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"Ich frage mich ..." Sarah Engels zweifelt an ihrer Rolle als Mutter

Sarah Engels
Sarah Engels
© German Select / Getty Images
Im Interview plaudert Sarah Engels über Themen wie Mutterschaft, Stillen, Erziehung und Liebe. Dabei erklärt sie auch, warum sie oft mit ihrer Mutterrolle hadert ...

Im Februar 2020 machten Sarah Engels, 30, und ihr heutiger Ehemann Julian Engels, 29, ihre Liebe offiziell. Seitdem ist viel passiert: Verlobung, Hochzeit und die Geburt von Tochter Solea. Auch beruflich könnte es für die Ex-Frau von Pietro Lombardi, 30, nicht besser laufen. Ihr Album "Im Augenblick" schoss 2021 auf Platz acht der Charts, sie ergatterte eine Rolle in der beliebten ZDF-Serie "Das Traumschiff" und durfte im Kinofilm "Miraculous: Ladybug & Cat Noir – Der Film" die Gesangsstimme von Ladybug übernehmen.

Am 12. November 2022 moderiert sie für den Disney Channel den "Miraculous Tag". Damit ging für Sarah ein Traum in Erfüllung. Ältere Filme wie "Pinocchio" oder "Cap und Capper" hätten sie damals "extrem geprägt", wie sie im GALA-Interview erzählt. Früher habe sie gedacht, dass sie eine lange Nase bekommen würde, wenn sie lüge. Diese Lehre habe sie ihrem Sohn aus erster Ehe, Alessio, 7, weitergegeben.

Wieso die 30-Jährige dennoch oft mit ihrer Mutterrolle hadert und das Stillen von Tochter Solea "ein schwieriges Thema" sei, hat die Sängerin uns ebenfalls verraten. Doch zuerst ging es um die Liebe, die in Sarah einst Angst auslöste … .

Sarah Engels wusste, dass Julian der Richtige ist

GALA: In der Serie "Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir" ist deine Rolle Marinette heimlich in Adrien verliebt. Warst du auch schon einmal heimlich verliebt?

Sarah Engels: Damals bei der ersten Schulliebelei war das so, als man sich nur von Weitem zugewunken hat, aber der andere davon nichts wusste. (lacht)

Wie hat sich die erste richtige Liebe für dich angefühlt?

Als ich das erste Mal verliebt war, habe ich mich nicht getraut, meine Gefühle preiszugeben, weil ich auch nicht wusste, ob der Junge etwas für mich empfunden hat. Ich hatte dann Angst davor, dass die Person sich in jemand anderes verlieben könnte. Diese Gedanken und Sorgen, die man dann hat, kennen sicherlich viele. Es ist aber auch etwas Schönes und sehr Spannendes, weil es etwas komplett Neues ist.

Gab es bei dir und deinem Ehemann Julian direkt klare Verhältnisse?

Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon viel mehr Beziehungserfahrungen gesammelt und war bereits einmal verheiratet. Auch meine Anforderungen an eine Partnerschaft waren viel höher. Ich wusste ganz genau, was ich wollte, brauchte und suchte.

Bei Julian habe ich direkt gemerkt, dass das sehr gut passt. Wir hatten direkt eine Verbindung zueinander und haben schnell gemerkt, dass wir füreinander bestimmt sind.

Deine Rolle kämpft im Kinofilm gegen das Böse, das negative Gefühle der Menschen ausnutzt, um sie zu Schurken zu machen. Welche wären das bei dir? Welche negativen Eigenschaften würdest du gerne abstellen?

Wenn ich Süßes esse, greife ich gerne nach mehr. Das würde ich gerne komplett auslöschen. (lacht) Aber mal im Ernst: Ich bin schon auf dem richtigen Weg, versuche, mehr Leichtigkeit in mein Leben zu bringen. Wenn ich jedoch viel Stress und Termine habe, merke ich, dass ich in meine Muster zurückfalle und zur Perfektionistin werde. Ich will dann alles richtig machen und am besten jetzt und sofort.

