Alternativ heiraten
 
Erst Standesamt, dann Kirche? Das war einmal ...

Bis vor kurzem galt: Standesamt ist Pflicht. Das hat sich geändert. Und auch wer einen festlichen Rahmen außerhalb einer Kirche sucht, wird mittlerweile fündig. Alle Infos zum neuen Gesetz und seinen Besonderheiten.

Kirchliche Trauung ohne Urkunde vom Standesamt?

Alternativ heiraten: Erst Standesamt, dann Kirche? Das war einmal ...

Was bis vor kurzem noch undenkbar schien, hat die Bundesregierung mithilfe einer kaum beachteten Gesetzesänderung ermöglicht: Am dem 01.01. 2009 soll sich ein Paar auch dann kirchlich trauen lassen können, wenn es nicht zuvor standesamtlich geheiratet hat. Das berichtete vor kurzem die "Süddeutsche Zeitung".

Was so wunderbar romantisch klingt, hat für Familienrechtler jedoch einige Haken: Ein nur kirchlich getrautes Paar mag künftig "offiziell" verheiratet sein - der Staat betrachtet die Beziehung weiterhin als nichteheliche Lebensgemeinschaft. Und das mit allen Konsequenzen für Unterhalt, Erbrecht oder Steuerfeibeträge. Weil zudem die Gefahr bestünde, dass ein Partner den mangelnden Rechtsschutz des Schwächeren einer solchen Verbindung dazu ausnützen könnte, diesen im Falle einer Trennung zu benachteiligen, stehen sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche dieser Neuerung bislang kritisch gegenüber.

Trauung außerhalb des Gotteshauses möglich

"Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß" - wenn die standesamtliche Trauung hinter ihnen liegt, lassen viele frisch vermählte Paare ihren Bund fürs Leben auch vor Gott besiegeln. Doch es muss nicht immer Kirche sein: Für alle, die den christlichen Rahmen scheuen, gibt es mittlerweile Alternativen, die dem großen Tag das festliche Sahnehäubchen aufsetzen.

Der freie Theologe

So müssen Partner, die beide aus der Kirche ausgetreten sind oder ein zweites Mal heiraten, keineswegs auf ein feierliches Eheversprechen verzichten. In Deutschland und in der Schweiz gibt es mittlerweile rund 20 freie Theologen, die an keine Konfession gebunden sind. Vor ihm geben sich Braut und Bräutigam ein Eheversprechen, das ganz auf die Wünsche der beiden zugeschnitten ist: Glaubensaussagen stehen dabei weniger im Mittelpunkt als die Geschichte des Paares und das, was sie einander für ihr gemeinsames Leben auf den Weg geben möchten. Inhaltliche oder institutionelle Vorgaben gibt es keine, auch den Text des Eheversprechens formulieren die Brautleute selbst. Die Musik- und Textauswahl treffen sie nach ihren ganz persönlichen Wünschen.

Bei der Vorbereitung unabdingbar ist dabei ein intensives Kennenlernen mit dem freien Theologen - schließlich sollte dieser die Geschichte der beiden kennen, genauso wie deren Lebenseinstellungen, Ziele und Werte. Einbezogen werden auch die Freunde des Brautpaares und deren Ideen für die Hochzeitszeremonie.

Weiterer Vorteil Diese Art der Trauung ist an keinen bestimmten Ort gebunden: Ob unter freiem Himmel oder aber auf einem Schloss, im Wald oder auf einer Burg - allein die Partner bestimmen, wo sie sich das Ja-Wort geben möchten.

Für die einstündige Hochzeits-Zeremonie wird in der Regel kein Honorar fällig. Lediglich die Vorbereitung kostet um die 50 Euro pro Stunde. Insgesamt kommen so Kosten von etwa 500 bis 700 Euro zusammen. Freie Theologen finden Sie beispielsweise im Internet unter

Persönliches Ritual statt offizieller Eheschließung

Stehen für das Brautpaar rechtliche und steuerliche Gesichtspunkte im Hintergrund, ist die Hochzeitszeremonie ohne staatlichen oder kirchlichen Segen durchaus eine Möglichkeit, um eine, zumindest vor Freunden und Verwandten, legitimierte Verbindung einzugehen. Schließlich wurde eine Ehe ursprünglich nicht vor einer staatlichen Instanz geschlossen, sondern galt als Versprechen, das Mann und Frau einander und vor Gott gaben.

Die Verpflichtung, die Sie Ihrer Braut oder Ihrem Bräutigam gegenüber eingehen, wird deshalb nicht geschmälert. Vielleicht wird Sie sogar intensiver, weil Sie und Ihre Freunde und Verwandten mehr Zeit in die Feier investieren. Ob selbstgeschmiedete Ringe oder ein gemeinsames Bad in einem romantisch gelegenen See als Zeichen der engen Verbundenheit - hier ist Ihre Kreativität gefragt.

Vielleicht bitten Sie auch Ihre Freunde, aufzuschreiben, welche Ideen Sie für die Zeremonie haben oder was Sie an Ihrer Partnerschaft als Besonders oder Einzigartig empfinden. So sind auch sie in das Hochzeitritual eingebunden und haben die Möglichkeit, Ihnen ihre ganz persönlichen und individuellen Wünsche mit auf den Weg zu geben - und dies einmal auf andere Weise als durch Glückwunschkarten oder Geschenke.

Alles für den schönsten Tag des Lebens

Egal, ob nur standesamtlich, nur kirchlich, klassisch oder als persönliches Ritual - in unserem großen Hochzeits-Spezial finden Sie alle Infos für den schönsten Tag des Lebens, wertvolle Tipps sowie unentbehrliche Ratschläge!