Familienleistungen 2019
 
Geld und Steuern: Das ändert sich für Familien 2019

Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag, Unterhalt und Co: Wir sagen euch, welche Änderungen es bei den wichtigsten Familienleistungen gibt, von welchen Neuregelungen ihr profitieren könnt und was ihr beachten müsst.

Vater und Baby am Computer
iStock, MartinPrescott
Inhalt: 
Wer bekommt Kindergeld?Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?Wird das Kindergeld auch rückwirkend gezahlt?Kindergeld nur mit Steuer-IDWas ist der Kinderfreibetrag?Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen Unterhalt: Bedarfssätze angepasstAlle wichtigen Informationen im ÜberblickDas Baukindergeld kommt

Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld erhalten alle Familien mit Hauptwohnsitz in Deutschland, unabhängig vom Einkommen und gestaffelt nach Anzahl der Kinder. Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Bei getrennt lebenden Eltern erfolgt die Auszahlung des Kindergeldes an den Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Anspruch auf Kindergeld können jedoch nicht nur die leiblichen Eltern haben, sondern zum Beispiel auch die Groß-, Pflege- oder Stiefeltern, wenn sie dem Kind beispielsweise anstelle der leiblichen Eltern Unterhalt gewähren.

Kindergeld gibt es für:

  • alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • Kinder in der Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr
  • Kinder ohne Arbeitsplatz bis zum 21. Lebensjahr
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz bis zum 25. Lebensjahr

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie findet ihr weitere Bestimmungen und Details zum Kindergeld

Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?

Aktuell erhalten Eltern für das erste und zweite Kind monatlich je 194 Euro, für das dritte Kind monatlich 200 Euro und für das für das vierte und jedes weitere Kind je 225 Euro im Monat. Ab dem 1. Juli 2019 wird das Kindergeld um jeweils 10 Euro pro Monat erhöht.

 

Wird das Kindergeld auch rückwirkend gezahlt?

Eltern können das Kindergeld schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragen, von der es an einen Elternteil ausgezahlt wird. Bis Ende 2017 konnte der Antrag bis zu vier Jahre rückwirkend gestellt werden, das Geld wurde für den entsprechenden Zeitraum nachgezahlt. Bereits seit dem 1. Januar 2018 ist eine rückwirkende Auszahlung jedoch nur noch für die letzten sechs Monate möglich.

Tipp: Noch einfacher und schneller könnt ihr mit dem "Kindergeld Online", einem Service der Bundesagentur für Arbeit, das Kindergeld jetzt auch online beantragen. Dazu müsst ihr euch unter https://formular.arbeitsagentur.de registrieren. Anschließend könnt ihr bequem von zu Hause aus das Antragsformular ausfüllen und abschicken. Auch spätere Änderungen sowie eine Abfrage des Bearbeitungsstandes sind auf diesem Wege möglich.

Falls ihr den neuen Personalausweis sowie das dazugehörige Lesegerät besitzt, könnt ihr auch diesen nutzen, um eure Kindergeldanträge online zu bearbeiten.

Kindergeld nur mit Steuer-ID

Termin für Steuererklärung
Thinkstock, filmfoto

Schon seit dem 1. Januar 2016 sind Eltern dazu verpflichtet, die eigene und die Steuer-ID ihres Kindes bei einem Neuantrag auf Kindergeld anzugeben. So wollen die Behörden vermeiden, dass Kindergeld doppelt ausgezahlt wird. Für Eltern, die das erste Mal einen Kindergeldantrag ausfüllen, bedeutet das nichts anderes, als den Antrag vollständig auszufüllen.

Wo finde ich die Steuer-Identifikationsnummer?
Eure eigene Steuer-Identifikationsnummer findet ihr auf der Lohnsteuerbescheinigung eures Arbeitgebers oder aber auf eurem Einkommenssteuerbescheid vom Finanzamt. Das Bundeszentralamt für Steuern sendet euch die ID für Euer Kind kurz nach der Geburt per Post zu.
Wenn ihr beides verlegt haben solltet, könnt ihr die Steuer-IDs über dieses Eingabeformular erneut anfordern. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. sechs Wochen.
 

Was ist der Kinderfreibetrag?

Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Am 1. Januar 2019 ist eine Erhöhung des Kinderfreibetrages um 192 Euro auf 4.980 Euro pro Jahr erfolgt. Dieser Beitrag wird von dem zu versteuerndem Einkommen der Eltern abgezogen, sodass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

Im Regelfall ist der Steuerfreibetrag allerdings nur für die Eltern interessant, die ein höheres Einkommen beziehen. Denn nur dann ist die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag im Allgemeinen höher als das Kindergeld. Im Normalfall prüft das Finanzamt bei der Einkommenssteuererklärung, welche Variante im Einzelfall die günstigere ist.

Weitere wichtige Regelungen zum Kinderfreibetrag findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie. 

Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen

Der Kinderzuschlag liegt aktuell bei maximal 170 Euro. Im Laufe des Jahres 2019 soll der Kinderzuschlag jedoch erhöht werden. Den Kinderzuschlag erhalten Eltern dann, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Alle Informationen zum Kinderzuschlag erhaltet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Unterhalt: Bedarfssätze angepasst

Wenn Eltern sich trennen, haben Kinder in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt durch den Elternteil, der nicht im Haushalt lebt. Zum Jahresbeginn haben sich die Bedarfssätze minderjähriger Kinder erhöht. Der Mindestunterhalt beträgt jetzt beispielsweise 354 statt zuvor 348 Euro für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Für Kinder der zweiten Altersstufe, also bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, beträgt der Mindestunterhalt 406 Euro und für die dritte Altersstufe bis zur Volljährigkeit 476 Euro. 

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende
Alleinerziehende, die  keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom Vater erhalten, haben ein Anrecht auf Unterhaltsvorschuss. 2019 erhalten Kinder von null bis fünf Jahre 160 Euro monatlich, Kinder von sechs bis elf Jahre 212 Euro und Kinder bis zum 18. Lebensjahr 282 Euro.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.
 

Alle wichtigen Informationen im Überblick

Ausführliche Informationen rund um das Thema Kindergeld und zu den weiteren zentralen Familienleistungen findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Das Baukindergeld kommt

Mit dem sogenannten Baukindergeld fördert die Bundesregierung Familien mit Kindern, die eine Immobilie erwerben und selbst nutzen wollen. Bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Kind (10 Jahre lang 1.200 Euro) sind für den Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Wohnung möglich. Das gilt rückwirkend auch für Immobilien, die seit dem 1. Januar 2018 gekauft worden sind. Bereits seit dem 18. September 2018 können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Anträge für das Baukindergeld gestellt werden. Die Auszahlung soll ab März 2019 erfolgen.

Wer bekommt Baukindergeld?
Anspruch auf Baukindergeld haben Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das mit in die Immobilie einzieht. Außerdem darf das zu versteuernde Jahreshaushaltseinkommen der Familie 90.000 Euro plus zusätzliche 15.000 Euro je Kind nicht überschreiten.

Welche Fristen gibt es?
Das Förderprogramm ist zeitlich begrenzt: Bis spätestens Ende 2020 müssen die Immobilienkäufer den Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erhalten haben. Spätestens drei Monate nach dem Einzug muss dann der Antrag für das Baukindergeld gestellt werden. Für Familien, die ihre Immobilie bereits 2018 vor Einführung des Baukindergeldes gekauft haben, gelten zum Teil besondere Fristen. Alle Details könnt ihr dem Merkblatt zum Baukindergeld der KfW entnehmen.