Kombi-Kinderwagen
 
Teuer ist nicht immer gut

Er steht ganz oben auf der Anschaffungsliste werdender Eltern und kostet oft ein Vermögen: der Kinderwagen. Dabei ist teuer nicht immer gut, wie aktuelle Testergebnisse von Stiftung Warentest zeigen.

Kinderwagen
Thinkstock, Bakharev

Ein einziger Kinderwagen vom Säuglings- bis zum Kleinkindalter. Verlockend für viele Eltern, geben Sie doch bis zu 1350 Euro für einen passenden Kinderwagen aus. Praktisch soll er sein, leicht zu verstauen und das Design soll natürlich auch der neusten Mode entsprechen. Super, wenn man da nicht alle paar Monate ein neues Modell suchen muss, weil das Kleine mal wieder rasant in die Höhe gewachsen ist. Stiftung Warentest hat nun insgesamt 14 Kombi-Kinderwagen für Säuglinge und Kleinkinder getestet. Die Ergebnisse sind überraschend, denn nur ein einziges Modell schneidet mit „gut“ ab. Insbesondere Kinderwagen aus höheren Preisklassen fallen mit schlechten Testergebnissen auf. Wir haben die Haupt-Kritikpunkte für Sie zusammengestellt

Schadstoffe an Griffen und in Bezügen

Erschreckend: Viele der getesteten Kombi-Kinderwagen enthielten gesundheitsschädigende Schadstoffe. So zum Beispiel der Joolz Day Earth, bei dem im Bezug polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden wurden. Diese Substanzen gelten als krebserregend, können das Erbgut verändern und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Gleiches Problem beim Stokke Trailz. Hier wurden bereits seit 2012 verbotene Chlorparaffine am Schiebegriff festgestellt. Mütter, die diese Weichmacher über die Haut aufnehmen, können die Stoffe über die Muttermilch an Ihre Babys weitergeben. Stokke  hat den Trailz bereits zurückgerufen, als Grund hierfür jedoch technische Fehler angegeben. Dass es auch besser geht, zeigt der Naturkind Terra plus, der als einziger Kinderwagen schadstofffrei getestet wurde.

Platzmangel in der Tragetasche

Baby liegt in Kinderwagen
Thinkstock, Irina Magrelo

Schön gemütlich im Kinderwagen schlummern, während Mama und Papa einkaufen oder durchs Viertel spazieren. Das ist für Babys im Britax Go besonders erholsam, denn die Liegefläche seiner Tragetasche bietet richtig viel Platz für die kleinen Wonneproppen. Eine 35cm x 78cm große Liegefläche ist optimal für ein erholsames Nickerchen. Doch die meisten Kinderwagen-Tragetaschen sind viel zu klein. Gerade im Hinblick auf dicke Klamotten, Fußsack und Decke für kalte Wintertage stoßen viele Babys bereits ab dem vierten Monat mit ihren Füßchen an.

Keine Liegemöglichkeit im Sportwagenaufsatz

Wird die Liegefläche in der Tragetasche zu klein, müssen Babys in den Sportwagenaufsatz umziehen. Eigenständig sitzen können die Kleinen frühestens ab dem 7. Monat. Bis dahin fehlt ihnen noch die entsprechende Muskulatur. Deshalb wird empfohlen, Babys im Sportwagenaufsatz für die Zwischenzeit möglichst flach hinzulegen. Doch bei einigen Kombi-Kinderwagen ist dies gar nicht erst möglich. Auch hier enttäuschen wieder die hochpreisigen Kinderwagenmodelle, denn beim Bugaboo Cameleon3 Base, Joolz Day Earth und dem Stokke Trailz sitzen die Kinder in einem festen Winkel von rund 100 Grad.

Feste Fußstützen

Sportwagenaufsätze der meisten Kombi-Kinderwagen-Anbieter sind für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren geeignet. In dieser Zeit wachsen Kinder natürlich noch ordentlich. Damit die kleinen Passagiere nicht ins Straucheln kommen, wenn der Weg mal etwas uneben ist und sie immer einen sicheren Halt haben, sollten die Fußstützen flexibel an die Größe der Kinder anpassbar sein. Dies ist leider nur beim Gesslein F6 Air+, beim Hartan Topline S, Joolz Day Earth und Stokke Trailz der Fall. Alle anderen getetsten Modelle fallen hier aufgrund fester Fußstützen durch.

Der Testsieger:

Britax Go
PR, Britax

Klarer Sieger ist der Britax Go, der als einziger der getesteten Kombi-Kinderwagen das Qualitätsurteil "gut" erhielt. Positiv aufgefallen sind bei dem Modell die gute Tragetasche, das leicht bedienbare Klappsystem und die für kleine und mittelgroße Erwachsene geeignete Schieberhöhe. Allerdingsgibt es auch hier Mängel: Der Sitz lässt sich nicht ganz flach verstellen und die Fußstützen sind fix. Der Britax Go liegt preislich bei ca. 950 Euro.

Die detaillierten Testergebnisse finden Sie unter www.test.de.