Mieterhöhung
 
Prüfung kann sich lohnen

Ist an der Forderung des Vermieters nichts zu beanstanden, muss der Mieter allerdings in den sauren Apfel beißen und spätestens nach Ende der zweimonatigen Prüfphase die Mehrkosten tragen. Ist die Mieterhöhung nicht in Ordnung, darf er sie ablehnen. Allerdings muss er dies dem Vermieter schriftlich mitteilen - "hier reicht ein formloses Schreiben, für Mieter gibt es keinen Begründungszwang", stellt Ulrich Ropertz klar. Alternative: Der Wohnungsnutzer kann der Erhöhung auch teilweise zustimmen und sich mit dem Vermieter dann etwa auf eine Steigerung der Miete um 30 Cent pro Quadtratmeter statt der ursprünglich geforderten 80 Cent einigen. Auch eine teilweise Zustimmung muss jedoch immer schriftlich erfolgen.

Hilfe, der Vermieter klagt - und jetzt?

Und wenn keine Einigung möglich ist? Dann muss der Vermieter vor Gericht klagen - ein Schritt, vor dem die Mieter keine Angst haben müssen, wie Mieterbund-Sprecher Ropertz betont. "Für 2006 etwa sind uns 312.000 Mietrechtsverfahren bekannt - nach unseren Schätzungen waren das zwölf Prozent aller Rechtsstreitigkeiten. Angesichts der vielen falschen oder zumindest teilweise falschen Mieterhöhungen, von denen wir ausgehen, haben die viele Mieter dabei zumindest teilweise gewonnen." Auch die Sorge, dass der Vermieter nach einer abgelehnten Erhöhung einfach mit der Kündigung droht, kann der Experte entkräften: "Kündigen könnte der Vermieter nur, wenn sich der Mieter trotz einer Niederlage vor Gericht weiterhin weigert, die erhöhte Miete zu zahlen."