Recht
 
"Dürfen die das eigentlich ...?"

"Darf die Deutsche Bahn Kinder zwingen, aus dem Zug auszusteigen, wenn sie kein Ticket haben?"

Dreimal innerhalb kürzester Zeit wurden solche Fälle bekannt: In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten Schaffner Kinder im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren aus Zügen verwiesen, weil sie keine Fahrkarten oder ungültige dabeihatten. In einem Fall musste eine 13-Jährige sage und schreibe 42 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt aussteigen. Unter Tränen hatte sie dem Schaffner versichert, Portemonnaie und Handy zu Hause vergessen zu haben. Angeblich habe der Kontrolleur sich sogar geweigert, das Mädchen von seinem Diensthandy zu Hause anrufen zu lassen.

Ein völlig inakzeptables Verhalten, räumt die Deutsche Bahn ein, denn eine spezielle Dienstanweisung schreibt vor, wie Schaffner mit minderjährigen Schwarzfahrern umzugehen haben. Für diese gelte vor allem eine Fürsorgepflicht, weshalb sie unter keinen Umständen aus dem Zug geschickt werden dürften. "Kinder müssen aber dem Schaffner ihre Personalien nennen und sollten deshalb immer ihren Schülerausweis bei sich haben oder einen Zettel mit den Angaben über ihre Eltern", rät Anwältin Elisabeth Schmidt. Mitreisende, die erleben, wie ein Schaffner ein Kind aus dem Zug zu entfernen versucht, sollten eingreifen.