Online-Shopping
 
Klick gehabt

Zugegeben, shoppen im Internet ist super bequem. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach sich im Dschungel des Online-Shoppings zurechtzufinden. Wir geben Ihnen zehn Tipps zum Online-Shopping, damit Sie das nächste Paar süße Gummistiefel ganz einfach vom Sofa aus bestellen können.

Schnäppchenmarkt per Mausklick

Online-Shopping: Klick gehabt

Online-Shopping boomt. Kein Wunder, dass man seine Einkäufe lieber mit der Maus bequem vor dem PC zuhause erledigt. Wer hat schon Lust auf überfüllte Geschäfte, keinen Parkplatz weit und breit und lange Schlangen an der Kasse? Die Internet-Angebote sind ja auch wirklich zu verlockend - und täglich gibt es neue tolle Produkte, die ich mir einfach per Mausklick bestellen kann. Und wo kann man schon 24 Stunden am Tag und das 365 Tage im Jahr einkaufen?

Online-Shopping: Wie finde ich einen seriösen Online-Shop?

Der erste Eindruck ist wichtig: Der Online-Shop (Internetadresse des Shops aus Sicherheitsgründen mit der Hand eintippen) sollte übersichtlich strukturiert sein und die Abläufe verständlich dargestellt. Lesen Sie die Produktbeschreibungen aufmerksam: Sind sie eindeutig formuliert? Sind alle Preise (Mehrwertsteuer, Porto, etc.) angegeben?

Wenn die Texte sprachliche Fehler aufweisen, könnte man meinen, dass es der Betreiber mit der Sicherheit vielleicht auch nicht so genau nimmt. Werfen Sie auf jeden Fall einen Blick in das Impressum und in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB's). Sind sie einfach zu finden? Wer betreibt den Shop? Wie und wo kann ich Kontakt aufnehmen? Wenn Angaben zum Standort fehlen, oder der Gerichtsstand im Ausland (z.B. Vereinigte Arabische Emirate, Cayman Islands etc.) ist, könnte das zum Beispiel ein Alarmzeichen sein. Außerdem müssen Anbieter Datenschutz gewährleisten. Die AGB's zeigen, ob der Anbieter diese Garantie gibt. Vorsicht, wenn der Chef des Shops im Handelsregister auch als Geschäftsführer vieler anderer Firmen eingetragen ist.

Online-Shopping: Wo kann ich am besten Preise vergleichen?

Vor dem Online-Shopping sollten man sich so viele Informationen wie möglich über Preis und Produkt einholen. Die Preisschwankungen sind groß und die Produkte im Internet nicht immer die günstigsten. Die besten Angebote finden Sie über Preisdatenbanken wie evendi.de, guenstiger.de, idealo.de oder preistrend.de. Auch in Online-Foren können Sie sich absichern und sich mit anderen Usern austauschen.

Wenn Sie außerhalb der Europäischen Union bestellen, können Zölle und Steuern den Preis erheblich in die Höhe treiben. Achten Sie darauf, dass Angaben zu Umsatzsteuer und Versandkosten in unmittelbarer Nähe zum Preis stehen. Und Vorsicht vor sehr günstigen Angeboten! Es könnte sich um Produktpiraterie oder ein Auslaufmodell handeln, für das längst kein Service mehr angeboten wird.

Online-Shopping: Muss ich an meinem Computer spezielle Sicherheitsvorkehrungen treffen?

Ihr Computer sollte mit einem Viren-, Spam- bzw. Phishingschutz und einer Firewall ausgestattet sein, damit Ihre Passwörter und Kontodaten geschützt sind. Ihre Sicherheitssoftware sollte dabei immer auf dem aktuellen Stand sein. Tätigen sie Online-Geschäfte nur von einem gesicherten Computer aus, am besten natürlich von Ihrem eigenen Computer aus. Loggen Sie sich nur dann auf einem Online-Shop ein, wenn Ihnen der Verkäufer für die Übertragung Ihrer Daten eine verschlüsselte Verbindung anbietet. Verschlüsselte Verbindungen erkennen Sie am https:// in der Adresszeile des Browsers und einem Schloss-Symbol im Browser.

Als Faustregel gilt: Wenn mindestens eines der bekanntesten vier Gütesiegel vorhanden ist, können Sie davon ausgehen, dass es sich nicht um Betrüger handelt: Safer Shopping: Prüfzeichen des TÜV SÜD Management Services für Online-Angebote, Datenschutz: Gütesiegel der Datenschutz Nord Gruppe, EHI-Siegel: geprüfter Online-Shop vom EHI Retail Institute, Trusted Shops: Gütesiegel eines Unternehmens gegründet zur Zertifizierung von Online-Shops.

