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Muttermilch aufbewahren So lagerst du deine abgepumpte Milch sicher und hygienisch

Fläschchen mit abgepumpter Muttermilch stehen im Gefrierfach
© noorhaswan / Adobe Stock
Im Fläschchen oder im Muttermilchbeutel, im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine abgepumpte Milch sicher aufbewahren kannst. Wir sagen, wie das wertvolle Lebensmittel am längsten hält und was du auf keinen Fall tun solltest.

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Direkt aus der Brust ist Muttermilch natürlich unschlagbar. Sie ist frisch und hat für dein Baby genau die richtige Temperatur. Willst du aber einen Vorrat anlegen oder klappt es mit dem Stillen bei euch nicht, ist Abpumpen und Aufbewahren eine sehr gute Alternative.

Aber wie wird die wertvolle Nahrung sicher und praktisch verpackt? Hier kommen die Antworten auf deine Fragen rund um die Aufbewahrung und Haltbarkeit von Muttermilch.

Muttermilch – wie wird sie am besten aufbewahrt?

Gerade abgepumpt – und nur kurz bei Zimmertemperatur aufbewahrt – ist die Qualität der Muttermilch besser, als wenn sie im Kühlschrank stand. Und im Kühlschrank gekühlte Milch ist wiederum besser als tiefgefrorene. Warum? Je geringer die Temperatur, desto mehr leiden die in der Milch enthaltenen Antioxidantien. Ein Argument für Pulvermilch? Nein. Denn der Qualitätsverlust ist eher gering. Vitamine, Eiweißgehalt, Enzyme, Fette, Laktose, Zink und Immunglobuline bleiben weitgehend erhalten. Auch gefroren aufbewahrte Muttermilch ist für dein Baby daher besser als Säuglingsnahrung aus Milchpulver.

Dennoch gilt: Je kürzer die Aufbewahrungszeit, desto besser. Denn der Verlust von Antioxidantien geht auch mit einer Geschmacksveränderung einher. Einige Babys mögen die Milch dann nicht mehr trinken.

Wie lange ist abgepumpte Muttermilch haltbar?

Je nachdem, wann ihr die abgepumpte Milch füttern wollt, entscheidet ihr euch für die Art der Aufbewahrung. Wichtig: Bei den folgenden Angaben handelt es sich um Empfehlungen für gesunde, termingerecht geborene Babys. Habt ihr ein Frühchen oder ein krankes Kind, wird eure Klinik oder eure Hebamme mit euch genau besprechen, wie ihr mit der abgepumpten Milch umgeht.

Aufbewahrungsort

Temperatur

Haltbarbeit

Haltbarkeit unter sehr hygienischen Bedingungen*

Zimmertemperatur

16 bis 29 °C

bis zu vier Stunden

Bis zu sechs Stunden

Kühltasche

4 bis 15 °C

bis zu 24 Stunden

Kühlschrank

4 °C oder kälter, nicht in der Tür!

bis zu drei Tagen

bis zu fünf Tagen

Gefrierschrank / Tiefkühltruhe

 -18 °C oder kälter

bis zu sechs Monaten

bis zu neun Monaten

in Kühlschrank aufgetaut

Bis zu zwei Stunden bei Raumtemperatur

Bis zu 24 Stunden, wenn der Behälter ungeöffnet im Kühlschrank bleibt

(* Sehr hygienische Bedingungen hast du, wenn du dich genau an die Anweisungen des Milchpumpen-Anbieters hältst.)

Um den Überblick über deinen Muttermilch-Vorrat nicht zu verlieren, ist es wichtig, dass du die Milchbehälter genau beschriftest. Notiere auf einem Etikett das Abpumpdatum und die genaue Menge und kleb es auf den Beutel oder den Becher mit deiner Muttermilch. Übrigens: Wenn du stillst und abpumpst, ist es am besten, wenn du erst nach dem Stillen abpumpst.

