Richtig Waschen
 
Alleskönner gegen Spezialisten - Welches Waschmittel soll es sein?

Black-Waschmittel erhält das tiefe Schwarz der coolen Lieblingsjeans, Weißwaschmittel schützt die Rüschenbluse vor dem Vergrauen und Color-Waschmittel sorgt für strahlende Farbintensität. Das versprechen zumindest die Hersteller.

Bleibt Schwarz wirklich Schwarz?

Richtig Waschen: Alleskönner gegen Spezialisten - Welches Waschmittel soll es sein?

In der Werbung zaubern die Waschmittel in nur einem Waschgang aus einem vergrauten Kleid einen tiefschwarzen Hingucker. Funktioniert das auch im wahren Leben? Hält die Werbung was sie verspricht? Wir haben für Sie recherchiert.

Stiftung Warentest hat im Februar 2013 verschiedene Schwarzwaschmittel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Spezialwaschmittel für Schwarzes erhalten den dunklen Farbton nicht besser als Colorwaschmittel. Im Gegenteil: Die Schwarzwaschmittel schneiden im Gesamtergebnis kaum besser als „befriedigend“ ab.

Colorwaschmittel haben ihre Berechtigung

Im Gegensatz zu den beworbenen Schwarzwaschmitteln hält Stiftung Warentest die Colorwaschmittel für durchaus sinnvoll. Diese erhalten und schützen alle Farben - sowohl bunt Gemustertes, als auch einfarbige Kleidungsstücke. Manche Colorwaschmittel enthalten sogenannte Zellulasen, die abstehende Fasern „abknabbern“. So wird die Oberfläche glatter und die Farben strahlender.


Waschmittel für Jeans

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Würden Sie Ihre Jeans mit Wollwaschmittel waschen? Wahrscheinlich eher nicht. Geht aber: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Inhaltsstoffe von Jeans-Waschmittel und Feinwaschmittel für Wolle verglichen. Dabei hat sie eine nahezu gleiche Rezeptur festgestellt. Im Gegensatz zu Wollwaschmittel enthält Colorwaschmittel aber noch Enzyme, die den Reinigungseffekt unterstützen. Enzyme sind Eiweiße, die Flecken aus Stärke oder Fett in ihre chemischen Bausteine zerlegen und sie so aus der Wäsche spülen.

Fast Keimfrei

Desinfektionswaschmittel sollen die Wäsche keimfrei waschen. Ausgelaufene Windel, vollgespucktes T-Shirt – sicher, hier sind Desinfektionswaschmittel eine Möglichkeit, um mögliche Krankheitserreger abzutöten. Die Keimbelastung gewöhnlicher Schmutzwäsche können gesunde Menschen jedoch problemlos bewältigen. Laut Robert-Koch-Institut können bakteriell wirkende Produkte sogar die Hautflora des Menschen schädigen. Unser Tipp: Statt einem Desinfektionsmittel die Wäsche lieber bei 60 Grad waschen. Bei einem Waschgang mit 60 Grad werden übrigens zehn bis hundert mal mehr Keime vernichtet als bei 40 Grad. Bei übertragbaren Krankheiten kann die Wäsche bei 90 Grad gekocht werden.

Waschmittel für Sportklamotten

Die Hersteller von Spezialwaschmittel für Sportwäsche versprechen hygienische, gut riechende und atmungsaktive Kleidung. Wieder lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe: Verglichen mit einem flüssigen Colorwaschmittel lassen sich nur geringe Unterschiede feststellen. Damit können Sie das spezielle Waschmittel für Trainingskleidung getrost im Regal stehen lassen.

Aus Weiß wird Grau

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Das schöne weiße Hemd hat schon nach einigen Wäschen einen Grauschleier? Wie ärgerlich! Woher kommt das überhaupt? Beim Waschen setzen sich kleinste Schmutzpartikel im Gewebe fest. Durch schlechte oder zu niedrig dosierte Waschmittel, die die Schmutzpartikel nicht in die Waschlauge aufnehmen, setzen sich diese wieder in Textilien ab. Das sorgt für den gräulichen Schimmer.


