Scheidung
 
So gelingt eine faire Trennung

So gelingt eine faire Scheidung
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Inhalt: 
Wir wollen die Scheidung - was passiert jetzt?Können wir uns für die Scheidung einen gemeinsamen Anwalt nehmen?Wo sollen unsere Kinder nach der Scheidung leben?Wer bekommt nach der Scheidung wie viel Unterhalt?Wer behält nach der Scheidung die Wohnung?Wir haben gemeinsam ein Haus gekauft - was wird nach der Scheidung daraus?Das Sofa, die Küche - wer bekommt bei einer Scheidung was?Vom Familien- zum Single-Auto - wie geht das?Darf ich meine Geschenke bei einer Scheidung behalten?Wem gehört nach der Scheidung das Geld von unserem gemeinsamen Konto?Muss ich nach der Scheidung die Schulden vom Ex abstottern?Was wird bei der Scheidung aus unseren Sparverträgen und Versicherungen?

Wer bekommt nach der Scheidung wie viel Unterhalt?

Nach der Scheidung bekommt das Elternteil Unterhalt, das die Kinder betreut und daher derzeit eingeschränkt in der Lage ist, selber Geld zu verdienen. Prinzipiell bemisst sich die Höhe des Unterhalts am Lebensstandard während der Ehe - doch wird der natürlich für beide Parteien nach der Scheidung kaum zu halten sein.

Hinzu kommt: Mit der Unterhaltsreform muss sich die Ehefrau in Zukunft schneller wieder um einen Job bemühen. Denn der Betreuungsunterhalt wird seit der Unterhaltsrechtsreform Anfang 2008 in der Regel nur noch bis zum dritten Geburtstag des jüngsten Kindes gezahlt (Welche Ausnahmen hier gelten und wie lange der Betreuungsunterhalt dann gezahlt werden muss, lässt das Gesetz jedoch offen. Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte jedoch jüngst in einem Urteil klar, dass Alleinerziehenden nicht generell ab dem dritten Geburtstag des Kindes ein Vollzeitjob zuzumuten sei). Und weil künftig die Kinder in Sachen Unterhalt an erster Stelle stehen, gefolgt von Frauen, die kleine Kinder betreuen, kann die Ex-Ehefrau nicht mehr davon ausgehen, in den kommenden Jahren nach der Scheidung vom Unterhalt ihres geschiedenen Mannes leben zu können. Blieb die Ehe kinderlos und hat ihr Ex-Mann Kinder mit einer neuen Partnerin, so rutscht sie sogar auf den dritten Platz. Einzige Ausnahme: Die Ehe hielt viele Jahre - wahrscheinlich werden sieben Jahre hier die Richtschnur sein.

Wer behält nach der Scheidung die Wohnung?

Niemand kann seinen Ehe-Partner zum Auszug aus der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus zwingen - auch nicht, wenn er der Eigentümer ist. Ausnahme sind natürlich Härtefälle wie etwa Gewalttätigkeiten. Wer freiwillig das Feld räumt, sollte wissen: Vor Gericht hat er bei der Frage, wer wohnen bleiben darf, schlechtere Karten. Haben beide Ehepartner den Mietvertrag gemeinsam unterzeichnet, haftet auch derjenige mit für die Miete, der ausgezogen ist. Es ist deshalb unter Umständen ratsam, den Vertrag auf denjenigen abzuändern zu lassen, der in der Ehewohnung bleibt. In der Regel ist es derjenige, der auch die Kinder versorgt. Doch Vorsicht: Für den Vermieter könnte die Vertragsänderung ein willkommener Anlass sein, die Miete zu erhöhen.

Hat ein Paar keine Kinder, entscheiden vor Gericht sachliche Gesichtspunkte, wie beispielsweise die Nähe zum Arbeitsplatz oder das Alter der Ehepartner, darüber, wer in der Wohnung bleiben darf.

Wir haben gemeinsam ein Haus gekauft - was wird nach der Scheidung daraus?

Eigentümer ist, wer im Grundbuch eingetragen ist. Gehört eine Immobilie beiden zu gleichen Teilen, erhält derjenige, der seinen Anspruch im Zuge der Scheidung aufgibt, einen finanziellen Ausgleich. Gehört die Immobilie nur einem (beispielsweise, weil sie aus einer Erbschaft stammt), muss der Wertzuwachs während der Ehe bei der Scheidung geteilt werden, sofern keine Gütertrennung vereinbart wurde.

Das Sofa, die Küche - wer bekommt bei einer Scheidung was?

Eine Inventurliste erleichtert bei der Scheidung die Aufteilung des Haushalts

Wenn Sie es schaffen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, sollten Sie eine Inventurliste erstellen - die kann Scheidungs-Paaren die Aufteilung ihrer Habe erleichtern. Dabei gilt die Faustregel: Jeder darf nach der Scheidung behalten, was er in die Ehe mitgebracht hat. Gemeinsam angeschaffte Gegenstände werden nach dem aktuellen Zeitwert geteilt. Anspruch auf eine Ausgleichszahlung sieht das Gesetz übrigens nicht vor, stattdessen soll die Zweckmäßigkeit im Vordergrund stehen: Das Kinderzimmer beispielsweise gehört logischer Weise dorthin, wo die Kinder nach der Scheidung leben, die Einbauküche sollte derjenige bekommen, der in der Wohnung bleibt.