Muttermilch bei Zimmertemperatur aufbewahren

Frisch abgepumpte, in einem geeigneten Gefäß verpackte Muttermilch könnt ihr bei Raumtemperaturen (16 bis 25 °C) 4 bis zu 6 Stunden aufbewahren. Herrschen sommerliche Temperaturen über 27 Grad, zieht ihr lieber ein paar Stunden ab. Dann solltet ihr die Milch spätestens nach drei bis vier Stunden verfüttern. Sanfte Kühlung verschafft ihr der Milch, indem ihr ein feuchtes Tuch über die Behälter legt. Braucht ihr den Milchvorrat für unterwegs, hilft eine kleine Kühltasche. Die enthaltenen Kühlakkus sorgen für eine Temperatur zwischen 4 und 15 Grad. Unter diesen Bedingungen bleibt die Muttermilch etwa 24 Stunden haltbar.

Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren

Im Kühlschrank hält sich hygienisch abgepumpte Muttermilch 3 bis 5 Tage. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte sogar eine Haltbarkeit von bis zu 8 Tagen festgestellt werden. Im Alltag ist es aber besser, sich an den unteren Werten zu orientieren. Dann bist du auf der sicheren Seite.
Bei der Aufbewahrung im Kühlschrank ist es wichtig, den richtigen Platz zu wählen. Durch häufiges Öffnen und Schließen ist es in der Kühlschranktür nicht kalt genug. Am besten eignet sich die Ebene über dem Gemüsefach. Schieb die Milchbehälter ein gutes Stück nach hinten, aber nicht gegen die Wand. Denn dann könnte die Milch anfrieren.

Willst du Milch, die schon im Kühlschrank ist, mit frisch abgepumpter Milch mischen, ist das im Prinzip okay. Allerdings musst du die frische Milch zuvor auf dieselbe Temperatur herunterkühlen. Kippst du die noch warme Milch zu bereits gekühlter Milch hinzu, wärmt diese sich dadurch auf und ist nicht mehr so lange haltbar.

Tipp: Wenn du schon weißt, dass du die Milch nicht in den nächsten Stunden verfüttern willst, stell sie direkt nach dem Abpumpen in den Kühlschrank. So bleibt die Keimbelastung am niedrigsten.

Muttermilch einfrieren und aufbewahren

Willst du deine Muttermilch im Eisfach, im Gefrierschrank oder der Kühltruhe aufbewahren, kannst du sie direkt nach dem Abpumpen einfrieren. So haben Bakterien keine Chance, sich zu vermehren. Gefrorene Muttermilch hält bis zu 6 Monate. Um später keine wertvolle Milch zu verschwenden, ist es am besten, wenn du die Milch in sehr kleinen Portionen (unter 60 ml) einfrierst. Nach dem Auftauen kannst du sie mischen, wenn du eine größere Menge für dein Baby brauchst.

Achte darauf, dass die Behälter, die du zum Einfrieren verwendest, für Minustemperaturen geeignet sind. Glasfläschchen sind es zum Beispiel nicht, sie können beim Einfrieren zerbersten. Milch dehnt sich außerdem beim Einfrieren aus. Befüll die Behälter daher nur zu drei Vierteln.

Wie im Kühlschrank ist auch im Gefrierschrank der hintere Bereich der sicherste Ort für deine Muttermilch. Dort schwanken die Temperaturen am wenigsten. Auch die Bildung von Eiskristallen wird so verhindert.

Achtung: Habt ihr die Muttermilch einmal aufgetaut, darf sie nicht erneut eingefroren werden! Bei Zimmertemperatur hält sie nach dem Auftauen 2 Stunden, im Kühlschrank 24 Stunden.

In welchen Gefäßen kann ich Muttermilch aufbewahren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Muttermilch praktisch und sicher aufzubewahren. Achte bei allen Varianten drauf, die Milch nur in kleinen Portionen (60 ml) einzufrieren, um die wertvolle Nahrung nicht zu verschwenden.

Muttermilchflaschen: Sie passen auf die entsprechende Milchpumpe und können nach dem Abpumpen auch zum Aufbewahren und Füttern genutzt werden. So habt ihr weniger zu spülen und müsst die Milch nur umfüllen, wenn die Mengen nicht passen.

