Arbeitszeitmodelle
 
Ihre Rechte als Teilzeitkraft

Bremst Teilzeit Gehalt und Karriere?

Der Arbeitgeber darf Mitarbeiter (pro Stunde gerechnet) nicht schlechter bezahlen, weil sie Teilzeit arbeiten. Da es aber keinen Rechtsanspruch auf das gleiche Gehalt für alle gibt, ist unterschiedliche Bezahlung trotzdem möglich. Anders ist das, wenn ein Arbeitnehmer gerade deshalb weniger bekommt, weil er Teilzeit arbeitet. Danach sieht es zum Beispiel aus, wenn bei der jährlichen Gehaltsrunde nur ein Teilzeitmitarbeiter leer ausgeht, und das erst, seit er die Arbeitszeit reduziert hat. In diesem Fall hätte eine Klage gute Chancen.

Keine Benachteiligung sehen die Gerichte übrigens darin, dass Teilzeitkräfte Überstundenzuschläge erst bekommen, wenn sie länger als die Vollarbeitszeit arbeiten, und nicht schon, wenn sie ihre persönliche Arbeitszeit überschreiten.

Klare Regelungen gibt es für die Frage nach Aus- und Weiterbildungen: Solange keine dringenden betrieblichen Gründe es verhindern, muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass auch Teilzeitbeschäftigte an solchen Maßnahmen teilnehmen können.

Und wie steht es um die Karrierechancen?

Öffentlicher Dienst: Gute Bedingungen für Teilzeitkräfte

Der Arbeitgeber muss auch Arbeitnehmern in leitenden Positionen Teilzeit ermöglichen. So weit die Theorie. In der Praxis ist eine unberechtigte Benachteiligung schwer nachzuweisen. Aber immerhin: Gibt es einen offensichtlichen - vor allem zeitlichen - Zusammenhang zwischen einer Benachteiligung und einem Teilzeitantrag, muss der Arbeitgeber nachweisen, dass er dafür gute Gründe hatte. Das kann für ihn schwierig werden.

Spezialfall Öffentlicher Dienst

Sie werden nach dem Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) bezahlt? Dann gilt für Sie folgende Sonderregelung: Wer mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen anderen Angehörigen betreut oder pflegt, dem soll auf Antrag seine Arbeitszeit verkürzt werden - falls nicht dringende dienstliche oder betriebliche Belange entgegenstehen. Maximal zwölf Jahre lang könnten Sie so weniger als 50 Prozent arbeiten. Besonders erfreulich: Wenn Sie es wünschen, kann diese kürzere Arbeitszeit auf bis zu fünf Jahre befristet werden. Danach wird die Arbeit automatisch wieder zum Vollzeitjob.

Auch Beamte können auf Teilzeit umschalten. Wer ein minderjähriges Kind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen versorgt, dem kann der Teilzeitwunsch nur bei zwingenden dienstlichen Belangen abgeschlagen werden. Dass er einen Posten mit Leitungsaufgaben hat, genügt dafür nicht.

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Bundesinnenministerium.

Weitere Infos zum Thema Teilzeit

Noch mehr Informationen rund um das Teilzeitgesetz sowie zu Sonderformen wie der Arbeit auf Abruf, Arbeitsplatz-Sharing oder Jahresarbeitszeitverträgen finden Sie auch in der Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.