Hautprobleme bei Neugeborenen
 
Storchenbiss: Alles Wichtige über das Hautmal bei Babys

Ein Storchenbiss kann an vielen Körperstellen vorkommen. Am Nacken ist er am häufigsten. Beim ersten Anblick sind Eltern oft erschrocken. Doch keine Angst, die Hautveränderung ist harmlos und verschwindet in der Regel von selbst.

Schlafendes Neugeborenes
iStock, ArtMarie
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Was ist ein Storchenbiss?

Etwa die Hälfte aller Babys wurden offenbar doch vom Storch gebracht. Denn das hell- bis blau-rote Hautmal, das häufig im Nacken vorkommt und im Volksmund Storchenbiss genannt wird, sieht mit etwas Fantasie tatsächlich so aus, als sei das Baby etwas unsanft vom Storch im Nacken gepackt worden. Die gutartige Hautveränderung kann in Form und Größe ganz unterschiedlich aussehen. Und nicht immer befindet sie sich im Nacken des Babys. 50 bis 60 Prozent der Neugeborenen kommen mit einem roten Fleck auf die Welt. Der Storchenbiss (Naevus occipitalis oder auch Bossard-Fleck oder Engelskuss) kann sich an vielen Stellen des Körpers befinden. Die roten Flecken erscheinen auch an der Stirn, am Auge, an der Nasenwurzel, im Steißbereich, auf dem Rücken und an den Beinen des Kindes. Die Hautveränderung gilt als harmlose Variante des Feuermals (Naevus flammeus).
An den betroffenen Stellen liegen vermehrt erweiterte Kapillargefäße. Diese feinen Äderchen sind gut durchblutet und scheinen durch die Haut. So ergibt sich die rote Färbung dieser Fehlbildung. Die Ursache ist nicht abschließend geklärt. Vermutet wird ein winziger Entwicklungsfehler bei der Reifung des Fötus.

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Wie unterscheiden sich Feuermal und Storchenbiss?

Der Storchenbiss ist schon bei der Geburt des Babys da und wird in den kommenden Monaten immer blasser. Meist verschwindet er in den ersten Lebensjahren ganz. Er gilt als harmloses Feuermal. Ein ausgeprägtes Feuermal (Naevus flammeus) entsteht in vielen Fällen erst nach der Geburt und kann im Laufe der Jahre noch dunkler werden. Ohne Therapie bleibt es ein Leben lang bestehen. Es kommt nur bei etwa drei von tausend Neugeborenen vor.

Wie kommt der Arzt zu seiner Diagnose?

Charakteristisch für einen Storchenbiss ist, dass die rote Farbe unter Druck verschwindet. Presst der Arzt einen Glasspatel auf die Stelle, drückt er damit das Blut aus den feinen Blutgefäßen und der Fleck verblasst kurzzeitig.
Außerdem befindet sich das Geburtsmal im Hautniveau des Kindes. Oberflächlich ist also keine Erhebung sicht- oder fühlbar.
Typisch ist auch eine Verdunklung der Stelle, wenn das Baby schreit oder sich stark anstrengt. Denn dadurch nimmt die Durchblutung zu und der Fleck erscheint noch kräftiger. Als Eltern müsst ihr euch in diesem Fall keine Sorgen machen. Hat sich das Kind beruhigt, wird der Rotton wieder heller.
Ein Storchenbiss verursacht in der Regel keine Beschwerden. Sollte er jedoch jucken, handelt es sich vielleicht doch um ein Ekzem. Auf den ersten Blick kann man dies durchaus mit einem Storchenbiss verwechseln.

Wie unterscheiden sich Storchenbiss und Blutschwämmchen?

Bei einer leuchtend roten Hautverfärbung kann es sich auch um einen Blutschwamm (Hämangiom) handeln. Ein Hämangiom ist ein meist gutartiger Tumor der Hautgefäße. Anders als der Storchenbiss ist er durch seine Wucherung jedoch leicht erhaben und kann daher vom Arzt relativ sicher diagnostiziert werden. Auch er verschwindet meist von allein. Allerdings dauert die Rückbildung länger als beim Storchenbiss.

Begleitende Symptome an bestimmten Körperstellen

Im Allgemeinen handelt es sich um eine harmlose Hautveränderung, die sich von selbst zurückbildet. Kommt der vermeintliche Storchenbiss aber in bestimmten Körperregionen vor, sollte euer Arzt sich eurer Kind genauer anschauen.
Bei Storchenbissen am Augenlid, Rücken oder Bein ist es wichtig, ihn vom allgemeinen Feuermal (Naevus flammeus) abzugrenzen. Denn dieses tritt auffällig häufig im Zusammenhang mit weiteren Fehlbildungen auf.
Im Bereich des Auges kann das sogenannte Sturge-Weber-Syndrom vorliegen. Bei diesem Krankheitsbild sind auch die Blutgefäße an der Aderhaut des Auges sowie im zentralen Nervensystem des Babys erweitert. Diese verursachen häufig Krampfanfälle, deren Folge nicht selten eine geistige Beeinträchtigung ist.
Treten die Hautveränderungen am Rücken in der Linie der Wirbelsäule auf, sollte diese auf ihre korrekte Entwicklung hin untersucht werden. Dort auftretenden Hautveränderungen können ein Zeichen für eine fehlerhafte Ausbildung von Wirbelbögen oder des Rückenmarks sein (z.B. Spina Bifida). In der Regel sind Storchenbisse aber auch am Rücken harmlos und bilden sich spontan zurück.
Tritt ein Storchenbiss am Bein des Kindes auf, muss ebenfalls ein Feuermal ausgeschlossen werden. Denn dann könnte die Hautveränderung auf das sogenannte Klippel-Trénaunay-Syndrom deuten. Zusätzlich zum äußeren Symptom hat das Kind bei diesem Krankheitsbild gestörte Venenklappen und in Folge dessen Krampfadern sowie Veränderungen von Kapillaren und Lymphgefäßen. Dies verursacht in einigen Fällen einen Riesenwuchs der betroffenen Extremitäten. Die überaus seltene Erkrankung trat aber bisher weltweit nur rund 1000 Mal auf.

Wie therapiert man Storchenbisse?

Da sie sich in den meisten Fällen in den ersten Lebensjahren von selbst zurückbilden, ist in der Regel keine Therapie notwendig. Seltener entwickelt das Hautmal sich nicht spontan zurück. Wenn es die Eltern oder das Kind später sehr stört, kann ein Storchenbiss je nach Lage und Größe auch weggelasert werden. Dabei werden die erweiterten Kapillargefäße verödet. Der Eingriff ist dann aber rein kosmetischer Natur und unter medizinischen Gesichtspunkten nicht notwendig. Diese Therapie hat nicht immer den erhofften Effekt. Manchmal hilft dann nur noch gut deckende Schminke. Das stark deckende Make-Up wird in Drogerien auch unter dem Begriff Camouflage-Schminke verkauft.
Bei einigen Kindern, aber auch bei Erwachsenen sieht man einen Storchenbiss auch später noch leicht durchscheinen, wenn sie aufgeregt oder wütend sind. Die Emotionen lassen das Blut zirkulieren und die verstärkte Durchblutung lässt den schon fast verblassten Fleck wieder schwach rötlich leuchten.

Kann man einem Storchenbiss vorbeugen?

Storchenbisse sind angeborene Fehlbildungen der kapillaren Hautgefäße. Da auch die Ursachen noch nicht sicher erforscht sind, können Eltern nichts tun, um der Entstehung vorzubeugen.