Aus Grau mach Weiß

Optische Aufheller heißt das Zauberwort für weiße Wäsche. Hört sich vielversprechend an, aber was ist das eigentlich? Sicher erinnern einige von Ihnen sich noch an das Wäscheblau ihrer Großmutter. Wäscheblau sorgt für einen leichten Blaustich in der Wäsche. Dieser Blaustich lässt uns die Wäsche weißer wahrnehmen, als sie eigentlich ist. Moderne Waschmittel oder Tücher arbeiten mit dem gleichen Effekt. Optische Aufheller wandeln nicht sichtbares UV-Licht in sichtbares blaues Licht um. Sie wollten schon immer einmal der Hingucker in der Diskothek sein? Optische Aufheller leuchten unter Schwarzlicht besonders intensiv.

Wäsche-Weiß-Tücher

Wäsche-Weiß-Tücher bringen zwar den erwünschten Effekt: Das Hemd ist wieder weiß, weil sie optische Aufheller besitzen. Aber die Tücher bekämpfen nicht das eigentliche Problem, die Schmutzpartikel bleiben in den Fasern haften. Daher eignet sich ein Vollwaschmittel deutlich besser, denn es bekämpft die Ursache von Vergrauung: Es löst den Schmutz aus der weißen Wäsche.

Babywäsche getrennt waschen?

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Babys machen eine Menge Wäsche. Viel Wäsche heißt aber nicht gleich eine ganze Maschine voll, denn die süßen Strampler und die kleinen Söckchen sind ja alle noch so winzig. Kann also die Babywäsche zusammen mit der Elternsachen gewaschen werden?
Ja, aber bitte diese fünf Punkte beachten:

  • Phosphatfreies Waschmittel verwenden (Das steht auf der Verpackung drauf!)
  • Sensitive Waschmittel sind parfümfrei und reizen zarte Babyhaut kaum.
  • Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche (von den Großen und Kleinen) bei 60 Grad waschen.
  • Jäckchen, Strampler und Co kommen mit 40 Grad aus, da darf dann auch Papas Sweatshirt dazu.
  • Besser als Weichspüler: Babysachen in den Trockner oder kurz drüber bügeln. Nimmt die Trockenstarre und killt mögliche Keime.

Ökologisch und Nachhaltig

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Ökologisch und Nachhaltig

Pulver oder Gel?

Richtig Waschen: Alleskönner gegen Spezialisten - Welches Waschmittel soll es sein?

Hier lautet die Antwort ganz klar: Pulver. Für Weißes eignet sich ein Vollwaschmittel-Pulver. Es enthält Bleichmittel, das Flecken entfernt und so für strahlend weiße Wäsche sorgt. Im Gel hingegen sind nur optische Aufheller drin. Die Hersteller von Gel-Waschmitteln können keine Bleichmittel verwenden, da diese im flüssigen Zustand nicht lange haltbar sind. Dafür behelfen sie sich mit optischen Aufhellern, die die Flecken aber nicht aus der Faser lösen, sondern übermalen.

Für Buntes eignet sich ebenfalls Pulver-Waschmittel. Allerdings sollte auf dem Etikett Color-Waschmittel vermerkt sein. Vorsicht: Kein Vollwaschmittel für Buntes verwenden, denn das enthält Bleichmittel und macht schon nach ein paar Wäschen aus strahlenden Farben verblasste Pastelltöne. Den flüssigen Waschmitteln fehlen auch Zeolite, die für die Wasserenthärtung eingesetzt werden. Zu diesem Zweck werden in Flüssigwaschmitteln mehr Tenside zugefügt. Diese sind zum einen wesentlich umweltschädlicher, zum anderen sind sie wenig effektiv beim Waschen. Dafür hinterlassen sie aber keine weißen Rückstände auf bunter Kleidung. Also auch bei Buntem lohnt sich der Griff zu Pulverwaschmitteln.

Weichspüler überflüssig?

Weichspüler macht die Wäsche kuschelweich, sorgt aber auch dafür, dass Handtücher nicht mehr so saugfähig sind und belastet für die Umwelt. Die Tenside sind zwar inzwischen abbaubar, aber die enthaltenen Chemikalien und Duftstoffe sind es teilweise nicht. Gegen die Trockenstarre hilft Bewegung: Entweder die Wäsche kurz im Freien aufhängen oder in den Trockner.

Eltern.de Wasch-Tipp

Wir haben für Sie die verschiedenen Waschmittel unter die Lupe genommen. Doch was braucht ein guter Haushalt an Waschmitteln? Wir empfehlen:

  • ein Vollwaschmittel für weiße Wäsche
  • ein Colorwaschmittel für Buntes und Schwarzes
  • ein Feinwaschmittel für empfindliche Textilien oder Wolle
  • für Babywäsche ein phosphatfreies oder sensitive Waschmittel