Sarah Engels: In ihrer Mutterrolle zweifelt sie an sich

Macht sich dieses Verhalten auch in deiner Mutterrolle bemerkbar? Reagierst du da dann ebenfalls ungeduldiger?

Wenn ich merke, dass mir alles zu viel wird – ich bin ein unfassbarer Kopfmensch, – dann kann ich manchmal nicht mehr klar denken. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ich komme nicht weiter. Gerade dann ist es aber wichtig, dass man sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Und welche negative Eigenschaft als Mutter von zwei Kindern stören dich und würdest du gerne anders machen?

Mich stört, dass ich zu oft an mir als Mutter zweifle.

Ich frage mich, ob ich alles richtig mache und ob ich strenger oder lockerer reagieren sollte.

Ich habe aber das große Privileg, viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Sie wissen, dass ich sie liebe. Das steht an erster Stelle. Klar mache ich Fehler und später werde ich sicherlich auch denken, dass ich manches in der Erziehung hätte anders machen können. Aber das ist völlig normal. Meine Mutter gesteht sich heute auch Fehler ein, die sie damals gemacht hat.

Über Probleme in der Erziehung wird selten gesprochen. Bei welchen Tabuthemen siehst du Nachholbedarf und würdest dir noch mehr Offenheit innerhalb der Gesellschaft wünschen?

Auf Social Media wird oft nur das schöne, unbeschwerte Leben gezeigt. Negatives wird gerne ausgespart. Deshalb ist es mir wichtig, auch mal das normale Alltagschaos zu zeigen oder von Problemen zu erzählen. Damit werden wir aus dieser vermeintlich perfekten Blase herausgeholt, die Mütter nur noch mehr unter Druck setzt, und bleiben auf dem Boden der Realität.

Warum das Thema Stillen Sarah so beschäftigt

Gibt es Themen, bei denen du dich in der Vergangenheit allein gelassen gefühlt hast?

Allein gelassen nicht unbedingt, da ich vieles mit meiner Mutter oder Freundinnen bespreche. Dennoch gibt es ein paar Themen, die ausgespart werden.

Mein Körper hat sich durch die Schwangerschaft extrem verändert – wie beinahe jeder Frauenkörper. Ich habe das Gefühl, dass Frauen das untereinander oft nicht zugeben wollen und vorgeben, dass sie immer noch genauso aussehen wie zuvor.

Oder auch in Sachen Erziehung: Ich hatte mit meiner Tochter Solea Stillprobleme. Andere wiederum behaupten: "Nein, das kennen wir nicht, bei uns klappte alles und die Kinder haben durchgeschlafen." Da wünsche ich mir noch mehr Offenheit und Ehrlichkeit.

Über die Stillproblematik mit deiner Tochter hast du auch offen auf Instagram gesprochen. Habt ihr da mittlerweile einen Weg gefunden?

Nicht wirklich. Das ist gerade ein sehr schwieriges Thema bei uns, weil ich mich in einem Zwiespalt befinde. Auf der einen Seite denke ich, dass es an der Zeit ist, abzustillen, damit ich beruflich unabhängiger bin. Auf der anderen Seite ist das Stillritual ein so intimer und schöner Moment, den ich mit ihr teilen kann. Da weiß ich gerade noch nicht genau, wie es weitergehen soll. Es gibt auch nicht den einen Fahrplan, weil jedes Kind unterschiedliche Bedürfnisse hat.

Deswegen rührt Tochter Solea ihrer Mama zu Tränen

Welcher Mama-Moment hat dich zuletzt zu Tränen gerührt?

Ich bin generell ein sehr emotionaler Mensch und nah am Wasser gebaut. Da reicht schon, wenn meine Kinder mich in den Arm nehmen, was für mich immer ein ganz besonderer Moment ist. Die Kleine beginnt jetzt sehr anhänglich zu sein. Das ist ein schönes Gefühl und rührt mich zu Tränen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei GALA.

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