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PEKIP: Frühförderung für Babys – bringt das was?

In einem PEKiP-Kurs wird dein Baby spielerisch gefördert und bekommt neue Anregungen. Hier alles Wichtige rund um Baby-Kurse und kindliche Frühförderung.

Entwicklung: PEKIP: Frühförderung für Babys – bringt das was?
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Inhalt: 
Was ist das Ziel von PEKiP?Wie läuft ein PEKiP-Kurs ab?Für welche Kinder ist Pekip geeignet?Gut zu wissen:Wie teuer sind die Kurse?Bringt das Programm was?Gibt es Alternativen zum PEKiP?Einige alternative Beispiele zum PEKiP findest du hier:

Was ist das Ziel von PEKiP?

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In einem PEKiP-Kurs lernst du, dein Baby besser zu verstehen, um es in seiner Entwicklung optimal unterstützen zu können. Gleichzeitig helfen die Übungen dabei, die Bindung zwischen euch zu stärken und zu fördern. Dein Kleines kann in eurer PEKiP-Gruppe zum ersten Mal Kontakt zu gleichaltrigen Kindern aufnehmen und auch du kannst andere Eltern kennenlernen und dich mit ihnen austauschen.

Alle Neugeborenen sind während des gesamten Kurses nackt, das gehört zum PEKiP-Konzept. Vielleicht hast du auch selber schon bemerkt, dass dein Baby ohne Strampler und Windel aktiver und zufriedener ist? Nach dieser Beobachtung entwickelte der Prager Psychologe Jaroslav Koch in den 60er Jahren Bewegungs- und Spielanregungen für Neugeborene. Sein Konzept wurde in den 70ern nochmals aufgegriffen und in Gemeinschaftsarbeit mit weiteren Psychologen, Sozialarbeitern und Pädagogen zum Prager-Eltern-Kind-Programm, kurz: PEKiP, weiterentwickelt.
 

Wie läuft ein PEKiP-Kurs ab?

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iStock, slavemotion
  • Wenn du dich für eine PEKiP-Gruppe entscheidest, wirst du auf ungefähr sechs bis acht andere Neugeborene und ihre Mamas und Papas treffen. Kleine Gruppen sind Teil des Konzepts.
  • In einem PEKiP-Kurs geht es auch darum, dass die Mütter oder Väter ihre Bedürfnisse wahrnehmen. Daher soll eine entspannte Wohlfühlatmosphäre nicht nur für dein Baby, sondern auch für dich geschaffen werden.
  • 15 Minuten zum Ankommen können deinem Schatz und dir dabei helfen, euch ganz entspannt auf die Stunde einzustellen und einzulassen.
  • Es gibt meistens eine feste Uhrzeit, zu der der Kurs beginnt. Du kannst aber immer selbst entscheiden, ob ihr beide schon bereit seid oder noch etwas mehr Zeit zum Ankommen braucht.
  • Der Kursraum ist mit vielen gemütlichen Matten ausgelegt, da fast die gesamte Stunde auf dem Boden stattfindet.
  • Der Raum wird sehr warm gehalten, da dein Kleines und die anderen nackten Säuglinge natürlich nicht frieren sollen.
  • Dein Baby bekommt zu Stundenbeginn die Möglichkeit, alle anderen Neugeborenen und Eltern anzuschauen und wahrzunehmen. Hierbei hältst du dein Kleines so, dass es die Anderen Beobachten kann, dich aber trotzdem immer im Blick hat.
  • Eine der ersten Anregungen soll dein Baby vom Gucken in die Bewegung führen. Beispielsweise durch ein Spielzeug, dem dein Kleines zuerst nur mit den Augen und später mit den Händen und dem Kopf folgt. Das Wahrnehmen der anderen Neugeborenen ist hierfür der erste Schritt.
  • Auch viele weitere Anregungen entwickeln sich beim PEKiP über die Bewegung.
  • In einer Stunde gibt es höchstens zwei bis drei geplante Anregungen.
  • Alle Eltern können eigene Ideen und Themen mit in die Gruppe einbringen.

Für welche Kinder ist Pekip geeignet?

Mit dem Prager-Eltern-Kind-Programm kannst du beginnen, wenn dein Baby vier bis sechs Wochen alt ist. Die Gruppen werden meistens nach den verschiedenen Geburtsmonaten der Kinder eingeteilt. Du kannst das gesamte erste Lebensjahr deines Kindes an einem PEKiP-Kurs teilnehmen. Das Spielen mit Gleichaltrigen ist für jedes Neugeborene wichtig. Im Säuglingsalter spielen die Kinder allerdings noch nicht richtig miteinander, sondern ahmen die anderen Kinder nach oder spielen parallel nebeneinander.

