Die Philippinen nach dem Taifun
 
"Am stärksten betroffen sind die Kinder"

Mit verheerenden Folgen fegte der Taifun "Haiyan" über die Philippinen. Die Folgen: unzählige Tote und Verletzte, eine zusammengebrochene Infrastruktur - und Kinder, die alles verloren haben. Im Interview berichtet Carin van de Hor, Länderdirektorin für die Philippinen der Hilfsorganisation "Plan International" von der Situation vor Ort.

Carin van de Hor von "Plan International" über die Folgen des Taifuns für die Philippinen

Carin van de Hor, Länderdirektorin von Plan Philippinen
Carin van de Hor, Länderdirektorin von Plan Philippinen

Wie sieht die Lage vor Ort aus?
Die Auswirkungen von Taifun "Haiyan" sind eine nationale Tragödie. Mit allen neuen Informationen, die wir erhalten, wird ein noch größeres Ausmaß der Katastrophe deutlich. Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl in einer Statistik eine Familie steht, deren Leben schwer erschüttert wurde.

Welche Menschen sind besonders stark von "Haiyan" betroffen?
Es sind immer die Ärmsten, die es am härtesten trifft. Und unter ihnen wieder die Kinder. Sie leiden besonders stark unter Katastrophen wie dieser. Einige Mädchen und Jungen sterben, andere verlieren Eltern, Geschwister und Angehörige. Das vertraute und sichere Umfeld wird erschüttert oder zerstört, einschließlich des Zuhauses, der Schule und der Existenzgrundlage der Familie. Die Kinder sehen Dinge, die kein Kind sehen sollte.

Wie genau sieht es denn vor Ort aus?
Es gab riesige Wellen, die auf die Küsten getroffen sind, überall liegen umgeknickte Strommasten, umgestürzte Bäume. Häuser sind völlig kaputt, ganze Dächer sind durch die Luft geflogen. Es war wirklich ein Monster-Taifun, und Sie können sich die Angst der Menschen vorstellen. Wir haben bisher noch keine Vorstellung vom genauen Ausmaß der Schäden, vor allem in den abgelegenen Gebieten, aber es sieht nicht gut aus.

Was macht Plan?
Plan arbeitet seit mehr als 50 Jahren auf den Philippinen und hat sehr viel Erfahrung in der Bewältigung von Naturkatastrophen und anderen Krisen. Wir setzen Expertenteams ein, um sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, Medikamente, Notunterkünfte, Schulmaterial und psychosoziale Unterstützung bereitzustellen. Im Augenblick arbeiten wir in Ost- und West-Samar, in Leyte und Cebu.

Bevor der Taifun auf die Philippinen traf, hielten wir vor Ort Hilfsgüter für tausende Familien bereit - einschließlich Trinkwasser-Sets und Plastikplanen für Notunterkünfte -, damit die Gemeinden, falls die Straßen unpassierbar werden, diese Materialien schnell an die Familien verteilen können, die Wasser und Notunterkünfte brauchen. Die Hilfsgüter reichen für etwa 20.000 bis 30.000 Menschen, doch wegen des Ausmaßes der Katastrophe sind die bereitgestellten Materialien schnell aufgebraucht. Deshalb transportieren wir viel mehr Hilfsgüter in die betroffenen Gemeinden, und zwar auf verschiedensten Wegen - mit dem Flugzeug, Boot, Auto, Motorrad oder sogar zu Fuß.

Wie Sie den Menschen auf den Philippinen helfen können:

Plan arbeitet seit 1961 auf den Philippinen und unterstützt mehr als 40.000 Patenkinder, deren Familien und Gemeinden. 8.170 Kinder haben deutsche Paten. Derzeit ist Plan in 435 Gemeinden in sieben der ärmsten Provinzen von Luzon und Visayas tätig, unter anderem auch in Samar und Leyte, den Regionen, die am schlimmsten von dem Taifun Haiyan getroffen wurden.

Sie können diese Hilfsmaßnahmen über den Nothilfe-Fonds unterstützen:

Plan International Deutschland e.V.
Konto: 9444944
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 25120510
IBAN: DE86 2512 0510 0009 4449 44
BIC: BFSWDE33HAN
Stichwort: Nothilfe Philippinen