Stress in der Schwangerschaft
 
Haushaltshilfe auf Krankenschein

Der Job, das große Kind, der ganz normale Haushaltswahnsinn - was in normalen Zeiten schon Stress pur ist, kann während der Schwangerschaft sehr belastend sein. Doch wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie eventuell Anspruch auf Hilfe.

Wann steht mir Hilfe zu?

Stress in der Schwangerschaft: Haushaltshilfe auf Krankenschein

Haushaltshilfen auf Rezept sind natürlich für Notsituationen gedacht: Wenn der Arzt der Schwangeren Bettruhe verordnet hat etwa. Wenn sie sich dann nicht mehr um Haushalt oder zu versorgende Kinder kümmern kann und der Mann beruflich zu eingespannt ist beziehungsweise die Oma zu weit weg wohnt, um einzuspringen, dann kann eine Haushaltshilfe einspringen.

Achtung: Finanziert wird die gute Fee, die sich ums Kochen, Waschen, Bügeln, Einkaufen und die Kinder kümmert, nur von den gesetzlichen Kassen. Dazu sind sie durch die Reichsversicherungsordnung (RVO) verpflichtet. Private Kassen lehnen die Kostenübernahme in der Regel ab.

Allerdings kann nicht jede Schwangere diese Dienste in Anspruch nehmen - die Kassen haben dazu klare Fälle definiert:

Warum muss mir ein Arzt diese Unterstützung verschreiben?

Weil der Arzt beurteilt, ob die Schwangere kürzer treten muss, um sich und ihr Baby nicht in Gefahr zu bringen. So kann er etwa eine Haushaltshilfe verschreiben, wenn sich durch frühzeitige Wehen oder einen verkürzten Gebärmutterhals eine Frühgeburt andeutet. In der Regel müssen Schwangere sich dann schonen oder sogar ganz das Bett hüten, um die Schwangerschaft zu erhalten und eine Überweisung ins Krankenhaus zu umgehen. Übrigens: Auch wer Zwillinge erwartet oder bereits Kinder betreut, hat gute Chancen in den Genuss dieser Unterstützung zu kommen.

Einige Fragen sollte man jedoch vorab mit der Kasse klären: Kann eine Familienpflegerin bereits kommen, wenn die Schwangere sich lediglich schonen soll, oder muss der Arzt seine Patientin für bettlägerig befinden? Wie viele Stunden Hilfe gelten für welche Komplikationen als angemessen? Hier urteilen die Kassen unterschiedlich. Mehrlings- und andere Risikoschwangere sollten schon zu Beginn der Schwangerschaft bei ihrer Kasse nachfragen.

Was ist, wenn ich einen Unfall habe oder plötzlich krank werde?

Anders läuft es ab, wenn eine Schwangere durch eine Verletzung oder eine Krankheit, die auch Nicht-Schwangere bekommen können, Hilfe benötigt. In diesen Fällen greift der weniger großzügige Paragraph 38 aus dem Sozialgesetzbuch (SGB V). Er spricht gesetzlich Versicherten, die ihren Hauhalt nicht mehr führen können, nur dann Unterstützung zu, wenn "im Haushalt ein Kind lebt, dass bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist." Manche Kassen zeigen sich allerdings etwas größzügiger und zahlen, auch wenn das Kind älter als zwölf Jahre ist. Nachfragen kann also nicht schaden.

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