Spielzeug-Rückrufe
 
Mattel: "Wir brauchen strengere Standards"

Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Spielzeug aus?
Eckert: Es muss einen Zauber in sich tragen, es hat viel mit Überraschung und mit Vergnügen zu tun. Es gibt einfach Spielzeug, dem man ansieht, dass es einem Kind ein Leuchten in die Augen zaubern wird.

Muss Spielzeug auch Herausforderung bieten?
Eckert: Nein, manches Spielzeug sollte einfach unterhaltsam sein. Anderes Spielzeug fördert mehr die Entwicklung. Und wir hören auch von immer mehr Müttern, dass sie sich Lern-Spielzeug für ihre Kinder wünschen. Aber Spielzeug sollte manchmal auch einfach nur Spaß sein und Anregung für Kinder, ihre Fantasie zu benutzen.

Wie viel Spielzeug braucht ein Kind Ihrer Meinung nach?
Eckert: Oh, ich glaube, ein Kind kann gar nicht genug Spielzeug haben!

In den Mattel Imagination Centern beobachten Sie regelmäßig Kinder beim Spielen mit neuen Produkten - welche Erkenntnisse gewinnen Sie daraus?
Dr. Michael Shore: Wir erfahren, ob ihnen die Spiele gefallen, ob sie sie verstehen, ob wir vielleicht etwas an ihnen verbessern müssen - oder ein Produkt vielleicht nicht ankommt und entsprechend gar nicht erst auf den Markt gelangen sollte. Außerdem erfahren wir viel darüber, wie Kinder interagieren und was sie glücklich macht.

Beobachten Sie auch, dass Mädchen und Jungen unterschiedlich spielen?
Shore: Ja. Wenn Mädchen spielen, dann geht es häufig um das Thema "Aufziehen", "Kümmern" - sie bemuttern gerne, fühlen sich zu Babys hingezogen. Bei den Jungen steht mehr die Aktion im Vordergrund, sie mögen Wettbewerbe, Herausforderungen und wollen etwas organisieren. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten – beide mögen das Spiel mit Rollen.

Und wie kommen Sie zu neuen Ideen für Ihr Spielzeug?
Shore: Durch unterschiedliche Quellen: Wenn die Kinder zum Beispiel mit unseren Produkten spielen, fragen wir sie, was ihrer Meinung nach dieses Spielzeug zusätzlich noch können sollte. Daraus entwickeln wir dann neue Ideen. Ein anderer Weg ist, das wir beobachten, wohin sich Kinder orientieren - und das ist bei Jungen und Mädchen vor allem das Internet, das sind Computerspiele, die digitale Welt.

Sie sagen, dass es mehr Übereinstimmungen als Unterschiede im Spielverhalten von Kindern in der westlichen Welt gibt. Wo aber liegen die Unterschiede?
Shore: Mädchen - egal ob in den USA, in England, in Frankreich oder Deutschland - lieben es, mit Puppen zu spielen. Aber es gibt kleinere kulturelle Unterschiede - in Frankreich sind zum Beispiel Puppen mit dunkleren Haaren beliebter. In Deutschland ist die Begeisterung für Pferdespielzeug wesentlich größer als in anderen Ländern. Und die deutschen Mädchen lieben Prinzessinnen-Geschichten - mehr als hippe, trendige Themen.