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Windeln wechseln So gelingt euch das Windelwechseln im Handumdrehen

Vater wechselt Baby die Windel
© Corinna / Adobe Stock
Das Baby ist da – und die Freude groß! Doch schon wenige Stunden nach der Geburt stehen frischgebackene Eltern vor ihrer ersten Hürde: dem Wickeln. Wie also solltet ihr eurem Baby die Windeln wechseln? Alle Infos rund ums Wickeln findet ihr hier.

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Ein neugeborenes Baby wird im Schnitt sechs bis zehn Mal pro Tag gewickelt. Kleinkinder benötigen später nur noch vier bis sechs Mal pro Tag eine frische Windel. Das Thema Windeln wechseln wird euch also einige Jahre begleiten. Damit das Wickeln eures Babys schnell und reibungslos verläuft, haben wir euch wertvolle Infos und Tricks zusammengetragen.

Benötigt ihr eine Wickelkommode?

Eine Wickelkommode ist eine sinnvolle Anschaffung – und gehört auf die Liste für die Baby-Erstausstattung. Alternativ gibt es auch Wickeltische oder Wickelaufsätze zu kaufen. Ein Wickelaufsatz für eine Waschmaschine oder Badewanne bietet sich zum Beispiel an, wenn ihr nicht viel Platz in eurer Wohnung habt. Egal, ob Kommode oder Aufsatz: Der Wickelplatz sollte stabil, sicher, warm und behaglich sein. Sucht euch einen festen Ort in euren vier Wänden, an dem ihr alles griffbereit habt. Um den Rücken zu schonen, empfiehlt sich ein Wickelplatz in einer Höhe ab 80 Zentimetern. Übrigens: Die Kommode sollte keiner direkten Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt sein.

Wie wichtig ist eine Wärmelampe?

Eine Wärmelampe kann unter Umständen sinnvoll sein. Das kommt ganz darauf an, wo sich euer Wickelplatz befindet. Ist die "Windelstation" im Bad, reicht die Wärme vermutlich aus. Idealerweise ist die Temperatur beim Windeln wechseln immer bei rund 22 bis 25 Grad. Wer ein Sommerbaby hat, kann ebenfalls auf die Anschaffung verzichten. Für einen Wickeltisch in einem weniger beheizten Raum wie etwa dem Schlafzimmer ist ein Heizstrahler für Babys zu empfehlen – besonders im Winter. Achtet darauf, dass die Lampe einen Mindestabstand von einem Meter zu eurem Kind hat, damit es nicht zu warm wird. Bei den meisten Wärmelampen lassen sich zudem unterschiedlich Wärmegrade einstellen.

Welche Wickelutensilien werden benötigt?

Hebammen empfehlen, alle wichtigen Wickelutensilien immer griffbereit am Wickelplatz zu haben. Für das reibungslose Windelwechseln benötigt ihr folgendes Zubehör:
  • Frische Windeln
  • Einen weichen Waschlappen, Reinigungspads oder Feuchttücher
  • Warmes Wasser (am besten vorbereitet in einer Thermoskanne)
  • Einen Windeleimer, der idealerweise verschließbar ist
  • Eventuell Wundschutzcreme
  • Spielzeug – z.B. ein Mobile über dem Wickeltisch oder Rasseln zur Ablenkung

Wie wechselt ihr eine Windel? Eine Step by Step-Anleitung!

Windeln wechseln ist kein Hexenwerk! Damit es reibungslos klappt, solltet ihr jedoch ein paar Handgriffe einüben. Denn letztlich muss das Wickeln zu jeder Tages- und Nachtzeit – ob unterwegs oder zu Hause – sitzen.
Schritt 1: Windel loswerden: Als Erstes legt ihr euer Baby vorsichtig auf eine Wickelunterlage, öffnet den Body und entsorgt die schmutzige Windel im Windeleimer. Im Idealfall befindet sich dieser in unmittelbarer Nähe.
Schritt 2: Richtig greifen: Um die Fuß- und Kniegelenke des Babys nicht zu belasten, ist es wichtig, das Baby richtig zu greifen. Umfasst mit der rechten Hand den linken Oberschenkel und beugt es im Hüftgelenk. Das andere Bein eures Babys liegt nun auf dem Arm. Linkshänder machen es andersherum. Mit diesem Griff könnt ihr den Po leicht anheben und säubern.
Schritt 3: Sauber machen: Nehmt nun einen feuchten, weichen Waschlappen oder ein Feuchttuch und säubert den Babypo gründlich. Seife wird dafür nicht benötigt. Anschließend muss der Bereich trocken getupft werden. Ist der Popo ein wenig rot, könnt ihr Wundschutzcreme auftragen.
Schritt 4: Windel anlegen: Zum Schluss legt ihr eurem Baby eine frische Windel an – und achtet darauf, dass diese nicht zu eng oder locker sitzt. Bei einem Säugling sollte der Nabel nicht durch die Windel mit abgedeckt werden und offenbleiben, damit er besser abheilen kann. Deshalb wird die Windel einmal nach innen oder außen eingeschlagen
Trick zum Wickeln

