Elterngeld
 
Antworten auf die wichtigsten Fragen

Kleinkind in Mitte von Mutter und Vater
Thinkstock - shepellaKm

Ist mein "durchschnittliches Nettoeinkommen" mit dem Netto auf meiner Gehaltsabrechnung identisch?

In den allermeisten Fällen leider nicht. Das fürs Elterngeld zugrundegelegte Netto ist oft deutlich niedriger. Was das für Normal- und Gutverdiener bedeutet, hat die Zeitschrift "Soziale Sicherheit" ausgerechnet: Sie bekommen statt der angepriesenen 67 Prozent im Schnitt nur 58 Prozent ihres Nettogehalts. Der Grund sind zahlreiche Abzüge: Nur das Erwerbseinkommen wird berücksichtigt - Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Renten, Stipendien oder BAföG zählen nicht dazu. Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie steuerfreie Einnahmen (zum Beispiel Trinkgelder, Sonntagzuschläge) werden nicht angerechnet - ein besonderer Nachteil für Arbeitnehmer in Service- und Pflegeberufen. Und wer einen Teil seines Gehaltes in eine private Altersvorsorge umwandelt, muss dies ebenfalls berücksichtigen. Bezahlte Überstunden oder Provisionen hingegen werden mitgezählt. Wer sich also vor der Geburt seine Überstunden ausbezahlen lässt, anstatt sie abzufeiern, erhöht sein späteres Elterngeld.
Und: Für ab 2013 geborene Kinder wird das Elterngeld anders berechnet - und das wird nach Ansicht von Experten dazu führen, dass viele Eltern weniger Elterngeld erhalten werden als in den Jahren zuvor. Denn: Das Finanzamt zieht künftig zur Berechnung des Elterngeldes pauschal 21 Prozent vom durchschnittlichen Nettoverdienst der vergangenen zwölf Monate ab. Zuvor waren die tatsächlichen Sozialversicherungsbeiträge die Berechnungsgrundlage gewesen. Die Verbraucherschutzzentrale in Nordrhein-Westfalen hat berechnet, dass Eltern mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.000 bis 3.000 Euro dadurch sieben bis zehn Euro weniger Elterngeld im Monat erhalten werden.

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