 

Gut zu wissen:

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  • Die Gruppen sind so eingeteilt, dass dein Baby nur mit Gleichaltrigen zusammen ist.
  • Dein Schatz wird in den Stunden zum Bewegen und zu Fühl- und Spielübungen angeregt, aber niemals gedrängt. Es geht vor allem darum, deinem Baby Impulse zu bieten, damit es eigenständig, aber immer in Kontakt mit dir lernen kann. So wird dein Kleines nach den eigenen Bedürfnissen in der Entwicklung gefördert.
  • Die Anregungen und Spiele sollen gleichzeitig das Autonomiestreben deines Kindes fördern.
  • Die PEKiP-Kursleitung begleitet dich und dein Kleines zusätzlich durch Gespräche und steht als Ansprechpartnerin bereit.
  • Du und deine Bedürfnisse stehen während der eineinhalb Stunden genauso im Mittelpunkt wie die deines Kindes. 

Tipp: Zieh dich selbst am besten nicht zu dick an, der warme Raum soll dafür sorgen, dass dein Baby ohne Strampler und Windel nicht friert, für dich soll es aber trotzdem angenehm sein.

 

Wie teuer sind die Kurse?

In fast jeder größeren Stadt werden PEKiP-Kurse angeboten. Eine Einheit beträgt fast immer 90 Minuten. Die Kurse werden in einem Paket angeboten und kosten bei acht bis elf Einheiten zwischen 70 und 120 Euro.  Den passenden Kurs in deiner Stadt findest du über die offizielle PEKiP-Seite.
 

Bringt das Programm was?

Beim PEKiP wird von dem Grundgedanken ausgegangen, dass ein Neugeborenes schon alle Fähigkeiten eines Menschen in sich hat und diese gefördert werden können. Ihr müsst in dem Kurs nichts leisten. Das ist eine besondere Erkenntnis, die für dich und deinen Schatz auch in Alltagssituationen wichtig werden kann. Das Programm kann die Bindung zwischen dir und deinem Kind unterstützen. Am besten findest du aber selber heraus, ob hierbei ein PEKiP-Kurs das richtige für euch ist und ob ihr euch in der Umgebung wohl fühlt. Du weißt selbst am besten, was gut für euch ist.
 

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Gibt es Alternativen zum PEKiP?

Neben dem PEKiP gibt es auch weitere Angebote, die die Entwicklung deines Babys im ersten Jahr unterstützen können. Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist allerdings die am längsten bestehende frühe Förderung, die einem festen Programm folgt. Die KursleiterInnen werden alle gleich ausgebildet und müssen einen Hochschulabschluss oder eine andere, gleichwertige Ausbildung abgeschlossen haben. Erfahrung im Umgang mit Gruppen ist eine der Voraussetzungen für eine Kursleiter-Ausbildung.
 

Einige alternative Beispiele zum PEKiP findest du hier:

DELFI: DELFI setzt sich aus den Wörtern Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen und Individuell zusammen. In einem DELFI-Kurs bekommen Eltern, ähnlich wie in einem PEKiP-Kurs, Anregungen, um die Bewegungs-, Sinnes- und Köperentwicklungen ihrer Babys zu stärken. Die Bindung zwischen Eltern und Kind steht hierbei im Vordergrund. Der Kurs folgt allerdings keinen bestimmten Vorgaben, sondern kann von der Kursleiterin oder dem Kursleiter selbst bestimmt werden. Eltern sollen hier mehr Sicherheit im Umgang mit ihrem Neugeborenen erlangen und ihre Verunsicherungen überwinden. Sie bekommen gleichzeitig mehr Klarheit über die wichtigsten Themen, wie Pflege, Entwicklung und familiäres Umfeld.

ElBa: ElBa ist die Kurzform für: "Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr". Auch dieser Kurs begleitet und unterstützt neue Eltern. Das vom Deutschen Roten Kreuz entwickelte Konzept stärkt die Bindung zueinander und fördert gleichzeitig die Fähigkeiten der Neugeborenen. Die Stunden werden von Fachkräften des DRK angeleitet und bieten Bewegungs- und Spielprogramme an. ElBa richtet sich unter anderem an frischgebackene Eltern, die sich mit der neuen Situation überfordert fühlen und verunsichert sind. Sie erhalten Unterstützung, um mehr Sicherheit zu bekommen und einen Gruppenzusammenhalt zu spüren. Das Programm dauert ein Jahr und ist in vier verschiedene Blöcke eingeteilt. 1. Zeit des Erwachens, 2. Zeit des Vertrauens, 3. Zeit des Erforschens und 4. Zeit des Spiels. Jeder Block umfasst ca. drei Monate.

FenKid: In einem FenKid-Kurs  („Frühentwicklung des Kindes“), lernen Babys durch Hör-, Fühl-, und Erkennungsaufgaben. Gleichzeitig soll die soziale Kompetenz der Kinder unterstützt werden. Auch beim FenKid steht die Stärkung des Autonomiestrebens im Vordergrund. Die LeiterInnen passen alle Aufgaben den Fähigkeiten der Neugeborenen an und Helfen den Eltern zusätzlich durch Konfliktbegleitungen. FenKid bezieht sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Bindungsforschung, Entwicklungspsychologie, Säuglingsforschung und Gehirnforschung. Während der Stunden wird viel mit Liedern, Reimen und Krabbelspielen gearbeitet. FenKid beruht auf mehreren pädagogischen Konzepten, so wie auch auf denen von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg und Jesper Juul. In jeder Einheit informiert die Kursleitung über ausgewählte Themen rund um den Alltag mit einem Neugeborenen.