Mobbing
 
So erkennen Sie Schikanen am Arbeitsplatz

Nicht jeder unhöfliche Kollege, der das Grüßen vergisst, will Sie mobben. Dafür ist manche subtile Intrige zwar schwer zu erkennen, kann Ihnen aber durchaus schaden. Einige typische Mobbing-Merkmale.

Was ist eigentlich Mobbing?

Mobbing: So erkennen Sie Schikanen am Arbeitsplatz

Nach dem schwedisch-deutschen Psychologen Heinz Leymann, der den Begriff Mobbing Anfang der 90-er Jahre in die Arbeitswelt einführte, müssen sich Kränkungen über einen längeren Zeitraum systematisch wiederholen, damit Mobbing vorliegt. Als Faustregel gilt: zwei Wochen. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ertragen Opfer im Durchschnitt 16,4 Monate lang Demütigungen, bevor sie endlich handeln.

An diesen Merkmalen erkennen Sie Mobbing:

Dauerhafte Isolation

Wenn Sie ab und zu im Flur übersehen werden, sind Ihre Kollegen vielleicht im Stress oder haben einen schlechten Tag. Ignoriert man Sie aber häufiger, sollten Sie misstrauisch werden. Weitere Anhaltspunkte: Im Aufzug oder in der Kantine senken die Kollegen den Blick, wenn Sie kommen. Ihre Kollegen gehen oft zusammen in die Mittagspause, schließen Sie aber jedes Mal aus.

Bewusste Intrigen

Wenn Sie mit einer Kollegin einen Streit hatten und sie sich beim Chef oder bei anderen Kollegen über Sie beschwert, ist das zwar nicht die feine Art, aber noch kein Mobbing. Tuscheln andere aber öfter hinter Ihrem Rücken über Sie oder schwärzt Sie ein Kollege bei Ihrem Chef an, weil Sie zum Beispiel als Mutter angeblich zu wenig Einsatz zeigen oder Fehler machen, werden Sie gemobbt.

Grundlose Degradierung

Wenn Sie ohne Grund auf eine andere Stelle versetzt oder mit minderwertigen Aufgaben überhäuft werden, möchte man Sie loswerden. Die Qualität der Arbeit ist wichtig für die Motivation und das Selbstwertgefühl. Stumpfsinnige Tätigkeiten sind auf Dauer extrem zermürbend und Chefs wissen das genau. Besonders betroffen sind davon Schwangere und Mütter nach der Elternzeit.

Mangelnde Information

Über Arbeitsabläufe und Neuigkeiten werden Sie gar nicht oder schlecht informiert. Die Steigerung: Sie bekommen keine Hausmitteilungen per Email mehr. Ihr Zugang zum Intranet oder Ihr Telefon werden gesperrt. Kollegen oder die Sekretärin nehmen Anrufe für Sie entgegen, wenn Sie gerade nicht da sind, sagen Ihnen aber nichts davon. Ihre Post wird geöffnet oder verschwindet im Papierkorb. Diese Mobbing-Varianten betreffen oft Mütter, die Teilzeit arbeiten.

Direkte Angriffe

Wenn jemand Ihre Unterlagen, Ihre Arbeitsmittel, die Berufskleidung oder den Computer entfernt, handelt es sich schon um Mobbing in einem fortgeschrittenen Stadium. Weitere heftige Attacken sind: Anschreien, verletzende Kritik bei kleinen Fehlern, geschmacklose Witze, abfällige Kommentare über Ihr Aussehen, Abmahnungen wegen nichtiger Anlässen und das mündliche Androhen der Kündigung.

Die häufigsten Methoden der Mobber:

Der Mobbing-Report, eine repräsentative Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), erfasst die typischen Strategien der Mobber. Befragt wurden Opfer, die fast immer mehreren Schikanen gleichzeitig ausgesetzt waren:

  • Gerüchte, Unwahrheiten: 61,8 Prozent
  • Arbeitsleistung falsch bewertet: 57,2 Prozent
  • Ständige Sticheleien, Hänseleien: 55,9 Prozent
  • Verweigern von wichtigen Informationen: 51,9 Prozent
  • Arbeit wird massiv und ungerecht kritisiert: 48,1 Prozent
  • Ausgrenzung: 39,7 Prozent
  • Als unfähig dargestellt: 38,1 Prozent
  • Beleidigungen: 36 Prozent
  • Arbeitsbehinderung: 26,5 Prozent
  • Arbeitsentzug: 18,1 Prozent

Wie oft wird gemobbt?

  • täglich: 32,8 Prozent
  • mehrmals die Woche: 32,3 Prozent
  • mehrmals im Monat: 26 Prozent
  • seltener: 17,9 Prozent