Mutterschaft
 
Ist die Kinderbetreuung durch die Mutter out?

Wird die Mutterschaft heute zu wenig anerkannt? Sind Nur-Hausfrauen wirklich unglücklich? Wieso glauben viele, schlecht ausgebildete Erzieherinnen könnten Kinder besser versorgen als die eigene Mutter? Was denken Sie über die provokanten Thesen des Frühpädagogen und Psychologen Dr. Martin Textor? Kommentieren Sie diesen Artikel - wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

Macht es eine Frau glücklich, Mutter zu sein?

Mutterschaft: Ist die Kinderbetreuung durch die Mutter out?

Ein Kind wird geboren. Zwischen ihm und seiner Mutter entsteht die engste Beziehung, die man sich vorstellen kann. Das erfüllt die Mutter bis in die tiefsten Schichten ihres Wesens mit Glücksgefühlen. Noch nie fühlte sie sich so gebraucht! Nur: Darf eine Frau heute noch so empfinden? Ist ein Kind nicht eine enorme Belastung? Schlafentzug, Stress, der schlaffe Bauch nach der Geburt, die Kosten, die Pause im Beruf, die entgangenen Urlaube?

Immer weniger Menschen können sich heute noch vorstellen, dass man als junge Mutter wirklich glücklich sein kann. Dass ein Paar die mit dem Kind verbundenen Einschränkungen freiwillig in Kauf nimmt. Eine junge Mutter macht sich heut schon fast lächerlich, wenn sie behauptet, sie könne sich in der Erziehung ihres Kleinkindes besser verwirklichen als in ihrem Beruf.

Ist die Fremdbetreuung tatsächlich das Beste fürs Kind?

Kurz: Mutterschaft als Teil der Weiblichkeit ist out. Na gut, vielleicht nicht ganz: Ein, zwei Jahre mit Baby zu verbringen ist sehr schön - selbst Film- und Popstars genießen das ja. Aber: Spätestens nach drei Jahren sollte frau zurück an ihren Arbeitsplatz! Und die Sprösslinge in den Kindergarten - dort werden sie schließlich von Fachkräften erzogen und gebildet. Da kann keine Mutter mithalten. Oder?

Tatsächlich haben wir es hier mit zwei Mythen zu tun. Der erste: Junge, nicht erwerbstätige Mütter können zu Hause nicht glücklich sein. Der zweite: Fremdbetreuung ist generell besser als Familienerziehung.

Für Mythos 1 kennt jeder von uns Gegenbeispiele. Und Mythos 2? Der ist wissenschaftlich längst widerlegt, denn:

  • Die Qualität der Kinderbetreuung in Deutschland ist zumeist mittelmäßig. Genauso, wie es "schlechte" Familien gibt, gibt es auch "schlechte" Kindergärten.
  • Der Einfluss von Kindertagesstätten und Schulen auf die Kinder ist groß. Aber der Einfluss der Familie ist größer - etwa doppelt so hoch, wie Studien zeigen.

Wieso glauben wir eigentlich, Kleinkinder könnten in einer Gruppe mit rund 25 Kindern durch eine Erzieherin mit mittlerem Bildungsabschluss sowie zweijährigem Fachschulbesuch und eine zumeist noch schlechter qualifizierte Zweitkraft intensiver gefördert werden als durch ihre Eltern?

Das soll die Kindertagesbetreuung keineswegs abqualifizieren: Für jedes Kind ist der Kindergartenbesuch empfehlenswert, weil es hier neue (Lern-)Erfahrungen machen kann, weil es gruppenfähig wird. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen und Migrantenkinder profitieren besonders von der sprachlichen Förderung.

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