Sie sollten außerdem immer so wenige Daten wie möglich hinterlassen. Alles was nicht unbedingt angegeben werden muss, sollten Sie auch nicht angeben. Wenn Sie einmal Daten über sich im Internet veröffentlicht haben, können Sie nur wenig darüber bestimmen, was mit ihnen passiert.

Online-Shopping: Welche Online-Bezahlung ist die sicherste?

Jede Zahlungsweise beim Online-Shopping hat Vor- und Nachteile. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Bei der Nachnahme ist der Käufer auf der sicheren Seite, weil er erst bei Erhalt der Ware zahlen muss. Der Nachteil: Es können sehr hohe Nachnahmegebühren anfallen. Außerdem darf das Paket vor der Annahme nicht geöffnet werden. Wenn die Ware kaputt ist, müssen Sie sich um Umtausch oder Rückerstattung kümmern. Wenn Sie das Paket im Beisein des Postboten öffnen, kann dieser im Falle einer Reklamation als Zeuge dienen. Sie sollten auf die Zahlung per Nachnahme nur bei vertrauenswürdigen, seriösen Internet-Shops zurückgreifen.

  • Die Kreditkarte ist als Zahlungsmittel in Online-Shops sehr populär. Es geht auch wirklich einfach: Sie geben Ihre Kreditkartennummer, das Gültigkeitsdatum und meist die Kontrollnummer auf der Rückseite der Kreditkarte ein – und fertig. Nachdem die Bestellung eingegangen ist und der Versandhändler eine ausreichende Deckung der Karte festgestellt hat, wird die Ware verschickt. Allerdings kann jeder, der Ihre Kartennummer und die dazugehörige Sicherheitsnummer kennt, im Internet bestellen. Deswegen müssen Sie unbedingt darauf achten, dass die Bestellung über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt und dass die dreistellige Kontrollnummer abgefragt wird.

  • Die Bezahlung per Rechnung ist sehr sicher: Erst wenn die Ware ohne Mängel bei Ihnen eingetroffen ist, müssen Sie das Geld überweisen. Leider bieten immer noch nicht alle Online-Shops diese Zahlungsart an.

  • Über das Online-Bezahlsystem Paypal können Bestellungen mit der Kreditkarte oder vom Girokonto bezahlt werden. Dafür müssen Sie bei PayPal ein (kostenloses) Konto anlegen, das den Betrag von Ihrem Kreditkarten- oder Girokonto abbucht. Der Zugriff erfolgt per Email-Adresse und Passwort. Wem das nicht sicher genug ist, der kann sich einen SMS-Sicherheitsschlüssel einrichten lassen. Bei jedem Bezahlvorgang bekommen Sie dann einen sechsstelligen Code auf Ihr Handy, den Sie online eintragen.

  • Die Zahlung per Lastschrift (Einzugsermächtigung) ist bequem und sicher. Dafür bekommt der Händler Ihre Bankdaten und Ihr Einverständnis und zieht daraufhin das Geld von Ihrem Konto ein. Ungerechtfertigten Abbuchungen können Sie innerhalb einer Frist (je nach Bank bis zu sechs Wochen) bei Ihrer Bank widersprechen und Sie bekommen Ihr Geld zurück.

  • Abzuraten ist von der Bezahlung per Vorkasse. Sie überweisen dabei das Geld bevor Sie die Ware überhaupt erhalten haben. Ist das Geld einmal abgebucht, bekommt man es nur schwer zurück. Und eine Gewähr, die Ware zu erhalten, gibt es auch nicht. Nur wenn die Zahlung durch einen Drittanbieter (seriöse Treuhandstelle oder Geld-zurück-Garantie eines Gütesiegel-Verleihers) abgesichert ist, ist diese Zahlungsart empfehlenswert.

Online-Shopping: Was tun, wenn die Bestellung nicht ankommt?

Relativ gut stehen die Chancen Ihr Geld zurückzubekommen, wenn Sie mit einer Kreditkarte bezahlt haben. Bei vielen Kreditkarten-Anbietern können Sie die Buchungen nämlich rückgängig machen. Die Fristen unterscheiden sich allerdings von Anbieter zu Anbieter.

Haben Sie via Lastschriftverfahren bestellt, können Sie Ihre Bank innerhalb von sechs Wochen bitten, die Buchung rückgängig zu machen. Ist das Geld schon überwiesen, gibt es allerdings keine Möglichkeit mehr, die Transaktion rückgängig zu machen. Sie können zwar den Rücktritt vom Kaufvertrag androhen, aber es wird nicht viel bringen. Im schlimmsten Fall bleibt Ihnen nur die Strafanzeige. Wenn es kein Impressum gibt, können Sie die Identität des Anbieters unter Umständen über das Handelsregister oder die deutsche Domainverwaltung (Denic) herausfinden.

Online-Shopping: Wie lange habe ich Rückgaberecht?

