Bewerbungsphase
 
Die ersten Schritte zum neuen Job

Was kann ich, was will ich? Bevor Sie nach Stellen suchen: Machen Sie Ihr eigenes Bewerbungsgespräch. Welche Fragen dabei wichtig sind, erfahren Sie hier.

Qualitäten richtig einschätzen

Bewerbungsphase: Die ersten Schritte zum neuen Job

"Eigentlich kann ich gar nichts". Diesen Satz hört Romina Vianden-Prudent fast jeden Tag. Die Beraterin coacht Frauen, die nach der Elternzeit wieder arbeiten möchten. Die meisten von ihnen haben einen Schulabschluss, viele eine abgeschlossene Ausbildung und einige haben sogar ein Studium absolviert. Trotzdem fällt es Müttern oft schwer, ihre Qualitäten richtig einzuschätzen.

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Was will ich?

Je kürzer die Pause war, desto größer sind die Chancen für Wiedereinsteigerinnen. "Aber auch eine längere Familienzeit muss nicht das Ende Ihrer Karriereträume bedeuten", sagt Diplom-Psychologe und Autor Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie. Machen Sie sich zuerst klar, was Sie wollen und was Sie in den Beruf investieren können. Es hat wenig Sinn, sich irgendeinen Job schön zu reden, bei dem Sie bis neun Uhr abends arbeiten müssen, obwohl Sie nur vormittags eine Kinderbetreuung haben.

Stellen Sie Ansprüche

Familienzeit muss nicht das Ende Ihrer Karriereträume bedeuten

"Nicht nur der Arbeitgeber hat Ansprüche an Sie, auch Sie dürfen Anforderungen stellen", so Jürgen Hesse. Möchten Sie lieber einen Teilzeit-Job oder eine volle Stelle? Kommt Ihre alte Firma für Sie noch in Frage oder möchten Sie sich lieber neu orientieren? Sind Sie Einzelkämpfer oder Teamplayer? Wie weit wollen Sie pendeln? Legen Sie eine Checkliste an, die nach Prioritäten geordnet ist. Ganz oben stehen die wichtigsten Punkte, etwa die Länge der Arbeitszeit, Ihre Aufgabenfelder, die Aufstiegschancen, der Ort der Arbeitsstelle und Ihre Wünsche an die Arbeitsweise. Weiter unten auf Ihre Liste setzen Sie weniger wichtige Punkte, zum Beispiel die Größe des Unternehmens.

Was kann ich?

Skizzieren Sie Ihren beruflichen Werdegang. "Vielen Wiedereinsteigerinnen ist gar nicht bewusst, was sie schon alles erreicht haben", sagt Diplom-Psychologin Katja Trees vom Verein Raupe und Schmetterling in Berlin. Die Erinnerung an die Geburt der Kleinen ist frischer und verstellt oft den Blick auf berufliche Erfahrungen.

Entdecken Sie Ihre Soft Skills

Sie denken, dass Sie als Mutter nach der Familienpause weniger qualifiziert sind als andere Bewerber? Von wegen! Gerade Sie bringen eine Menge Soft Skills mit - und die zählen heute genauso wie Zeugnisse!

Belastbarkeit
Schreiben Sie alle Erfolge auf, die Sie in der Vergangenheit hatten. Und zwar berufliche und private. Anschließend überlegen Sie, welche sozialen Kompetenzen Sie durch Ihre Familienarbeit erworben haben. Sie haben zum Beispiel gelernt, gelassen zu bleiben, wenn Ihr Baby schreit und haben die Wutausbrüche Ihrer Kinder in einem überfüllten Supermarkt überlebt? Durch diese Erfahrungen haben Sie Belastbarkeit beziehungsweise Stressresistenz entwickelt.

Organisationsfähigkeit
Sie sind daran gewöhnt, den Babysitter anzurufen, während Sie kochen? Großeinkäufe können Sie günstig erledigen und wenn das Auto in die Werkstatt muss, vereinbaren Sie für Ihren Mann einen Termin? Dann besitzen Sie ein hohes Maß an Organisationsfähigkeit.

Verhandlungssicherheit
Als Familien-Managerin verhandeln Sie mit Handwerkern, die ihre Arbeit nicht ordentlich erledigen, Sie sprechen mit den Lehrern, wenn es Probleme gibt und besänftigen Ihre Nachbarn, wenn der Fußball Ihres Sohnes in ihre Fensterscheibe fliegt. Personalverantwortliche bezeichnen das als Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungssicherheit.

Flexibilität
Wenn Ihr Kind krank wird, müssen Sie Ihre Freizeitgestaltung spontan umdisponieren? Nachdem das Gemeindefest aufgrund des schlechten Wetters plötzlich abgesagt wurde, haben Sie kurzfristig ein neues Programm entwickelt und einen geeigneten anderen Ort gefunden? Mütter müssen häufig spontan entscheiden, deshalb besitzen sie Flexibilität und Kreativität.

Teamgeist
Sie tauschen Ihre Erfahrungen bei der Kindererziehung mit anderen Müttern aus, bieten Ihre Unterstützung an und nehmen auch in Notfällen die Hilfe von anderen an? Dann besitzen auch Kooperationsfähigkeit und Teamgeist.