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Muttermilchbeutel: Sie sind heutzutage fast immer aus BPA-freien Materialien. Der große Vorteil: Sie sind äußerst platzsparend und können gut in der Gefriertruhe gestapelt werden. Der Nachteil: Sie sind nicht wiederverwertbar und daher nicht nachhaltig.

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Muttermilchbecher: Die kleinen Becher mit Milliliter-Skala bestehen meistens aus Polypropylen (PP) und sind schadstofffrei. Sie sind wiederverwertbar und können direkt an die entsprechende Milchpumpe angeschlossen werden. Durch ein Zwischenstück lässt sich der passende Sauger draufschrauben. So könnt ihr nach dem schonenden Erwärmen direkt aus dem Becher füttern. Weiterer Vorteile: Die Becher können später auch für die Aufbewahrung von Brei und anderen Lebensmitteln genutzt werden.

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Diese Behälter sind nicht geeignet:

  • Normale Tiefkühl- oder Eisbeutel. Diese sind – anders als die Muttermilchbeutel – nicht vorsterilisiert und enthalten oft Weichmacher.
  • Auch Gefäße aus Hartplastik (Polycarbonat = PC) sind keine Option. Sie enthalten Bisphenol A, ein Stoff, der sich im Körper anreichern  und unter anderem das Risiko von Krebs und anderen Erkrankungen erhöhen kann.

Was gilt in Sachen Hygiene beim Umgang mit Muttermilch?

Beim Abpumpen ist es wichtig, dass die Behälter und die Pumpe selbst sauber sind und du deine Hände mit Seife gewaschen hast. Deine Brust musst du vor dem Abpumpen nicht extra säubern. Becher oder Flasche werden einfach mit heißer Seifenlaufe gereinigt, klar ausgespült und an der Luft getrocknet. Das Sterilisieren der Behälter ist für gesund geborene Babys nicht notwendig.

Bei kranken Kindern oder Frühchen können verschärfte Hygienestandards gelten. Darüber werden die behandelnden Ärzt:innen sicher mit euch sprechen.

Achte drauf, dass alle Behälter, in denen du Muttermilch aufbewahrst, luftdicht verschlossen sind.

Was ist beim Auftauen und Füttern von aufbewahrter Milch zu beachten?

Auftauen und wärmen könnt ihr Muttermilch unterschiedlich:

  • im Kühlschrank (etwa 12 Stunden) und anschließend erwärmen
  • im Warm-Wasserbad
  • unter fließendem, warmem Wasser (max. 37 Grad)
  • im Fläschchenwärmer

Nach dem Auftauen sind in der Regel unterschiedliche Schichten entstanden, wobei das Fett oben schwimmt. Bitte nicht feste schütteln oder rühren! Dadurch beschädigt ihr einen Teil der wertvollen Inhaltstoffe der Muttermilch. Ihr könnt die Flasche aber vorsichtig schwenken. Das reicht in der Regel schon, um die Schichten wieder zu vermischen.

Wichtig:

  1. Muttermilch nicht bei Raumtemperatur auftauen lassen.
  2. Gefrorene Muttermilch nicht in der Mikrowelle auftauen.
  3. Muttermilch nicht in kochendem Wasser auftauen.

Beim Füttern können Bakterien aus dem Babymund in die Milch gelangen. Nicht getrunkene Reste müsst ihr daher nach ein bis zwei Stunden entsorgen. Dass die Milch nach dem Auftauen anders riecht, ist übrigens ganz normal. Ursache ist eine Veränderung der Milchfette. Für dein Baby ist das aber unbedenklich.

Quellen:

Eglash, Anne, Liliana Simon, Academy of Breastfeeding Medicine (2017): ABM Klinisches Protokoll Nr. 8: Aufbewahrung von Muttermilch – Informationen für den häuslichen Gebrauch bei termingeborenen, gesunden Säuglingen.

Hamosh, Margit el al. (1996): Breastfeeding and the Working Mother: Effect of Time and Temperatur of Shortterm Storage on Proteolysis, Lipolysis, and Bacterial Growth in Milk, Pediatrics 97(4): 492-498.

La Leche Liga Deutschland e.V. : Muttermilch gewinnen und aufbewahren.

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