Mütterzwist
 
Schluss mit dem Vergleichen!?

Zu wenig Krippenplätze, Hundekacke im Sandkasten und Steuerklasse fünf sind Dinge, die Müttern das Leben schwer machen. Noch viel schlimmer sind jedoch andere Mütter. Denn jede Mutter will eine "gute" sein, und so sparen die meisten nicht mit Lästerein über die unterschiedlichen Lebensentwürfe ihrer Geschlechtsgenossinnen.

Wer ist die beste Mutter im ganzen Land?

Mütterzwist: Schluss mit dem Vergleichen!?

"Also, für mich wäre das nichts: den ganzen Tag zu Hause und bloß aufräumen und Kinder bespaßen, das ist mir geistig zu wenig, dafür hab ich nicht studiert“ – sagt Margot, die Geschäftsführerin in einer IT-Firma ist, und schielt dabei auf Susa und Benita, die wegen der Kinder aus dem Job ausgestiegen sind.

"Ich frage mich: Wozu kriegen die eigentlich Kinder, wenn sie sie gleich wieder abschieben in die Krippe" – sagt Susa und ärgert damit Margot und Ute, die mit zwei Kindern 30 Stunden die Woche arbeiten.
"Also, diese Einzelkinder, die tun mir echt leid. Sind immer mit Erwachsenen zusammen und haben in der Familie nie einen Verbündeten, mit dem sie über die Großen schimpfen können – bloß weil ihre Eltern zu egoistisch sind" – sagt Ute auf dem Spielplatz zu Elena und beobachtet dabei Oda, die immer sagt: "Eins reicht mir!"

"Ich bin wirklich froh, dass ich ein Mädchen habe. Die sind seltener krank, besser in der Schule, und schönere Klamotten gibt’s für sie auch" – sagt Oda und muss sich nicht wundern, wenn Katharina, Mutter von drei wilden Jungs, beleidigt kontert: "Dafür verdienen meine Jungs später mehr."

Die Liste der Splittergruppen ließe sich fortführen: Mütter, die auf Homöopathie schwören, verstehen nicht, wie man seinem Kind bei Ohrenweh ein Antibiotikum geben kann. Mütter mit Spontangeburten und ohne PDA fühlen sich Müttern überlegen, die einen Kaiserschnitt hatten. Frauen, die stillen, mokieren sich über Fläschchenmütter. Impfgegnerinnen beschimpfen Mütter, die ihre Kinder sechsfach impfen lassen. Und Mütter die ihr Kind Korbinian nennen, verachten Mütter, die einen Kevin haben.

Warum tun wir das?

Warum sind wir so empfindlich, wenn andere Frauen anders leben? Warum haben wir das Gefühl, uns als Mutter ständig abgrenzen zu müssen, alles besser machen zu müssen als unsere "Mitmütter"?Kennen Sie auch das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen für den ganz persönlichen Lebensentwurf? Denken Sie auch, dass man als Mutter alles "richtig" machen muss? Oder leiden Sie vielleicht auch unter einem permanent schlechtem Gewissen Ihren Kindern gegenüber?Schreiben Sie uns eine Mail zu diesem Thema an userkommentare@eltern.de. Ihre Meinung interessiert uns und andere User.