Für Fernabsatzverträge (bei Bestellungen per Internet, Telefon oder Katalog) haben Sie gegenüber gewerblichen Händlern ein Widerrufsrecht: Innerhalb von 14 Tagen können Sie die Ware ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Gehen Sie dabei trotzdem auf Nummer sicher und sehen Sie sich die AGB’s vor dem Kauf an. Ab 40 Euro Warenwert muss der Verkäufer in der Regel die Rücksendekosten tragen, wenn Sie schon angezahlt oder komplett gezahlt haben. Wenn in den AGB’s nichts geregelt ist, trägt der Händler in jedem Fall die Rücksendekosten. Einige Firmen versuchen zwar immer wieder, den Widerruf abzulehnen, etwa wenn Verpackungen geöffnet und Produkte ausprobiert wurden, aber davon sollten Sie sich nicht beirren lassen. Doch Vorsicht: Das Widerrufsrecht kennt etliche Ausnahmen. Zum Beispiel bei Waren, die nach den Wünschen des Kunden erst hergestellt werden, oder bei geöffneten CD’s.

Mangelhafte Produkte dürfen Sie unabhängig vom Widerrufsrecht beanstanden. Sie haben zwei Jahre Zeit, sie zu reklamieren. Das muss nach dem BGB aber nicht immer die Lieferung einer neuen Ware bedeuten. Der Verkäufer hat auch die Möglichkeit, ein beschädigtes Produkt zu reparieren.

Online-Shopping: Worauf ist bei der Rücksendung zu achten?

Teilen Sie dem Anbieter mit, dass Sie den Kauf widerrufen möchten und die Ware zurücksenden werden. Fragen Sie ihn auch nach Paketmarken und Formularen, die Sie verwenden müssen. Oft wird die Abholung von großen Waren nämlich vom Onlineanbieter organisiert. Wenn Sie die Ware selbst verschicken, heben Sie den Einlieferungsschein zur Sicherheit als Beleg auf. Senden Sie die Ware möglichst in der Originalverpackung zurück, auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises auf Ihr Bank- oder Kreditkartenkonto und lassen Sie sich keinesfalls mit einer Gutschrift auf ein Kundenkonto abfertigen.

Online-Shopping: Wie sicher ist die Bestellung im Ausland?

Beim Online-Shopping gilt das Recht des Staates, in dem der Käufer wohnt. In Deutschland wohnende Online-Kunden können ihr Anliegen vor einem deutschen Gericht klären lassen - auch wenn der Anbieter im Ausland sitzt. Realtiv sicher sind außerdem Anbieter aus den Mitgliedstaaten der EU; denn auch hier können die Entscheidungen deutscher Gerichte durchgesetzt werden.

Darüber hinaus gelten laut Urteil des Bundesgerichtshofs die üblichen Vorschriften für den Fernabsatz: Der Kunde kann die Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Für Produkte, die in Online-Auktionshäusern ersteigert wurden, ist die Rückgabefrist länger. Bei eBay sind es zum Beispiel vier Wochen.

Online-Shopping: Gibt es Fallen bei den Versandkosten?

Jeder Online-Shop hat eigene Sätze für den Versand. Diese Kosten hängen zudem von Größe, Gewicht und Versandart ab. Generell gilt: Je schneller Sie Ihr Paket in Empfang nehmen (Expressversand), desto teurer wird es. Neben den Versandkosten sollten Sie unbedingt den Warenkorb vor der endgültigen Bestellung prüfen. Manchmal passiert es, dass die Anzahl der ausgewählten Produkte durch einen Doppelklick ungewollt erhöht wird. Informieren Sie sich deswegen vor jedem Einkauf über die Bezahlsysteme und deren Kosten und Risiken.

Online-Shopping: Wie wichtig sind die Bewertungen?

Vor allem bei Auktionshäusern und Preissuchmaschinenbetreibern gibt es Bewertungssysteme, die von den Kunden selbst erstellt werden. Sie geben Bewertungen ab, welche Produkte und Verkäufer sie gut bzw. schlecht fanden. Sie sollten sich vor Ihrem Kauf unbedingt die dort hinterlegten Bewertungen des Verkäufers durchlesen.

Dabei gibt es Indizien, die auf erfundene Texte schließen lassen. Zum Beispiel ist kein Produkt ohne Mängel. Bewertungen, die nur loben, sind mit Vorsicht zu genießen. Dies gilt besonders für lange Berichte, in denen User ihre positiven Erfahrungen mit einem Produkt beschreiben. Kommen in einem Text außerdem blumige, aber nichtssagende Ausdrücke vor, deutet das auf Fälschung hin. Vorsicht auch bei seltenen Produkten, die überdurchschnittlich viele positive Bewertungen erhalten haben; vor allem wenn diese auch noch schnell hintereinander abgegeben wurden.