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Babyboom in Deutschland So viele Geburten wie im März 2021 gab es seit mehr als 20 Jahren nicht

Überraschende Zahl aus Deutschland: Vater, Mutter und Baby
Rekordzahl: Im März 2021 kamen 10 Prozent mehr Babys auf die Welt als im März des Vorjahres (Symbolbild)
© Ternavskaia Olga Alibec / Shutterstock
Was macht man, wenn das gesellschaftliche Leben brachliegt? Ganz offensichtlich Babys! Laut Statistischem Bundesamt gibt es mit 65.903 Geburten im März 2021 in Deutschland einen Rekord zu verbuchen.

Neulich noch haben wir uns gefragt, ob eigentlich gerade alle Frauen schwanger sind. Kaum war es etwas wärmer geworden, sodass die dicken Wintermäntel im Schrank bleiben konnten, tauchten sie auf, die Babybäuche. Und wer nicht sichtbar schwanger war, schob bereits einen Kinderwagen. Was vor wenigen Wochen noch ein subjektiver Eindruck beim Schlendern durchs eigene Viertel war, wurde nun vom Statistischen Bundesamt mit Zahlen untermauert: Tatsächlich haben im März 2021 deutlich mehr Babys das Licht der Welt erblickt – und zwar zehn Prozent mehr als 2020! Die Corona-Pandemie führte sogar zu einem Rekordwert, der in den vergangenen mehr als 20 Jahren nicht erreicht worden ist, vermeldete das Statistische Bundesamt via Twitter. 

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass diese Rekordzahl in Verbindung zur Corona-Pandemie zu sehen ist. Uns hat jegliche Ablenkung gefehlt, die uns in besseren Zeiten aus dem Haus lockt. Theaterabende, Vernissagen, Konzerte, Kinobesuche oder das Fitnessstudio, auf all das mussten wir fast durchgehend verzichten. Der sicherste Ort war für uns das eigene Zuhause, die sicherste Gesellschaft waren die Menschen, mit denen wir zusammen leben oder zusammen sind. 

Zeit für ein Baby

Das Verfolgen individueller Leidenschaften war so schwierig, dass wir das heimische Sofa fast nur noch zum Einkaufen von Lebensmitteln verlassen haben. Der interessante Nebeneffekt war aber offenbar auch, dass wir mehr Zeit für andere Leidenschaften hatten, die Liebe zum Beispiel. Selbst wenn das nicht bei allen Paaren zwangsläufig zu mehr Sex in der Beziehung geführt haben sollte, rückte offenbar das Thema Familienplanung in den Mittelpunkt. 

Zeiten der Unsicherheit etwa durch Klimawandel, Migration, eine Krise der Demokratie oder eine globale Pandemie stellen die Menschen vor große Herausforderungen, sind aber auch immer Zeiten von Veränderung und Aufbruch. Sie befördern aber auch die Sehnsucht nach innerer Stabilität, wie wir sie uns zum Beispiel von der kleinsten gesellschaftlichen Einheit, der Familie, versprechen. Somit brachte das Jahr 2021 hervor, was über Jahrzehnte nicht der Fall war: eine Generation von Babyboomern. 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf stern.de.

bal/stern

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