Familienleistungen 2021
 
Geld und Steuern: Das ändert sich für Familien 2021

Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag: Wir sagen euch, welche Änderungen es bei den wichtigsten Familienleistungen gibt, von welchen Neuregelungen ihr profitieren könnt und was ihr beachten müsst.

Ein Vater hat seine Tochter auf dem Schoß und arbeitet am Laptop
iStock, Eva-Katalin
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Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld erhalten alle Familien mit Hauptwohnsitz in Deutschland, unabhängig vom Einkommen und gestaffelt nach Anzahl der Kinder. Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Bei getrennt lebenden Eltern erfolgt die Auszahlung des Kindergeldes an den Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Anspruch auf Kindergeld können jedoch nicht nur die leiblichen Eltern haben, sondern zum Beispiel auch die Groß-, Pflege- oder Stiefeltern, wenn sie dem Kind beispielsweise anstelle der leiblichen Eltern Unterhalt gewähren.

Kindergeld gibt es für:

  • alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • Kinder in der Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr
  • Kinder ohne Arbeitsplatz bis zum 21. Lebensjahr
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz bis zum 25. Lebensjahr

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie findet ihr weitere Bestimmungen und Details zum Kindergeld

Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?

Ab dem 1. Januar 2021 wird das Kindergeld um 15 Euro pro Kind erhöht. Eltern erhalten dann für das erste und zweite Kind monatlich je 219 Euro, für das dritte Kind monatlich 225 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind je 250 Euro im Monat.

Wird das Kindergeld auch rückwirkend gezahlt?

Eltern können das Kindergeld schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragen, von der es an einen Elternteil ausgezahlt wird. Bis Ende 2017 konnte der Antrag bis zu vier Jahre rückwirkend gestellt werden, das Geld wurde für den entsprechenden Zeitraum nachgezahlt. Bereits seit dem 1. Januar 2018 ist eine rückwirkende Auszahlung jedoch nur noch für die letzten sechs Monate möglich.

Tipp: Noch einfacher und schneller könnt ihr mit dem Kindergeld Online, einem Service der Bundesagentur für Arbeit, das Kindergeld jetzt auch online beantragen. So könnt ihr bequem von zu Hause aus das Antragsformular ausfüllen und abschicken. Auch spätere Änderungen sowie eine Abfrage des Bearbeitungsstandes sind auf diesem Wege möglich.

Falls ihr den neuen Personalausweis sowie das dazugehörige Lesegerät besitzt, könnt ihr auch diesen nutzen, um eure Kindergeldanträge online zu bearbeiten.

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Kindergeld nur mit Steuer-ID

Schon seit dem 1. Januar 2016 sind Eltern dazu verpflichtet, die eigene und die Steuer-ID ihres Kindes bei einem Neuantrag auf Kindergeld anzugeben. So wollen die Behörden vermeiden, dass Kindergeld doppelt ausgezahlt wird. Für Eltern, die das erste Mal einen Kindergeldantrag ausfüllen, bedeutet das nichts anderes, als den Antrag vollständig auszufüllen.

Wo finde ich die Steuer-Identifikationsnummer?
Eure eigene Steuer-Identifikationsnummer findet ihr auf der Lohnsteuerbescheinigung eures Arbeitgebers oder aber auf eurem Einkommenssteuerbescheid vom Finanzamt. Das Bundeszentralamt für Steuern sendet euch die ID für Euer Kind kurz nach der Geburt per Post zu.

Wenn ihr beides verlegt haben solltet, könnt ihr die Steuer-IDs über dieses Eingabeformular erneut anfordern. Die Bearbeitungszeit beträgt etwa sechs Wochen.

Ausführliche Informationen rund um das Thema Kindergeld und zu den weiteren zentralen Familienleistungen findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

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Was ist der Kinderfreibetrag?

Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Im Jahr 2020 lag der Kinderfreibetrag bei 5.172 Euro. Dieser Beitrag wird von dem zu versteuerndem Einkommen der Eltern abgezogen, sodass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt. Für das Jahr 2021 soll der Freibetrag nun um 576 Euro steigen. Darüber hinaus gibt es noch einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.640 Euro. Bei der Einkommensteuerveranlagung werden dann beide Freibeträge zusammengezogen.

Im Regelfall ist der Steuerfreibetrag allerdings nur für die Eltern interessant, die ein höheres Einkommen beziehen. Denn nur dann ist die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag im Allgemeinen höher als das Kindergeld. Im Normalfall prüft das Finanzamt bei der Einkommenssteuererklärung, welche Variante im Einzelfall die günstigere ist.

Weitere wichtige Regelungen zum Kinderfreibetrag findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie. 

