Vorstellungstermin
 
Wie Sie Ihren künftigen Chef überzeugen

Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen? Glückwunsch - aber noch kein Grund zum Zurücklehnen. Wer im entscheidenden Augenblick überzeugen will, sollte sich intensiv vorbereiten.

Authentisch sein

Vorstellungstermin: Wie Sie Ihren künftigen Chef überzeugen

Im persönlichen Gespräch möchten die Chefs prüfen, ob Sie zum Unternehmen passen. Als Berufsrückkehrerin ist es besonders wichtig, sich klar zu machen, dass man auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber sprechen kann. Sie müssen hier nicht beweisen, dass Sie kompetent sind. Auch Ihre Entscheidung für die Elternzeit hat der Arbeitgeber längst akzeptiert, sonst hätte er Sie nicht eingeladen. Deshalb können Sie so auftreten, wie Sie sind und mit den Stärken, die Sie in Ihrem Anschreiben genannt haben, punkten. Wenn Sie sich verbiegen, um irgendeinen Job zu bekommen, merkt das Ihr Gegenüber und Sie werden am neuen Arbeitsplatz nicht glücklich.

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Gute Vorbereitung ist wichtig

In der Regel haben Sie nur eine Chance für einen guten Eindruck - nutzen Sie sie! Dabei ist eine gute Vorbereitung ganz wichtig. Dazu gehört nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, sondern auch:

Optisch überzeugen
Die Vorstellung beginnt nicht erst, wenn Ihnen jemand gegenüber sitzt. Sie müssen sich zu Hause auf diesen Termin gut vorbereiten. Überlegen Sie, welche Kleidung Sie tragen möchten. Auch wenn Sie zu einer modernen Firma gehen: Mit einem dunklen Hosenanzug, wenig Schmuck und mittelhohen Schuhen sind Sie auf der sicheren Seite. Orientieren Sie sich bei der Kleiderwahl daran, was Sie tragen müssten, um das Unternehmen nach außen zu repräsentieren.

Den Lebenslauf nochmal lesen
Stellen Sie vor dem Termin Ihre Unterlagen zusammen, schauen Sie nach, welche Anforderungen der Arbeitgeber hat. Gehen Sie Ihren Lebenslauf durch und rekapitulieren Sie, wo Ihre Erfolge waren. Wenn Sie unsicher sind, können Sie die Situation mit Freundinnen ein paar Tage vor dem Termin durchspielen.

Small Talk mit Stolperfallen

Wichtig ist, dass Sie neugierig und offen wirken

Die ersten Minuten geht es um Small Talk. Vielleicht werden Sie gefragt, ob Sie gut hergefunden haben. Auch wenn Sie sich auf dem Weg verfahren oder keinen Parkplatz gefunden haben, beantworten Sie solche Fragen mit "ja" und höchstens einem weiteren Satz. Hier noch einige weitere Tipps, damit Ihnen während des Gesprächs kein Lapsus unterläuft.

Wasser ja, Kaffee nein
Wenn man Ihnen Kaffee anbietet, lehnen Sie ab. Eine wacklige Tasse zu halten, lenkt Sie ab, außerdem könnten Sie aus Versehen kleckern. Ein Glas Wasser können Sie aber annehmen.

Zeigen Sie Interesse am Unternehmen
Nach der Aufwärmphase wird Ihnen meistens das Unternehmen vorgestellt. Sie müssen hier nicht unbedingt Fragen stellen, sollten aber Blickkontakt halten und aktiv zuhören. Wichtig ist, dass Sie neugierig und offen wirken.

Komplimente machen, nicht heucheln
Ein Tipp: Personalchefs sind in der Regel bestechlich. Wenn Sie ein unauffälliges Kompliment über die Firma (bitte nicht über den tollen Anzug des Chefs) machen, wirken Sie auf Anhieb sympathisch. Übertreiben sollten Sie es aber mit Ihrem Lob nicht, das wirkt aufgesetzt.

Die eigene Präsentation

Nun sollen Sie sich präsentieren. Die meisten Gespräche sind in fünf Abschnitte gegliedert und lassen sich gut vorbereiten:

  • Fragen zur Motivation der Bewerbung
  • Fragen zum Unternehmen
  • Fragen zur beruflichen Entwicklung
  • Fragen zur Persönlichkeit
  • Fragen zur privaten Lebensgestaltung

Privat ist nicht gleich privat
Grundsätzlich gilt: Wenn das Wort "privat" auftaucht, sollten Sie nicht ausschweifend über Ihre Hobbys oder über Ihre Kinder reden - dieses Wort bezieht sich im Kontext eines Bewerbungsgesprächs nur auf Aspekte, die für den Arbeitgeber interessant sind.

Rücken Sie Ihre Stärken ins rechte Licht

Mogeln Sie geschickt
Mit der Frage nach der "privaten Lebensplanung" zum Beispiel möchte Ihr Arbeitgeber nicht herausfinden, ob Ihr Haus bald abbezahlt ist oder wohin Sie in Urlaub fliegen, sondern ob Ihre Familienplanung abgeschlossen ist. Wenn Sie sich noch weitere Kinder wünschen, dürfen Sie hier mogeln und "nein" sagen.

Fragen nicht als Kritik verstehen
Gerade Mütter fühlen sich oft bei Fragen zur Persönlichkeit in die Ecke gedrängt. "Verwechseln Sie nicht das Interesse an Ihrer Person mit Kritik", rät Jürgen Hesse. Niemand wirft Ihnen vor, dass Sie stehen geblieben sind oder den Anschluss verpasst haben, nur weil Sie gefragt werden, wie Sie sich in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.

Mit Beispielen arbeiten
Antworten Sie ruhig und erklären Sie, welche neuen Kompetenzen Sie durch eine Weiterbildung oder ein Ehrenamt erworben haben. Rücken Sie Ihre Stärken ins rechte Licht. Wenn Sie gefragt werden, warum man ausgerechnet Sie nehmen soll, liefern Sie für Ihre Qualifikationen am besten konkrete Beispiele. Wer zu allgemein antwortet, wirkt einsilbig.

Hier sind Sie nicht in erster Linie Mutter
Achten Sie darauf, dass Sie sich als gute Angestellte und nicht als gute Mutter präsentieren müssen. Rechtfertigen Sie sich zum Beispiel nicht dafür, dass Sie Ihre kleinen Kinder in die Krippe geben, sondern antworten Sie auf Fragen nach der Kinderbetreuung gelassen und sachlich. Weisen Sie Ihren Chef zum Beispiel darauf hin, dass die Kinderbetreuung schon seit einiger Zeit organisiert ist und reibungslos funktioniert.

Betonen, dass man gerne arbeitet
Auf die Frage, warum Sie wieder arbeiten wollen, sollten Sie nicht erklären, dass das Geld sonst zu knapp ist und auch nicht, dass Sie sich selbst verwirklichen wollen. Sagen Sie einfach, dass Sie gern bei den Kindern waren, aber nun wieder arbeiten möchten und dass ein Beruf für Sie zu einem erfüllten Leben gehört.