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Die Väter stehen bereit! So können Partner Mütter beim Stillen unterstützen

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© Полина Власова / Adobe Stock
Die Anfangszeit mit Baby hat es in sich. Vor allem das Stillen ist für Mütter sehr zeitintensiv und auch ermüdend. In einer aktuellen Umfrage der Frauentechnologie-Marke elvie geht es genau darum: Welche Art der Unterstützung erfahren Mütter, was fehlt ihnen? Und wie ist die Rollenverteilung bei der Babybetreuung?

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Die Frauentechnologie-Marke elvie hat in einer Umfrage rund 1.000 Eltern kleiner Kinder befragt. Durchgeführt wurde die Befragung vom Meinungsforschungsinstitut Innofact. Dabei ging es unter anderem darum, wer die Hauptlast der Babybetreuung trägt und wie Stillende besser unterstützt werden können. 

70 % aller Partner wollen in der Stillzeit mehr unterstützen

In der Befragung gaben zum Beispiel rund 70 Prozent der Väter an, ihre Partnerin in der Stillzeit mehr unterstützen zu wollen. 14 Prozent der Mütter – also jede siebte Mutter – würde das begrüßen, da hier der Support als nicht ausreichend empfunden wurde. Demnach beklagte sich fast jede fünfte Mutter (18 Prozent), dass den Vätern oftmals gar nicht bewusst sei, wie zeitintensiv und kräftezehrend das Stillen sei. Denn, das sagt die Studie: "Etwa fünf Stunden am Tag verbringen Mütter allein mit dem Füttern der Kleinen in den ersten sechs Monaten."

Dennoch sind 79 Prozent der Mütter, also mehr als drei Viertel, eigentlich zufrieden mit der Unterstützung, die sie erhalten. Umso interessanter und erfreulicher, dass sich die Väter trotzdem stärker einbringen wollen.

Wunsch und Realität klaffen noch weit auseinander

Doch laut Umfrage liegt die Hauptlast der Betreuung noch immer auf den Müttern. In einer Frage wurden die Eltern gebeten, anzugeben, wer von beiden bei 20 verschiedenen Aufgaben die Hauptlast trug. Und: Fast immer waren es die Mütter. Rund 78 Prozent der Mütter gaben an, das Baby abends primär ins Bett zu bringen und die Mehrheit der Arzttermine zu absolvieren, es zu trösten und da zu seien (76 Prozent), mit dem Baby spazieren zu gehen (72 Prozent) und es zu baden (66 Prozent).

Laut Umfrage trugen die Partner die Hauptverantwortung lediglich in den Bereichen Windeln wechseln (51 Prozent) und mit dem Baby spielen (57 Prozent). Diese Einschätzung teilten die Mütter aber nicht unbedingt, so gaben 71 Prozent an, mehr mit dem Baby zu spielen und 76 Prozent, das Baby primär zu wickeln.

Die Frage liegt also nahe, ob Väter ihren Beitrag überschätzen oder die Mütter sie eher unterschätzen. Denn wo die Frauen angaben, das Füttern in 84 Prozent der Fälle übernommen zu haben (und ihr Partner nur 7 Prozent), gaben nur 67 Prozent der Väter dies an und schätzten ihren Beitrag mit 21 Prozent auf mehr als doppelt so hoch ein. Und auch beim Stillen war die Wahrnehmung sehr unterschiedlich: Die Mütter gaben an, 79 Prozent und der Partner zu 13 Prozent das Füttern zu übernehmen. Andersherum sahen das die Partner anders: Sie hätten sich zu 26 Prozent gekümmert und die Mutter zu 62 Prozent.

5 Hebammentipps für Väter, die mehr unterstützen wollen

Die Hebammen Julia Brömsen und Jasmin Czech haben hilfreiche Tipps für Väter gesammelt, die sich mehr einbringen und ihre Partnerin besser unterstützen wollen. 

Mehr über Jasmin Czech und Julia Brömsen erfahrt ihr auf ihrem Instagramaccount @momallie_official.

Laut den Hebammen fühlen sich meistens noch immer die Mütter als Hauptverantwortliche, was ihnen zusätzlich zu den schönen Momenten mit ihrem Neugeborenen unglaublich viel Druck und Stress beschert. Deswegen appellieren die Hebammen an die "neuen Väter", die ihre Rolle gleichberechtigter leben wollen sowie an diese, die trotz relativ klassischer Rollenverteilung mehr unterstützen wollen. Hier kommen die Tipps:

1.    Aufmerksam sein: Indem Mamas gefragt werden, was sie konkret brauchen oder wo sie unterstützt werden können, helfen Papas ungemein. So fühlen sie sich umsorgt und gesehen in ihren Bedürfnissen.

2.    Bindung zum Baby aufbauen: Es ist nie früh genug, Papa-Baby-Quality-Time einzuführen, um eine wunderbare Bindung zum Baby aufzubauen. Plus: Es tut Mamas wie Papas gut, wenn beide wissen, wie alles funktioniert – und Mamas so entlastet werden.

3.    Aufgaben im Haushalt übernehmen: Als Erstes sollte sich jede Mutter nach der Geburt um sich und das Baby kümmern, nicht um den Haushalt. Je mehr Väter also übernehmen (Einkaufen, Essen kochen, Wäsche waschen, Staubsaugen), umso besser. 

4.    Me-Time für Mama ermöglichen: Mamas vergessen sich und ihre Bedürfnisse leider sehr schnell. Umso wichtiger ist es, dass die Papas ihnen aktiv Zeit für Selbstfürsorge einplanen. Schnell noch Milch abpumpen und schon kann es losgehen.

5.    Für genügend Ruhe sorgen: Gerade in der Anfangszeit wollen natürlich alle das Baby sehen. Hier sind die Papas gefragt: Kurze Besuche absprechen, dafür sorgen, dass es nicht zu trubelig wird und die Gäste bitten, im Idealfall sogar selbst etwas zu essen mitzubringen.

Anmerkung der Redaktion: In der Umfrage wird lediglich von Mutter und Vater gesprochen, da sich dieser Artikel auf die Umfrage stützt, wurde nicht gegendert, da keine Informationen zu gleichgeschlechtlichen Paaren ausgewiesen sind.

Verwendete Quelle: Umfrage von elvie.com

lha ELTERN

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