Tiere unterm Tannenbaum
 
Ein Hund vom Christkind?

"Liebes Christkind, ich wünsch mir ganz doll einen Hund!" Angesichts solch' sehnsüchtiger Herzenswünsche sind schon tausende Eltern weich geworden - und haben es oft bitter bereut. Denn ein Tier ist nun mal nicht aus stubenreinem Plüsch. Sechs Fakten helfen bei Ihrer Entscheidung.

Tiere unterm Tannenbaum: Ein Hund vom Christkind?

Unterm Weihnachtsbaum steht ein kleines Körbchen. Was da wohl drin ist? Eine Puppe, ein Stofftier? Oh nein! Es bewegt sich! "Mami, Papi, das ist ja ein Hündchen!" - Klar, die leuchtenden Kinderaugen in einem solchen Moment sind unvergesslich. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, Ihrem Schatz zum Fest seinen größten Herzenswunsch zu erfüllen, haben wir hier die Fakten zusammengestellt, die Sie vorher kennen sollten:

Fakt 1: Es ist nicht immer Weihnachten

Im Durchschnitt rund 270.000 Tiere werden nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds jährlich in Tierheimen aufgenommen. Davon sind 84.000 Hunde. Die meisten Tiere werden in den Sommermonaten abgegeben. Aber auch im Dezember, Januar und Februar verzeichnen deutsche Tierheime mehr Neuzugänge als im Jahresdurchschnitt. Warum die Vierbeiner sich ein neues Zuhause suchen müssen, bleibt Spekulation. Tierschützer gehen aber davon aus, dass viele Familien, die zu Weihnachten oder anderen Anlässen unüberlegt ein Tier angeschafft haben, kurz vor dem ersten Urlaub merken, dass die Betreuung schwierig oder zu teuer wird, und das Tier dann loswerden wollen.

Fakt 2: Viele Welpen stammen aus "Fabriken" aus Osteuropa

Um den Bedarf an Welpen zu decken, die punktgenau zum 24. Dezember noch klein und kuschelig sind, werden immer mehr Tiere termingerecht "produziert". Diese so genannten Welpenfabriken befinden sich häufig in Osteuropa. Aber auch in Belgien und den Niederlanden gibt es laut Deutschem Tierschutzbund kommerzielle Hundezuchten. Die Haltungsbedingungen der Muttertiere sind meist katastrophal. Die oft kranken Tiere werden als Gebärmaschinen missbraucht und ohne menschlichen Bezug gehalten. Die Welpen sind aufgrund der fehlenden sozialen Prägung häufig verhaltensauffällig. Im Kontext dieser Machenschaften ist auch von "Hundevermehrern" und "Hundemafia" die Rede.

Fakt 3: Ein Hund kostet ein kleines Vermögen

Bei Spontankäufen neigen künftige Tierbesitzer dazu, nur die unmittelbaren Ausgaben in Augenschein zu nehmen. Der Kaufpreis des Tiers, vielleicht eine Leine, ein Halsband, ein Körbchen, ein Sack Futter und die erstem Impfungen werden zusammengerechnet und als vertretbar bewertet. Die wenigsten machen sich klar, dass ein mittelgroßer Hund ohne größere gesundheitliche Einschränkungen im Laufe eines durchschnittlichen Hundelebens bis zu 10.000 Euro kosten wird. Wird ein Tier ernsthaft, vielleicht sogar chronisch krank, ist man schnell bei der doppelten Summe. Und auch die Anschaffung eines kleinen Hundes muss nicht immer günstiger sein. Klar, er frisst im Laufe seines Lebens weniger, aber der Tierarzt gewährt bei der Behandlung nur selten einen Bonus für kleine Vierbeiner.

Fakt 4: Der Gassi-Geher sind Sie!

Die Beteuerungen der Kinder, dass sie selbst mit dem Hund spazieren gehen werden, sind natürlich gut gemeint. De facto werden Sie aber einen Achtjährigen abends nicht im winterlichen Halbdunkel mit dem Hund vor die Tür schicken. Machen Sie sich vor einem Kauf klar, dass Sie die Zeit investieren müssen, die das Tier für eine artgerechte Haltung benötigt. Ein Hund braucht mindestens dreimal täglich 30 bis 45 Minuten Auslauf und Beschäftigung. Das gilt auch für kleine Rassen. Gerade kleine Jagdhunde wollen viel rennen und spielen.

Fakt 5: Auch Hunde kommen ohne Manieren auf die Welt

Entscheidet sich eine Familie für einen Welpen, ist der Zeitaufwand im ersten halben Jahr noch deutlich höher. Der kleine Mitbewohner muss lernen, nicht in die Wohnung zu machen, keine Schuhe anzuknabbern und kein Menschenessen zu klauen. Langsam muss er daran gewöhnt werden, auch mal ein paar Stunden allein in der Wohnung zu bleiben. De facto bedeutet das, auch nachts aufzustehen und den Hund vor die Tür zu bringen, damit er da sein Geschäft erledigen kann, unzählige Male Pfützen und andere Hinterlassenschaften wegzuwischen und dem Tier geduldig und konsequent die Regeln für das friedliche Zusammenleben von Hund und Familie beizubringen. Ersthundebesitzer können die Basics am besten in einer Hundeschule lernen.

Fakt 6: Der nächste Urlaub kommt bestimmt

Ein Sommerurlaub wird in vielen Familien lange im Voraus gebucht. Wo der Hund Ferien machen wird, sollte man schon vor der Anschaffung wissen. Gibt es hundefreundliche Freunde, Verwandte oder Bekannte? Kann man ihnen das Tier anvertrauen und die Arbeit zumuten? Prima! Falls nicht, können andere Hundebesitzer nach geeigneten Tierpensionen gefragt werden. Und Plan B ist für den Vierbeiner wohl der beste: Urlaub mit Hund am Meer oder in den Bergen.


Sie kennen die Fakten, haben alles durchgerechnet und wollen auf einen Hund als Familienmitglied nicht verzichten? Mit dieser "Checkliste" sind Sie auf der sicheren Seite.

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