Profitipp: Kleinkinder im Stehen windeln

Je älter die Kinder werden, desto weniger Lust haben sie, sich ihre Windeln wechseln zu lassen. Eine gute Alternative zum Liegen kann es sein, wenn das Kleinkind beim Wickeln stehen bleibt. So funktioniert’s:
  1. Zieht die Hose oder Strumpfhose eures Kleinkindes aus und öffnet den Body. Achtet darauf, dass die Kleidung nicht schmutzig wird.
  2. Entfernt die alte Windel und säubert euer Kind, bevor es sich mit schmutzigem Po hinsetzen kann.
  3. Legt die neue, geöffnete Windel auf euren Oberschenkel und setzt euer Kind mittig auf die neue Windel. Achtet bei der Prozedur darauf, dass euer Kind sich festhalten kann.
  4. Faltet den vorderen Teil der Windel nach oben und fixiert nacheinander die Klebestreifen an den richtigen Stellen. Und voilà: Schon ist euer Kind im Stehen frisch gemacht.

Was tun, wenn euer Baby beim Windeln schreit?

Beim Windeln eures Babys geht es nicht nur darum, eine dreckige Windel zu wechseln, sondern auch darum, Sicherheit zu vermitteln. Es ist deshalb wichtig, Körperkontakt zu eurem Baby zu halten und mit ihm zu sprechen. Singt eurem Kind etwas vor oder pustet ihm auf den Bauch. Nutzt Spielzeug oder die Wärmelampe, damit euer Baby abgelenkt ist und es kuschlig warm auf dem Wickeltisch hat. Und wenn das alles nicht gegen das Schreien hilft, dann müsst ihr euch beeilen, um euer Baby anschließend auf dem Arm zu trösten.
Auch größere Babys bzw. Kleinkinder wehren sich gerne noch mit Händen und Füßen gegen das unliebsame Wickeln. Hier hilft es, das Kind nicht aus einer Beschäftigung zu reißen, sondern ihm die Prozedur anzukündigen. Bleibt gelassen und flexibel, denn Stress überträgt sich auf euer Kind. Lenkt es ab – z.B. mit exklusivem Spielzeug, dass es nur zum Wickeln gibt.  

Wie oft solltet ihr euer Baby wickeln?

Grundsätzlich solltet ihr eine Windel immer dann wechseln, wenn sie voll ist. Wenn das Baby während des Stillens oder Fläschchen trinken in die Windel macht, könnt ihr natürlich auch noch abwarten. Die meisten Babys signalisieren euch, wenn es an der Zeit ist, weil sie die Nässe als unangenehm empfinden. Alternativ könnt ihr aber auch am Popo fühlen, ob die Windel voller und schwerer ist, – oder einen Geruchstest machen. Im Säuglingsalter müssen Babys besonders oft gewickelt werden, da sich der Babypo im feuchtwarmen Windelklima sonst schnell entzünden kann. Sechs bis zehn Mal Windeln wechseln pro Tag sind die Regel. 

Sollte das Baby auch nachts gewickelt werden?

Neugeborene Babys werden auch nachts gewickelt. Insbesondere nach dem Stuhlgang muss euer Baby frisch gemacht werden – doch auch beim kleinen Geschäft ist das Wechseln der Windel zu empfehlen. Der Babypo eines Neugeborenen ist sehr empfindlich – durch das regelmäßige Wechseln der Windel verhindert ihr unter Umständen eine Reizung der Haut. Größere Babys müssen für das Frischmachen nicht unbedingt aus dem Schlaf gerissen werden. Hier reicht es aus, wenn der Popo nachts nur bei sehr voller Windel gesäubert wird – oder lediglich nach dem Stuhlgang.

Junge oder Mädchen: Gibt es Unterschiede beim Windeln?

Tatsächlich gibt es einige, kleine Unterschiede beim Wickeln von Mädchen und Jungen.
Mädchen sollten mit einem nassen, weichen Waschlappen von vorne nach hinten gereinigt werden. Andernfalls könnten Darmbakterien in die Scheide gelangen und Entzündungen verursachen. Die Schamlippen reinigt ihr lediglich von außen – oft finden sich dort noch Reste vom Stuhlgang, die nicht vergessen werden sollten.
Bei Jungen werden sowohl der Penis als auch die Falten am Hodensack gereinigt. Im ersten Jahr solltet ihr die Vorhaut noch nicht zurückschieben – bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr kann dieser Bereich noch eng und verklebt sein. Sobald das Kind mit seinem Penis spielt, lösen sich Eichel und Vorhaut voneinander ab. Achtet darauf, dass der Penis beim Windelnwechseln immer nach unten zeigt, damit die Windel nicht ausläuft.

Was hilft bei einem wunden Po?

Einem wunden Babypo könnt ihr recht gut vorbeugen, indem ihr die Hautfalten immer gut säubert und trocken haltet. Generell ist es auch sinnvoll, dass euer Baby mal ganz ohne Windel strampelt, um Luft an die Haut zu lassen. Wenn der Po bereits gerötet ist, helfen zinkhaltige Cremes, Calendula bzw. Ringelblumenextrakt oder Schwarztee. Im Schwarztee befinden sich entzündungshemmende Stoffe. Lasst den Tee besonders lange ziehen und abkühlen, bevor ihr einen Wattepad damit anfeuchtet, ausdrückt und mehrmals pro Tag auf den wunden Po tupft.
ELTERN

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