Familienleistungen 2018
 
Das ändert sich für Familien 2018

Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag, Unterhalt und Co: Wir sagen Euch, welche Änderungen es bei den wichtigsten Familienleistungen gibt, von welchen Neuregelungen Ihr profitieren könnt und was Ihr beachten müsst.

Kindergeld
Thinkstock, katyspichal
Inhalt: 
Wer bekommt Kindergeld?Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?Neue Fristen für rückwirkende KindergeldanträgeKindergeld nur mit Steuer-IDWas ist der Kinderfreibetrag?Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen Unterhalt: Bedarfssätze und Einkommensgrenzen angepasstAlle wichtigen Informationen im Überblick

Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld erhalten alle Familien mit Hauptwohnsitz in Deutschland, unabhängig vom Einkommen und gestaffelt nach Anzahl der Kinder. Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Bei getrennt lebenden Eltern erfolgt die Auszahlung des Kindergeldes an den Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Anspruch auf Kindergeld können jedoch nicht nur die leiblichen Eltern haben, sondern zum Beispiel auch die Groß-, Pflege- oder Stiefeltern, wenn sie dem Kind beispielsweise anstelle der leiblichen Eltern Unterhalt gewähren.

Kindergeld gibt es für:

  • alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • Kinder in der Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr
  • Kinder ohne Arbeitsplatz bis zum 21. Lebensjahr
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz bis zum 25. Lebensjahr

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie findet Ihr weitere Bestimmungen und Details zum Kindergeld

Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?

Zum 1. Januar 2018 wurde das Kindergeld um je zwei Euro erhöht. Eltern erhalten für das erste und zweite Kind monatlich je 194 Euro, für das dritte Kind monatlich 200 Euro und für das für das vierte und jedes weitere Kind je 225 Euro im Monat.
 

Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge

Eltern können das Kindergeld schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragen, von der es an einen Elternteil ausgezahlt wird. Bis Ende 2017 konnte der Antrag bis zu vier Jahre rückwirkend gestellt werden, das Geld wurde für den entsprechenden Zeitraum nachgezahlt. Ab dem 1. Januar 2018 ist eine rückwirkende Auszahlung jedoch nur noch für die letzten sechs Monate möglich.

Tipp: Noch einfacher und schneller könnt Ihr mit dem "Kindergeld Online", einem Service der Bundesagentur für Arbeit, das Kindergeld jetzt auch online beantragen. Dazu müsst Ihr Euch nur kurz unter https://formular.arbeitsagentur.de registrieren. Anschließend könnt Ihr bequem von zuhause aus das Antragsformular ausfüllen und abschicken. Auch spätere Änderungen sowie eine Abfrage des Bearbeitungsstandes ist auf diesem Wege möglich.

Falls Ihr den neuen Personalausweis sowie das dazugehörige Lesegerät besitzt, könnt Ihr auch diesen nutzen, um Eure Kindergeldanträge online zu bearbeiten.

Kindergeld nur mit Steuer-ID

Termin für Steuererklärung
Thinkstock, filmfoto

Schon seit dem 1. Januar 2016 sind Eltern dazu verpflichtet, die eigene und die Steuer-ID ihres Kindes bei einem Neuantrag auf Kindergeld anzugeben. So wollen die Behörden vermeiden, dass Kindergeld doppelt ausgezahlt wird. Für Eltern, die das erste Mal einen Kindergeldantrag ausfüllen, bedeutet das nichts anderes, als den Antrag vollständig auszufüllen.

Wo finde ich die Steuer-Identifikationsnummer?
Eure eigene Steuer-Identifikationsnummer findet Ihr auf der Lohnsteuerbescheinigung Eures Arbeitgebers oder aber auf Eurem Einkommenssteuerbescheid vom Finanzamt. Das Bundeszentralamt für Steuern sendet Euch die ID für Euer Kind kurz nach der Geburt per Post zu.
Wenn Ihr beides verlegt haben solltet, könnt Ihr die Steuer-IDs über dieses Eingabeformular erneut anfordern. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. sechs Wochen.
 

Was ist der Kinderfreibetrag?

Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Am 1. Januar 2018 ist eine Erhöhung des Kinderfreibetrages um 72 Euro auf 4.788 Euro pro Jahr erfolgt. Dieser Beitrag wird von dem zu versteuerndem Einkommen der Eltern abgezogen, sodass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

Im Regelfall ist der Steuerfreibetrag allerdings nur für die Eltern interessant, die ein höheres Einkommen beziehen. Denn nur dann ist die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag im Allgemeinen höher als das Kindergeld. In der Regel prüft das Finanzamt bei der Einkommenssteuererklärung, welche Variante im Einzelfall die günstigere ist.

Weitere wichtige Regelungen zum Kinderfreibetrag findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie. 

Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen

Der Kinderzuschlag wurde letztmalig zum 1. Januar 2017 um zehn Euro erhöht und beläuft sich weiterhin auf maximal 170 Euro. Den Kinderzuschlag erhalten Eltern dann, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Alle Informationen zum Kinderzuschlag erhaltet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Unterhalt: Bedarfssätze und Einkommensgrenzen angepasst

Wenn Eltern sich trennen, haben Kinder in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt durch den Elternteil, der nicht im Haushalt lebt. Zum Jahresbeginn haben sich die Bedarfssätze minderjähriger Kinder erhöht. Der Mindestunterhalt beträgt jetzt beispielsweise 348 statt zuvor 342 Euro für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Für Kinder der zweiten Altersstufe, also bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, beträgt der Mindestunterhalt 399 Euro und für die dritte Altersstufe bis zur Volljährigkeit 467 Euro. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedem Kind mehr Geld zusteht. Denn gleichzeitig wurden auch die Einkommensgrenzen angehoben. Die Grenze der niedrigsten Einkommensstufe lag beispielsweise früher bei 1.500 Euro bereinigtem Nettoeinkommen, seit 2018 beträgt sie 1.900 Euro. Das heißt, dass ein unterhaltspflichtiger Elternteil, der 1.800 Euro netto verdient, statt der zweiten nun der niedrigsten Einkommensgruppe zugeordnet ist. Entsprechend ist auch der zu zahlende Unterhaltssatz niedriger.

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende
Alleinerziehende, die  keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom Vater erhalten, haben ein Anrecht auf Unterhaltsvorschuss. 2018 erhalten Kinder von null bis fünf Jahre wie im Vorjahr 150 Euro monatlich und Kinder von sechs bis elf Jahre 201 Euro. Noch relativ neu ist jedoch, dass der Unterhaltsvorschuss seit Mitte 2017 nicht mehr auf 72 Monate begrenzt ist und auch für ältere Kinder bis zum 18. Lebensjahr ein Vorschuss in Höhe von 268 Euro gezahlt wird.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.
 

Alle wichtigen Informationen im Überblick

Ausführliche Informationen rund um das Thema Kindergeld und den weiteren zentralen Familienleistungen findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.