Erziehung
 
Vorsicht, Selbstbetrug!

Mutter mit Kindern in der Achterbahn
iStock, wundervisuals

"Wie meine Mutter werde ich nicht!"

Vor drei Wochen ist es passiert: Als mein Sohn lustlos in seinem Essen herumstocherte und " ...schmeckt nicht" murmelte, hörte ich mich antworten: "Die armen Kinder in Afrika wären froh, so etwas Gutes zu bekommen!" - Oh Gott! Hatte ich das gerade wirklich gesagt? Diesen verhassten Satz meiner Mutter? Wie konnte es nur so weit kommen?

Ganz einfach: "Man muss sich für seine Eltern schämen, das ist völlig normal", beruhigt Diplompsychologin Ursula Nuber. Dadurch öffnen wir das Tor zu einer natürlichen Abnabelung und Abgrenzung. Aber: Durch die Abgrenzung bleiben Vater und Mutter Teil der eigenen Identität. Sie entscheiden indirekt mit beim Leben, bei der Partnersuche und auch bei der eigenen Kindererziehung. Je früher man sich das eingesteht, desto eher kann man den Feinschliff selbst übernehmen.