolaktin hemmt die Reifung der Eizellen und wenn diese nicht reifen können, kommt es nicht zum Eisprung und folglich bleibt dann mit dem Stillen auch die Periode aus. Bis das passiert, können unter Umständen viele Monate vergehen. Und so bekommen manche Frauen erst nach einem ganzen Jahr nach der Geburt ihre erste Regelblutung.

Wenn die Still-Zyklen länger werden und du nur noch gelegentlich stillst, können die Eizellen wieder zu reifen beginnen, es kann zum Eisprung kommen und die Periode setzt trotz Stillen wieder ein. 

Hier findest du alle Infos rund um das Thema Stillen

Darf ich trotz Periode stillen?

Ein weiterer Irrglaube, von dem man immer wieder hört oder liest: Frauen dürfen während der Periode nicht stillen. Das stimmt nicht! Nur weil du deine Tage wieder bekommen hast, bedeutet dies nicht, dass du mit dem Stillen aufhören musst. Dein Baby bekommt mit deiner Muttermilch weiterhin alles, was es für seine Entwicklung braucht. Zudem ist es wichtig, dass du weiter stillst, denn schließlich bestimmt beim Stillen die Nachfrage das Angebot. Hörst du also auf zu stillen, wird sich die Milchmenge verringern und das möchtest du sicherlich nicht.

Es kann lediglich vorkommen, dass du kurzzeitig etwas weniger Milch produzierst, wenn du deine Periode hast. Das ist völlig normal. In den allermeisten Fällen dauert diese Reduktion der Milchmenge nur ein paar Tage an und hat sich dann ganz von allein wieder normalisiert. 

Wenn dein Kind beim Stillen unruhig ist, während du deine Tage hast, kann dies daran liegen, dass sich die Zusammensetzung der Muttermilch manchmal verändert. Das kann dazu führen, dass sie anders schmeckt als dein Baby es gewohnt ist. Aber auch das ist keineswegs ein Grund zur Sorge.

Der Menstruationszyklus nach der Geburt und während des Stillens

So wie die Periode trotz Stillen kommen oder auch für lange Zeit ausbleiben kann, so unvorhersehbar und unregelmäßig können auch die ersten Menstruationszyklen nach der Geburt sein. Bei manchen Frauen sind die ersten Zyklen sehr lang. Sie haben die erste Blutung nach der Geburt und warten danach wieder mehrere Monate auf die nächste. Andere Frauen wiederum werden nur kurze Zeit nach der ersten Periode schon von der zweiten überrascht. Das alles liegt völlig im Bereich des Normalen. 

Genauso kann es vorkommen, dass die ersten Blutungen nach der Geburt besonders stark sind und länger andauern als vor der Schwangerschaft. Oftmals sind diese dann auch schmerzvoller als gewohnt. Üblicherweise wird sich dies aber in den folgenden Monaten auf das Vor-Schwangerschafts-Niveau einpendeln. Bei einigen Frauen verändert sich die Länge der Zyklen und die Intensität der Blutung dauerhaft.

Wenn du unsicher bist oder unter starken Regelschmerzen leidest, solltest du dies auf jeden Fall mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin besprechen.

Periode trotz Stillen – Was ist mit Verhütung?

Du hast deine Periode trotz Stillen bekommen und fragst dich, ob du nun verhüten musst? Die Antwort ist. Auf jeden Fall! Es sei denn du möchtest gerne gleich wieder schwanger werden. Wenn du nicht schwanger werden möchtest, solltest du unbedingt verhüten, wenn du wieder Geschlechtsverkehr hast. Und das bereits bevor du deine Periode wieder bekommen hast. Denn ob du einen Eisprung hast und damit schon wieder empfängnisbereit bist, merkst du wahrscheinlich gar nicht. Soll das Brüderchen oder Schwesterchen für dein Baby noch etwas warten, besprich dies am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Mehr Infos zum Verhüten in der Stillzeit findest du hier.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In den ersten Wochen nach der Geburt haben Frauen den sogenannten Wochenfluss. Die Periode setzt mindestens in dieser Zeit aus.
  • Vor der ersten Periode kommt es zur Rückbildung und zur Stabilisierung des Hormonhaushaltes.
  • Die erste Regelblutung kommt frühestens zwischen fünf Wochen nach der Entbindung.
  • Stillen trotz Periode ist durchaus möglich, auch wenn stillende Frauen meist länger warten müssen.
  • Je öfter das Baby gestillt wird, desto höher ist der Prolaktinspiegel und desto länger dauert es bis zum Einsetzen der Periode.
  • Frauen sollten nach der Geburt auf jeden Fall verhüten, wenn sie nicht gleich wieder schwanger werden möchten.  

Wenn du einen genauen Überblick über deine Periode erhalten möchtest, kannst du auch unseren Periodenkalender verwenden.

Verwendete Quellen:

ELTERN

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