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Wie riskant ist der Hauskauf?

Unsicherheitsfaktor Fünf: Brauchen wir für unser Haus einen Energiepass?

Der Energieausweis wird zu einem echten Wettbewerbsvorteil

"Unbedingt", findet Raimund Kron, und das nicht nur als Mitgründer des "ÖkoBau Rheinland e. V." Für den Finanzberater ist klar: Der Energieausweis wird in den kommenden Jahren zu einem echten Wettbewerbsvorteil auf dem Immobilienmarkt. Vom 01.07. 2008 an müssen Hausbesitzer und Vermieter den Energiepass vorlegen können, wenn sie eine Immobilie verkaufen oder vermieten wollen - allerdings nur, wenn der Interessent dieses verlangt. Der Pass soll dann Auskunft über die wahrscheinlichen Kosten für Heizung und Warmwasser sowie die Beschaffung von Dämmung und Heizanlage geben.

Zwei Varianten des Energiepasses stehen zur Auswahl: Der bedarfsorientierte, bei dem ein Fachmann den baulichen Zustand und die Haustechnik unter die Lupe nimmt, und der verbraucherorientierte, bei dem mithilfe der Heizkostenabrechnungen der derzeitige Verbrauch erhoben wird. Neubauten und sanierte Häuser benötigen schon jetzt den bedarfsorientierten Ausweis, für alle anderen wird es ab Juli nach und nach verpflichtend. Aber: Wer in seinem eigenen Häuschen wohnen bleiben möchte und überhaupt nicht ans Verkaufen denkt, der braucht auch keinen Ausweis.

Was nicht heißt, dass ihn das Thema "Energie sparen" nicht beschäftigen sollte. "Ich gehe davon aus, dass die Vorgaben des Energieeinsparungsgesetzes etwa bei der Wärmedämmung in den kommenden Jahren noch verschärft werden", sagt Raimund Kron. Darum sollten sich Bauherren schon heute an strengeren Maßgaben wie dem "KfW-60-Standard" orientieren, um einen späteren Wertverlust des Gebäudes zu vermeiden.

Wer sich für eine Bestands-Immobilie interessiert, sei zudem gut beraten, schon zum Besichtigungstermin einen kompetenten Energieberater mitzunehmen, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein. Die könnte übrigens auch dem blühen, der sich im Internet einen Billig-Energiepass besorgt: "Da tummeln sich schon viele schwarze Schafe", warnt Kron. Natürlich sind rund 300 Euro für einen bedarfsorientierten und 50 bis 100 Euro für einen verbraucherorientierten Ausweis eine Menge Geld, dafür bieten die etwa von Experten der Deutschen Energieagentur (Dena) ausgestellten, zehn Jahre gültigen Pässe wirklich fundierte Informationen für Hausbesitzer und Mieter.