Einmaliger 300 Euro Kinderbonus (2020)

Um während der Corona-Krise die Konjunktur anzukurbeln und Familien zu unterstützen, hat die Bundesregierung unter anderem einen einmaligen 300 Euro Bonus für jedes im Jahr 2020 kindergeldberechtigte Kind beschlossen.

  • Alle Kinder, die im September 2020 Anspruch auf KIndergeld hatten, haben den Kinderbonus in zwei Raten erhalten. Eine in Höhe von 200 Euro im September und die zweite Rate von 100 Euro dann im Oktober 2020. 
  • In allen anderen Fällen (in denen Kinder erst in einem anderen Monat Anspruch auf Kindergeld haben) wird der Kinderbonus in keinem bestimmten Monat, jedoch zeitnah und unter Umständen nicht in zwei Raten ausgezahlt. Der genaue Ablauf wird in diesem Fall auf dem Verwaltungsweg entschieden.
  • Der Kinderbonus wird nicht auf Leistungen nach dem SGB II oder auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet und beim Kinderzuschlag und dem Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt.
  • Bei getrennt lebenden Elternteilen erhält der alleinerziehende Elternteil den Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld. Ist der andere Elternteil unterhaltspflichtig, kann er über das Unterhaltsrecht die Hälfte des Kinderbonus von seiner Zahlung abziehen, sofern er Mindestunterhalt oder mehr leistet oder das Kind häufig betreut. 
  • Der Kinderbonus sorgt für keine Neuberechnung von Kita-Beiträgen.
  • Auch Pflegekindern und Kindern in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe kommt der Kinderbonus zugute.

Aufgrund der besonderen Herausforderungen für Alleinerziehende in der Corona-Krise wird der Entlastungsbetrag für sie von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben. Die Steuerentlastung kann sich bereits vor der nächsten Steuererklärung bemerkbar werden. Alleinerziehende können die Entlastung mit der Lohnsteuer direkt im kommenden halben Jahr nutzen.

Kinderzuschlag

Mutter hält ihr Baby auf dem Arm und arbeitet an einem Antrag
iStock, SDI Productions

Der Kinderzuschlag wird 2021 von 185 Euro auf maximal 205 Euro pro Kind und Monat angehoben. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie wird für Familien mit kleinem Einkommen die erleichterte Vermögensprüfung beim Kinderzuschlag bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Vermögen wird damit nur berücksichtigt, wenn es erheblich ist. Weitere Informationen zum Kinderzuschlag findet ihr in unserer Bildergalerie.

Unterhalt: Bedarfssätze angepasst

Wenn Eltern sich trennen, haben Kinder in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt durch den Elternteil, der nicht im Haushalt lebt. 2020 haben sich die Bedarfssätze minderjähriger Kinder erhöht. Der Mindestunterhalt beträgt derzeit beispielsweise 369 statt zuvor 354 Euro für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Für Kinder der zweiten Altersstufe, also bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, beträgt der Mindestunterhalt 424 Euro und für die dritte Altersstufe bis zur Volljährigkeit 497 Euro. 
Eine weitere Anpassung der Bedarfssätze wird voraussichtlich zum 1.1.2021 veröffentlicht.

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende
Alleinerziehende, die keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom Vater erhalten, haben ein Anrecht auf Unterhaltsvorschuss. 2020 liegt der Unterhaltsvorschuss für Kinder von null bis fünf Jahren bei 165 Euro monatlich, bei Kindern von sechs bis elf Jahren bei bis zu 220 Euro und bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr bei bis zu 293 Euro.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss findet ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Baukindergeld für Familien

Mit dem sogenannten Baukindergeld fördert die Bundesregierung Familien mit Kindern, die eine Immobilie erwerben und selbst nutzen wollen. Bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Kind (10 Jahre lang 1.200 Euro) sind für den Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Wohnung möglich. Das gilt rückwirkend auch für Immobilien, die seit dem 1. Januar 2018 gekauft worden sind. Bereits seit dem 18. September 2018 können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Anträge für das Baukindergeld gestellt werden. 

Wer bekommt Baukindergeld?
Anspruch auf Baukindergeld haben Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das mit in die Immobilie einzieht. Außerdem darf das zu versteuernde Jahreshaushaltseinkommen der Familie 90.000 Euro plus zusätzliche 15.000 Euro je Kind nicht überschreiten.

Welche Fristen gibt es?
Das Förderprogramm ist zeitlich begrenzt: Bis spätestens Ende 2020 müssen die Immobilienkäufer den Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erhalten haben. Spätestens drei Monate nach dem Einzug muss dann der Antrag für das Baukindergeld gestellt werden. Für Familien, die ihre Immobilie bereits 2018 vor Einführung des Baukindergeldes gekauft haben, gelten zum Teil besondere Fristen. Alle Details könnt ihr dem Merkblatt zum Baukindergeld der KfW entnehmen.